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Human Rights and People's War in Nepal
Human Rights and People's War in Nepal - Human Rights - Politics/Ideology - News and Reports - Links - Italiano

Ausland

Aufrüstung gegen Maoisten

Nepals Regierung will mit Armee gegen Guerilla vorgehen. Kaum Chancen für Verhandlungslösung

Die Armee soll den Kampf der nepalesischen Regierung gegen die maoistischen Rebellen entscheiden. Mit umfangreichen Waffenkäufen im Ausland planen Premierminister Girija Prasad Koirala und sein Verteidigungsminister derzeit, die Soldaten für eine Offensive gegen die Rebellen, die rund 20 der 75 Distrikte teilweise kontrollieren, auszurüsten. Bemühungen um eine Verhandlungslösung, die noch vor wenigen Tagen erneut angelaufen waren, haben vor diesem Hintergrund kaum noch Aussicht auf schnellen Erfolg. Ähnlich wie im Süden des Subkontinents die Regierung in Sri Lanka gegen die Tamilen- Guerilla LTTE, will nun offenbar auch Nepal alles auf die militärische Karte setzen.

Seit rund fünf Jahren tobt die Auseinandersetzung zwischen der Kommunistischen Partei-Maoist (NCP-M) und der liberalen Regierung in Kathmandu. Damals hatte sich die linke Splittergruppe aus der parlamentarischen Arbeit zurückgezogen und einen »Volkskrieg« ausgerufen. Seither haben mehr als 1 500 Menschen den Konflikt mit dem

Leben bezahlen müssen, und die Fronten sind verhärteter denn je. Premier Koirala ist nun gewillt, die Rebellen mit Gewalt zu schlagen. Die Aufrüstungspläne für die Armee, die bislang im Gegensatz zu den Maoisten über keinerlei schwere Waffen verfügt, sind eindeutiges Indiz, daß er einer friedlichen Einigung auf diplomatischem Parkett keine

Erfolgschancen mehr gibt. Dabei hatten sich erst dieser Tage Politiker der linken Opposition als Mittler angeboten.

Bislang hatte die Polizei einen Großteil des Blutzolls auf Regierungsseite zu zahlen, doch damit soll nun Schluß sein. Die Rede ist davon, allein 1 200 Soldaten in Richtung Gorkha, der einstigen Gründungshauptstadt des modernen Nepal, auf den Weg zu schicken. Dort, knapp 200 Kilometer westlich von Kathmandu, liegt eine der stärksten

Bastionen der Rebellen, die sich in erster Linie auf den Rückhalt bei der bitterarmen Landbevölkerung stützen können.

Die Kleinbauern sehen die Maoisten als ihre Interessenvertreter, weil diese die einseitige Orientierung der Entwicklungs- und Strukturpolitik auf das Kathmandu-Tal kritisieren und ein Programm für den Aufschwung des ruralen Sektors samt stärkerer politischer Einbeziehung der hauptstadtfernen Gebiete fordern. Immer wieder hatten Überfälle der Rebellen den nepalesischen Staat schwer erschüttert. Die Idee, auch reguläre Armeetruppen einzusetzen, ist nicht neu. Wo das Geld für die teuren Waffenkäufe herkommen soll, ist noch offen. Immerhin zählt das Himalaya-Königreich zu den weltweit rückständigsten Ländern, hat mit diversen sozialen Problemen zu kämpfen.

Inwieweit die marxistischen Vermittler Erfolge gebracht hätten, ist ebenfalls zweifelhaft. Steht doch die UML (Vereinigte Marxisten-Leninisten), die größte Oppositionspartei, ebenso im Visier der Maoisten wie der regierende Nepali Congress (NC) Koiralas. Die Untergrundkämpfer werfen ihrer einstigen Mutterpartei UML vor, zu stark ins

»überkommene System der nepalesischen Politik« eingebunden zu sein, basisdemokratische Veränderungen nicht mehr herbeiführen zu können und wollen. Das vormalige Bündnis aus NC und Maoisten im Jahr 1996 hatte eine erneute Machtübernahme der Linksfront vereitelt.

Thomas Berger

© junge Welt

21.05.2001
 
 
 


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