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Home » Archive » Die Geschichte von Leonard Peltier
Download - Leonard's Geschichte im PDF
Format (englisch) DER FALL VON LEONARD PELTIER Leonard Peltier könntest Du sein, oder ich, oder jeder, der bereit ist zu
seiner Familie, seinen Freunden, der Gemeinschaft, in der er lebt und seinen Überzeugungen zu
stehen. Leonard ist ein amerikanischer Ureinwohner, der eine zweimal lebenslängliche Haftstrafe in
einem Bundesgefängnis verbüßt, obwohl es KEINEN GLAUBHAFTEN BEWEIS dafür gibt,
daß er die Schuld an irgendetwas trüge.
Der Schußwechsel Am 26.Juni 1975 sahen zwei FBI-Agenten, angeblich auf der Suche nach einem
jungen Indianer, der beschuldigt wurde, ein paar gebrauchter Cowboystiefel gestohlen zu haben,
einige Männer, die in einen roten Transporter stiegen. Kurzerhand folgten sie diesem Fahrzeug.
Die Insassen des Fahrzeugs hielten an. Schüsse fielen, obwohl niemand weiß,
wer zuerst feuerte. Die Falle Leonard war im Vorfeld der Ereignisse vom FBI als eine der führenden
Persönlichkeiten des AIM eingestuft worden und wurde zum Ziel ihres berüchtigten COINTELPRO
Programmes, das Aktivisten durch Verleumdung, Angriffe und Verhaftung "neutralisierte".
Da Leonard fürchtete, kein faires Verfahren zu bekommen,floh er auf Anraten der Reservatsältesten
nach Kanada, wo er später verhaftet und auf Grund von vom FBI erzeugten Beweisen, die, wie die
Regierung nun zugeben muss gefälscht und fabriziert waren, ausgeliefert wurde. Ursprünglich
waren vier Männer wegen der Morde angeklagt worden. Zwei davon wurden in einem Verfahren
freigesprochen und die Regierung ließ die Anklagen gegen den Dritten fallen, um " das
volle Gewicht der Strafverfolgung ... auf Leonard Peltier zu konzentrieren". Er wurde schuldig
gesprochen und zu zweimal lebenslänglicher Haftstrafe verurteilt.
Der speziell ausgewählte Richter, vom FBI wegen seiner bekannten anti- indianischen Haltung
favorisiert, lehnte die Zulassung von Beweisen für eine Notwehr ab. Die Information über den
Freispruch aus gleichem Grund seiner beiden Mitangeklagtenwurde ebenfalls nicht zum Verfahren
zugelassen. Jury wurde vom Gericht davon überzeugt, daß Scharfschützen des AIM
auf sie lauerten, bereit sie jederzeit zu töten. Kurz gesagt war Peltier schon schuldig
gesprochen, bevor sein Verfahren überhaupt begonnen hatte.
Die Regierung hat keinerlei Beweise Die Regierung hat ihre Theorie darüber, wer die Agenten getötet hat,
später geändert und muß heute zugeben, daß sie "KEINE AHNUNG HAT, WER DIE
AGENTEN GETÖTET HAT". Zu diesem Theorienwechsel kam es während einer späteren
Berufungsverhandlung, in der der Richter der Staatsanwaltschaft zu verstehen gab, daß die
vorgebrachte Beweislage sich bestenfalls auf Tatumstände bezog. Daraufin argumentierte die
Regierungsbehörde, daß sie Leonard sowohl wegen Mord als auch wegen Anstiftung und Beihilfe angeklagt hätte.
Der endgültigen Entscheidung des 8th Circuit Court of Appeals (Berufungsgericht), war Peltiers
Gerichtsverfahren wie auch die früheren Berufungsverhandlungen geprägt Verwirrungen aufgrund
von juristischem Fehlverhalten und Ungehörigkeiten des FBI, das folgende Tatbestände
beinhaltete: Nötigung von Zeugen, Leisten von Meineiden, Fabrikation falscher Beweise und der
Unterdrückung und Unterschlagung entlastender Beweismittel, die seine Unschuld hätten
beweisen können. Das Gericht nannte das Fehlverhalten des FBI "einen klaren Mißbrauch
des Untersuchungsprozesses". Trotzdem lehnten sie die Zulassung eines neuen Gerichtsverfahrens
für Leonard Peltier ab, weil es "ihnen widerstrebe, weitere Mißbräuchlickeiten ... auf
sie (das FBI) zu schieben. Kürzlich wurde entdeckt, daß Leonards eigenem Anwalt während
der Berufungsverhandlung ein schrecklicher und folgenschwerer Irrtum unterlaufen war. Hier hatte er
fälschlicherweise dem Richter in Bezug auf die Aussagen von Norman Brown zugestimmt.
Was sowohl der Richter als auch der Anwalt nicht realisiert hatten, war die Tatsache, daß
Norman Brown seine Zeugenaussage widerrufen und ausgesagt hatte, daß er vom FBI zu dieser
Aussage genötigt worden war. Des weiteren sagte er aus, daß er Peltier nie in der Nähe
der beiden Agenten gesehen habe. Darüber hinaus wissen wir, daß weitere Agenten schon vor
dem Schußwechsel in dieser Gegend stationiert worden waren, was in direktem Widerspruch zu ihren
Aussagen vor Gericht steht. Dies wurde im September 1975 entdeckt, nachdem die Aufzeichnungen über
den geführten Funkverkehr der Oberstaatsanwaltschaft von Süd-Dakota veröffentlicht
worden waren. Ein Dokument tauchte auf, in dem bestätigt wird, daß schon beinahe zwei
Monate vor dem Schußwechsel eine Planung bestand "durch den Einsatz paramilitärische
Maßnahmen die Ordnung auf Indianischem Territorium durchzusetzen", speziell auf der Pine
Ridge Reservation. Weiterhin muss angemerkt werden, daß die höchste pro Kopf anzahl von
Agenten gegenüber von Zivilisten schon seschs Tage vor dem tragischen Zwischenfall verzeichnet wurde.
Schlußfolgerung Es ist für jeden, der ein Gewissen hat, klar ersichtlich, daß
die Regierung einen Angriff auf das AIM-Lager geplant hatte, möglicherweise in der Hoffnung
dadurch die Aufmerksamkeit von einem illegalen Landtransfer abzulenken, vielleicht auch als
Möglichkeit die Kommission des Senators Frank Church davon abzuhalten, das Cointelpro Programm
des FBI in bezug auf Indigene Kämpfe zu untersuchen. Diese Untersuchung war kurz vor dem
Schußwechsel erst initiiert worden. Am darauffolgenden Tag wurde sie wegen "des Todes der
beiden Agenten" eingestellt. Anhand der letzten Entwicklungen in Washington DC,die aufzeigen, daß
das FBI massiv in das verfälschen und fabrizieren von Beweisen, um Verurteilungen zu erreichen
verstrickt ist, wird klar, daß ein besonderes Augenmerk auch auf das vergangene
mißbräuchliche Verhalten dieser Organisation von Verbrechern gerichtet werden muss. Anhörungen und Untersuchungen durch den Kongreß sind hierfür dringend nötig!
Neueste Entwicklungen Während einer Bewährungsanhörung im Dezember 1995 mußte der
Vertreter der Strafverfolgungsbehörden der USA, Lynn Crooks,zum wiederholten Male zugeben,
daß keinerlei Beweise existieren, die Leonard Peltier belasten. Weiterhin bestätigte er,
daß die Regierung ihn niemals wegen Mordes angeklagt hatte, und, falls der Fall Peltier nochmals
vor Gericht käme, die Regierung nicht in der Lage wäre, eine Bestätigung des
Schuldspruchs zu erreichen. Die Bewährungskommission entschied jedoch, aus welchen Gründen
auch immer, Peltier keine Bewährung zu gewähren, weil Peltier weiterhin seine Unschuld
beteuert ( sie trafen die Feststellung daß Peltier "keine faktische und spezifische
Darstellung seiner Handlungen...im Hinblick auf seine Verurteilung durch die Jury" gegeben habe)
und weil er der einzige ist, der schuldig gesprochen wurde. So lächerlich dieses Begründung
klingen mag, hat die Entscheidung doch bislang Bestand.
Eine Bittstellung um präsidiale Begnadigung bleibt auch weiterhin, 3 Jahre nach Einreichung beim
Justizministerium, unbeantwortet.
Diese Verzögerung wurde von Regierungsvertretern mit der zeitraubende Sichtung eines komplexen
Falles entschuldigt.
1998 MUSS das Jahr der GERECHTIGKEIT für LEONARD PELTIER werden.
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