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Home » Archive » Tage der offenen Tür zu Togo - vom 13. bis 27. April 2002 in Bremen

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TOGO: EIN LAND IN 35-JÄHRIGER GEISELHAFT DURCH DEN
DIKTATOR EYADEMA

Tage der offenen Tür zu  Togo - vom 13. bis 27. April 2002 in Bremen

FRANCAIS
Am 27. April 2002 feiert das Land Togo seine 42jährige Unabhängigkeit. Im Laufe dieser 42 Jahre international anerkannter Souveränität hat sich der General Eyadema an die Macht geputscht, die er seit nun mehr 35 Jahren, ungeteilt in seinen Händen hält. 

Im Oktober 1990 starben bei einem Aufstand der togoischen Bevölkerung, bei dem es um die Forderung um Demokratie und die Einhaltung der Menschenrechte ging, 5000 Menschen. Die Folge war ein Flüchtlingsstrom innerhalb Afrikas nach Europa und Amerika.

In Bremen und in anderen Teilen Deutschlands leben politisch verfolgte togoische Flüchtlinge. Leider sind diese trotz der explosiven politischen Lage in Togo tagtäglich von Abschiebung bedroht, obwohl die deutschen Behörden, die staatliche Regierung und Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International durchaus anerkennen, dass in Togo massiv Menschenrechte verletzt und Oppositionelle verfolgt werden.

Im Juli 1999 hat die Opposition und die Präsidentschaftspartei auf Druck der internationalen Gemeinschaft an einer Diskussionsrunde mit dem Titel „inner-togoische Verhandlungen“ teilgenommen, die mit einem Abkommen, dem sogenannten Rahmenvertrag von Lomé (ACL), endeten.

Ziel dieser Verhandlungen sollte es vor allem sein, eine Lösung für die anhaltende sozio-politische Krise zu finden, die das Land ruiniert und der Bevölkerung Unsicherheit, tiefe materielle und wirtschaftliche Armut gebracht hat. Weiter verschärft hat sich die Krise unter anderem auch durch die seit 1993 eingestellten Hilfsleistungen aus Europa.

Am 3. August 2001 wurde dann Me Agboyibo, einer der bekanntesten Oppositionellen des Eyadema-Regimes und einer der Initiatoren und Unterzeichner des Abkommens, zu Unrecht verhaftet und erst am 14. März letzten Jahres, d. h. acht Monate später, wieder frei gelassen.

All diese furchtbaren Tatsachen versetzen die Togoer innerlich in unermeßliche Angst zumal Togo jeden Tag ein Stück mehr in Richtung eines Zivilkrieges driftet, ähnlich wie dies in Sierra Leone und Liberia bereits der Fall ist.

In der gleichen Zeitspanne erfahren die togoischen Flüchtlinge in Deutschland doppeltes Leid: Sie sind zum einen Opfer der Angst, weit weg von dem Land zu leben, dass sich auf Grund des Widerstandes des General Eyadema, einen politischen Wechsel in Richtung Demokratie einzuleiten zu einen gefährlichen Ort entwickelt hat. Zum anderen sind die togoischen Flüchtlinge Opfer des Egoismus und des Mangels an Humanität der bremischen und anderen deutschen Behörden.

Diese Behörden legen ein sehr widersprüchliches Verhalten an den Tag. Sie werfen  dem togoischen Regime vor, dass es kontinuierlich Menschenrechte verletzt und sich nicht bereit zeigt, die Demokratie einzuleiten, gleichzeitig sorgen sie jedoch dafür, dass togoische Asylbewerber abgeschoben oder ihnen ein psychologischer und moralischer Druck zugefügt wird.

Anläßlich der „Tage der offenen Tür“, die sich um die dramatische politische Situation und die Menschenrechte in Togo drehen, fordern wir, die politischen Flüchtlinge in Bremen:
 

  • sofortiger Abschiebestopp für togoische Asylbewerber 
  • Die Anerkennung dieser Asylbewerber, denn dieser Status gibt ihnen die Möglichkeit, sich von der moralischen Folter, der sie täglich durch Polizeiapparat und Behörden zum Opfer fallen, zu befreien
  • Wir fordern die europäische und insbesondere die Presse in Bremen dazu auf, nicht erst darauf zu warten, dass in Togo ein Bürgerkrieg entstanden ist, bevor sie anfängt, über dieses Land zu berichten. Darüber hinaus erwarten wir von ihr, der europäischen Bevölkerung die Gründe für die Anwesenheit von togoischen Flüchtlingen, die bisher zu Unrecht kriminalisiert wurden, deutlich zu machen.
PROGRAMM:

Vom 13. April bis zum 22. April von 16 - 18.00 Uhr: tägliche Mahnwache vor dem Hauptbahnhof Bremen

Donnerstag, 25 April: Kulturdinner mit kulinarischen Spezialitäten aus Togo, um 20.00 Uhr in der Mediencoop, Kulturzentrum Lagerhaus, 3. Etage, Schildstrasse 

Freitag, 26. April 2002: Informationsabend mit Diskussion, Poesie, Trommeln und togoische Spezialitäten um 20. 00 Uhr, Galerie Cornelius Hertz, 
Richard-Wagner- Strasse 22 

Themen:
1. Warum verhindert Eyadema, der seit vierzig Jahren die über die ungeteilte Macht verfügt, freie Wahlen in Togo? 
2. Diktatur und Voranschreiten der Krankheit  Aids in Togo
3. Die togoische Frau und der Kampf um Demokratie
4. Deutschland, Bremen im Besonderen und die togoischen Flüchtlinge

Samstag, 27. April 2002: Demonstration vor dem Radio- und TV-Sender Bremen, Treffpunkt um 11.00 Uhr vor Radio Bremen 
 

Interessierte sind herzlich eingeladen teilzunehmen!

organisiert von: 
Togoische Flüchtlingen in Bremen und Internationaler Menschenrechtsverein Bremen (IMRV)