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Home » Countries » Sri Lanka » Interview mit dem Premierminister Sri Lankas

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Interview mit dem srilankischen Premierminister Wickremanyake in der singhalesischen Zeitung 'Sunday Lankadeepa' vom 21.01.01 – (Übersetzung)

Obwohl die Regierung, als sie 1994 an die Macht kam, versprochen hatte, Frieden zu bringen, geht der Krieg weiter. Inzwischen erklärt die Präsidentin öffentlich, die Türen für Verhandlungen seien offen. Aber sie sagten, es würde keinen Waffenstillstand geben und an der militärischen Lösung weiter festgehalten. Warum diese "double standards"?
Präsidentin Chandrika erklärte, dass an Gesprächen nichts Falsches sei, aber dass wir mit dem Krieg fortfahren sollten. Sie hat nie gesagt, dass wir wegen der Friedensverhandlungen den Krieg beenden müssten. Als sie sich an das Parlament richtete, legte sie folgende Aspekte dar. Erstens, der Krieg sollte fortgesetzt werden. Zweitens, sollten Friedensgespräche Zustande kommen, so sollten sie während der Fortführung des Krieges stattfinden. Drittens sollten die Tigers ohne Bedingungen in die Verhandlungen treten. Im wesentlichen besteht sie auf diese drei Standpunkte.

Welches sind Ihre Standpunkte ?
Ich teile diese. Niemand behauptet, wir sollten nach Friedensverhandlungen streben. Es sind nicht wir, die diese Diskussionen wollen, sondern die (die westl. Staaten).

Möchte denn die Regierung keine Friedensgespräche ?
Mit wem sollten wir denn Friedensgespräche halten ? Alleine kann man keine Gespräche führen.

Aber die LTTE hat sich öffentlich für Verhandlungen bereit erklärt.
Auf diese Stellungnahmen kann man sich nicht verlassen. Um Friedensverhandlungen zu führen, müssen beide Parteien zu einer Übereinkunft finden. Wir würden in die Gespräche gehen, ohne den Kampf zu beenden.

Ist das Ihre Position bezüglich der Regierungsposition ?
Es ist die Regierungsposition.

Das heißt, die Regierung möchte keinen Waffenstillstand ?
Wir lehnen diesen Waffenstillstand entschieden ab.

Aber warum ?
Weil wir über ihre (LTTE) Vergangenheit Bescheid wissen.

Wollen Sie damit sagen, dass die Regierung niemals einen Waffenstillstand anstreben wird ?
Ich sage nicht für immer. Wenn wir zu der Überzeugung kommen, dass sie den Bedingungen vollständig zustimmen, so wären die Türen für einen Waffenstillstand während der Friedensgespräche offen. Sollte es dazu noch Diskussionen geben, so sollten sie inmitten des Krieges ausgetragen werden.

Aber die Präsidentin meinte, die Türen zu Friedensgesprächen seien offen.
Das ist genau das, was ich auch sage.

Aber Sie sagen, dass der Krieg ohne Unterbrechungen fortgeführt werden sollte.
Ja, selbst jetzt gerade sage ich das.

Gibt es da keinen Widerspruch zwischen Ihrem Standpunkt und dem der Präsidentin ?
Was sie sagt ist, falls wir Friedensgespräche beginnen, so sollte der Krieg weitergehen. Das ist das gleiche, was ich auch sage.

Wenn dieses Problem gelöst werden soll, glauben Sie eine Organisation wie die LTTE würde den Kampf beenden und an Verhandlungen teilnehmen ?
Wir bitten sie nicht darum, den Kampf zu beenden und auf uns zuzukommen. Wir sagen nur, dass wir nicht aufhören zu kämpfen.
Das sind zwei verschiedene Dinge. Sie (LTTE) sollten ihre eingenommene Position überdenken und trennen. Unser Standpunkt bleibt, dass wir den Krieg nicht beenden, selbst wenn wir zu Verhandlungen gehen.

Was passiert jetzt mit der neuen Verfassung ?
Wir werden diese erst einführen, nachdem wir die buddhistischen hohen Priester konsultiert haben. Ich habe ihnen das versprochen.

Die Präsidentin hat geschworen, dass die Regierung diese Verfassung zu jedem Preis in Kraft setzt.
Die Präsidentin sagte im Parlament " Ich führe diese Verfassung erst dann ein, wenn ich sie mit den buddhistischen Priestern diskutiert habe", das ist was sie sagte. Mein Standpunkt ist derselbe. Falls sie irgendwo erwähnte, dass die Verfassung eingeführt werde, so immer im Zusammenhang mit den bereits erwähnten Bedingungen.

Glauben sie, dass die neue Verfassung in naher Zukunft eingeführt wird ?
Soweit ich das beurteilen kann, wird das in naher Zukunft nicht der Fall sein.