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Home » Archive » Die Geschichte von Leonard Peltier

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LEONARD PELTIER


Download - Leonard's Geschichte im PDF Format (englisch)

DER FALL VON LEONARD PELTIER

Leonard Peltier könntest Du sein, oder ich, oder jeder, der bereit ist zu seiner Familie, seinen Freunden, der Gemeinschaft, in der er lebt und seinen Überzeugungen zu stehen. Leonard ist ein amerikanischer Ureinwohner, der eine zweimal lebenslängliche Haftstrafe in einem Bundesgefängnis verbüßt, obwohl es KEINEN GLAUBHAFTEN BEWEIS dafür gibt, daß er die Schuld an irgendetwas trüge.

Der Schußwechsel

Am 26.Juni 1975 sahen zwei FBI-Agenten, angeblich auf der Suche nach einem jungen Indianer, der beschuldigt wurde, ein paar gebrauchter Cowboystiefel gestohlen zu haben, einige Männer, die in einen roten Transporter stiegen. Kurzerhand folgten sie diesem Fahrzeug. Die Insassen des Fahrzeugs hielten an. Schüsse fielen, obwohl niemand weiß, wer zuerst feuerte.

In Kürze eskalierte die Situation in einen Schußwechsel, der ca. 30 indianische Männer Frauen und Kinder und über 150 FBI-Agenten, Polizei des BIA (Bureau of Indian Affairs /staatliche Behörde für Indianische Angelegenheiten), US Marshals und der lokalen (Reservats-) Polizei, bekannt als GOONs, involvierte. Zwei Agenten und ein junger indianischer Aktivist starben. Innerhalb weniger Stunden nach dem Schußwechsel, so die Angaben der U.S. Commission on Civil Rights( Kommission für Bürgerrechte der Vereinigten Staaten), die das ganze als einen "großangelegten Rachefeldzug" bezeichnete, führten Hunderte von paramilitärisch ausgerüsteten FBI Agenten und US Marshals in Kampfbekleidung in einem Rachewahn eine Schleppnetzfahndung über die ganze Reservation hin durch, während deren Verlaufs Männer, Frauen und Kinder terrorisiert und deren Besitz und Häuser durchwühlt wurden. Eine Untersuchung des Todes des jungen indianischen Mannes wurde nicht durchgeführt.

Die Falle

Leonard war im Vorfeld der Ereignisse vom FBI als eine der führenden Persönlichkeiten des AIM eingestuft worden und wurde zum Ziel ihres berüchtigten COINTELPRO Programmes, das Aktivisten durch Verleumdung, Angriffe und Verhaftung "neutralisierte". Da Leonard fürchtete, kein faires Verfahren zu bekommen,floh er auf Anraten der Reservatsältesten nach Kanada, wo er später verhaftet und auf Grund von vom FBI erzeugten Beweisen, die, wie die Regierung nun zugeben muss gefälscht und fabriziert waren, ausgeliefert wurde. Ursprünglich waren vier Männer wegen der Morde angeklagt worden. Zwei davon wurden in einem Verfahren freigesprochen und die Regierung ließ die Anklagen gegen den Dritten fallen, um " das volle Gewicht der Strafverfolgung ... auf Leonard Peltier zu konzentrieren". Er wurde schuldig gesprochen und zu zweimal lebenslänglicher Haftstrafe verurteilt. Der speziell ausgewählte Richter, vom FBI wegen seiner bekannten anti- indianischen Haltung favorisiert, lehnte die Zulassung von Beweisen für eine Notwehr ab. Die Information über den Freispruch aus gleichem Grund seiner beiden Mitangeklagtenwurde ebenfalls nicht zum Verfahren zugelassen. Jury wurde vom Gericht davon überzeugt, daß Scharfschützen des AIM auf sie lauerten, bereit sie jederzeit zu töten. Kurz gesagt war Peltier schon schuldig gesprochen, bevor sein Verfahren überhaupt begonnen hatte.

Die Regierung hat keinerlei Beweise

Die Regierung hat ihre Theorie darüber, wer die Agenten getötet hat, später geändert und muß heute zugeben, daß sie "KEINE AHNUNG HAT, WER DIE AGENTEN GETÖTET HAT". Zu diesem Theorienwechsel kam es während einer späteren Berufungsverhandlung, in der der Richter der Staatsanwaltschaft zu verstehen gab, daß die vorgebrachte Beweislage sich bestenfalls auf Tatumstände bezog. Daraufin argumentierte die Regierungsbehörde, daß sie Leonard sowohl wegen Mord als auch wegen Anstiftung und Beihilfe angeklagt hätte. Der endgültigen Entscheidung des 8th Circuit Court of Appeals (Berufungsgericht), war Peltiers Gerichtsverfahren wie auch die früheren Berufungsverhandlungen geprägt Verwirrungen aufgrund von juristischem Fehlverhalten und Ungehörigkeiten des FBI, das folgende Tatbestände beinhaltete: Nötigung von Zeugen, Leisten von Meineiden, Fabrikation falscher Beweise und der Unterdrückung und Unterschlagung entlastender Beweismittel, die seine Unschuld hätten beweisen können. Das Gericht nannte das Fehlverhalten des FBI "einen klaren Mißbrauch des Untersuchungsprozesses". Trotzdem lehnten sie die Zulassung eines neuen Gerichtsverfahrens für Leonard Peltier ab, weil es "ihnen widerstrebe, weitere Mißbräuchlickeiten ... auf sie (das FBI) zu schieben. Kürzlich wurde entdeckt, daß Leonards eigenem Anwalt während der Berufungsverhandlung ein schrecklicher und folgenschwerer Irrtum unterlaufen war. Hier hatte er fälschlicherweise dem Richter in Bezug auf die Aussagen von Norman Brown zugestimmt. Was sowohl der Richter als auch der Anwalt nicht realisiert hatten, war die Tatsache, daß Norman Brown seine Zeugenaussage widerrufen und ausgesagt hatte, daß er vom FBI zu dieser Aussage genötigt worden war. Des weiteren sagte er aus, daß er Peltier nie in der Nähe der beiden Agenten gesehen habe. Darüber hinaus wissen wir, daß weitere Agenten schon vor dem Schußwechsel in dieser Gegend stationiert worden waren, was in direktem Widerspruch zu ihren Aussagen vor Gericht steht. Dies wurde im September 1975 entdeckt, nachdem die Aufzeichnungen über den geführten Funkverkehr der Oberstaatsanwaltschaft von Süd-Dakota veröffentlicht worden waren. Ein Dokument tauchte auf, in dem bestätigt wird, daß schon beinahe zwei Monate vor dem Schußwechsel eine Planung bestand "durch den Einsatz paramilitärische Maßnahmen die Ordnung auf Indianischem Territorium durchzusetzen", speziell auf der Pine Ridge Reservation. Weiterhin muss angemerkt werden, daß die höchste pro Kopf anzahl von Agenten gegenüber von Zivilisten schon seschs Tage vor dem tragischen Zwischenfall verzeichnet wurde.

Schlußfolgerung

Es ist für jeden, der ein Gewissen hat, klar ersichtlich, daß die Regierung einen Angriff auf das AIM-Lager geplant hatte, möglicherweise in der Hoffnung dadurch die Aufmerksamkeit von einem illegalen Landtransfer abzulenken, vielleicht auch als Möglichkeit die Kommission des Senators Frank Church davon abzuhalten, das Cointelpro Programm des FBI in bezug auf Indigene Kämpfe zu untersuchen. Diese Untersuchung war kurz vor dem Schußwechsel erst initiiert worden. Am darauffolgenden Tag wurde sie wegen "des Todes der beiden Agenten" eingestellt. Anhand der letzten Entwicklungen in Washington DC,die aufzeigen, daß das FBI massiv in das verfälschen und fabrizieren von Beweisen, um Verurteilungen zu erreichen verstrickt ist, wird klar, daß ein besonderes Augenmerk auch auf das vergangene mißbräuchliche Verhalten dieser Organisation von Verbrechern gerichtet werden muss. Anhörungen und Untersuchungen durch den Kongreß sind hierfür dringend nötig!

Neueste Entwicklungen

Während einer Bewährungsanhörung im Dezember 1995 mußte der Vertreter der Strafverfolgungsbehörden der USA, Lynn Crooks,zum wiederholten Male zugeben, daß keinerlei Beweise existieren, die Leonard Peltier belasten. Weiterhin bestätigte er, daß die Regierung ihn niemals wegen Mordes angeklagt hatte, und, falls der Fall Peltier nochmals vor Gericht käme, die Regierung nicht in der Lage wäre, eine Bestätigung des Schuldspruchs zu erreichen. Die Bewährungskommission entschied jedoch, aus welchen Gründen auch immer, Peltier keine Bewährung zu gewähren, weil Peltier weiterhin seine Unschuld beteuert ( sie trafen die Feststellung daß Peltier "keine faktische und spezifische Darstellung seiner Handlungen...im Hinblick auf seine Verurteilung durch die Jury" gegeben habe) und weil er der einzige ist, der schuldig gesprochen wurde. So lächerlich dieses Begründung klingen mag, hat die Entscheidung doch bislang Bestand. Eine Bittstellung um präsidiale Begnadigung bleibt auch weiterhin, 3 Jahre nach Einreichung beim Justizministerium, unbeantwortet. Diese Verzögerung wurde von Regierungsvertretern mit der zeitraubende Sichtung eines komplexen Falles entschuldigt. 1998 MUSS das Jahr der GERECHTIGKEIT für LEONARD PELTIER werden.

FREIHEIT FüR LEONARD PELTIER!

Was Du tun kannst, um zu helfen:

Schreibe, rufe an, faxe oder schicke eine Email an: President William Clinton, The White House, 1600 Pennsylvania Ave, Washington, DC 20500, (202)456-1111 (hit 0 to avoid survey), fax (202)456-2461, president@whitehouse.gov

Tritt einer lokalen UnterstützerInnengruppe bei. Kontaktiere das LPDC für lokale Adressen. Falls keine Gruppe in Deiner Gegend existiert, überlege,eine zu gründen.

Kontaktiere Deine gewählten Volksvertreter und bitte sie den Aufruf zur Begnadigung zu unterstützen.

Bewege lokale Stadträte,genauso wie lokale Organisationen aus dem Bildungs-, kirchlichen-, sozialen- oder kulturellen Bereich dazu, Resolutionen und Proklamationen zu verabschieden.

Kopiere und verteile diese Information.

Weitere Informationen:

Leonard Peltier Defense Committee, PO Box 583, Lawrence, K.S. 66044
phone (785) 842-5774 fax (785)842-5796
email us at: lpdc@idir.net


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