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Home » Archivo » Nepal » Nepal: Bewaffneter Konflikt
![]() Nepal III Bewaffneter Konflikt Die maoistische "United People's Front" (UPF) breitete ihre Guerillaaktionen 1998 erstmals über weite Landesteile aus. Zwei Jahre zuvor hatte sich die Partei aus der parlamentarischen Demokratie Nepals verabschiedet, um fortan mit Waffengewalt für eine 'Republik der Bauern' zu kämpfen. Die Gefechte fanden jedoch zunächst allein in den abgelegenen Bergregionen Nepals statt und beschränkten sich auf gelegentliche kleine Scharmützel mit lokalen Polizeieinheiten. Mittlerweile jedoch haben sich die Guerillaaktionen auf mindestens zwanzig der insgesamt 75 Distrikte des Landes ausgeweitet und werden staatlicherseits mit großangelegten Polizeiaktionen beantwortet. Nach der demokratischen Revolution von 1990 hatten sich die Nepalesen eine Verbesserung ihrer politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse erhofft. Über achtzig Prozent der Bevölkerung des Landes sind Bauern und leben unterhalb der Armutsgrenze. Häufig wechselnde Minderheitsregierungen sowie Machtkämpfe und Vetternwirtschaft in den beiden großen Parteien "Kommunistische Partei Nepals (Marxistisch-Leninistisch)" (KPN Marxistisch-Leninistisch) und "Nepali Congress Party" sorgten dafür, daß die mit der Revolution verbundenen Erwartungen bisher nicht eingelöst wurden. Die beiden kleineren, extrem linken Parteien UPF und "Kommunistische Partei Nepals (Maoistisch)" (KPN Maoistisch) boykottierten 1994 die Parlamentswahlen und schlossen sich im folgenden Jahr unter Beibehaltung des Namens der UPF zusammen. 1996 rief die UPF den Volkskrieg gegen den Staat, den König und den 'indischen Feind' aus. Die abgelegenen Regionen, in denen die Rebellen mit ihren Aktionen begannen, bieten relativ guten Schutz vor Großeinsätzen der Polizei. Kommunistische Kräfte sind in dieser Gegend seit vielen Jahren verwurzelt. Zudem versprechen die ethnische Homogenität der Magars und deren intakten Stammesstrukturen eine bessere Kaderdisziplin. Die Rebellen erhalten vor allem Zulauf von arbeitslosen Jugendlichen und verarmten Dorfbewohnern. Die Angaben über die Zahl der bewaffneten Anhänger der UPF schwanken zwischen zwei- und zwanzigtausend. Die Bewegung finanziert sich aus Überfällen auf lokale Banken und Erpressung reicher Bauern sowie durch Abgabenerhebungen bei der Bevölkerung. In einigen Distrikten beherrschen die Rebellen mit Hilfe ziviler Sympathisanten die lokale Verwaltung und Gerichtsbarkeit, so daß die Polizei sich dort fast ganz zurückgezogen hat. Die Regierung in Kathmandu hatte den Aktionen der UPF in den ersten beiden Jahren relativ tatenlos zugeschaut. Seit Anfang 1998 fährt die Regierung einen Kurs verschärfter Repression. Spezialeinheiten der Polizei durchkämmen die Dörfer nach Verdächtigen, viele von ihnen werden dabei kurzerhand erschossen. Nicht anders ergeht es mutmaßlichen Helfern der Polizei, die von den Rebellen "bestraft" werden. Die Bevölkerung gerät so zunehmend ins Kreuzfeuer der Auseinandersetzungen. Insgesamt hat der Konflikt schon mindestens vierhundert Menschen das Leben gekostet. Auch die Tätigkeit der Entwicklungsorganisationen wird durch den Konflikt zunehmend in Mitleidenschaft gezogen. Nach einem Überfall auf Mitarbeiter der deutschen Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) im Mai 1998 stellte die Organisation alle ihre Projekte in der Region ein. Die nationale nepalesische Bauernorganisation ANPA warnt außerdem vor einer drohenden Hungersnot in naher Zukunft. Die Perspektive für eine Beendigung der Kämpfe ist aufgrund anhaltender Ineffizienz der politischen Führung und zunehmend wirtschaftlicher Not in besonderem Maße schlecht. Zudem hat sich der Konflikt auf die Regierungsparteien in Kathmandu ausgeweitet: Die "Nepali Congress Party" beschuldigte im Dezember 1998 ihren Koalitionspartner KPN Marxistisch-Leninistisch, die Rebellen zu unterstützen, und droht mit dem Aufbruch der Koalition. Nepal: Bewaffneter Konflikt VolksKrieg in Nepal Nepals langer Marsch zur Demokratie Was werden Sie im Nepal Pavillon zu sehen bekommen (Expo-2000) amnesty Bayreuth - Info 22.05. 2001 Aufrüstung gegen Maoisten 16.04. 2001 Volkskrieg auf dem Dach der Welt 07.03. 2001 Mädchen ihrer Kindheit beraubt 19.05. 2000 Die Globalisierung von Kriminalisierung und Ausbeutung 13.02. 2000 Die linke Bewegung in Nepal und die Maoisten: Hintergründe des 'People's War' |
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