| Am 27. April 2002 feiert das Land Togo seine
42jährige Unabhängigkeit. Im Laufe dieser 42 Jahre international
anerkannter Souveränität hat sich der General Eyadema an die
Macht geputscht, die er seit nun mehr 35 Jahren, ungeteilt in seinen Händen
hält.
Im Oktober 1990 starben bei einem Aufstand
der togoischen Bevölkerung, bei dem es um die Forderung um Demokratie
und die Einhaltung der Menschenrechte ging, 5000 Menschen. Die Folge war
ein Flüchtlingsstrom innerhalb Afrikas nach Europa und Amerika.
In Bremen und in anderen Teilen Deutschlands
leben politisch verfolgte togoische Flüchtlinge. Leider sind diese
trotz der explosiven politischen Lage in Togo tagtäglich von Abschiebung
bedroht, obwohl die deutschen Behörden, die staatliche Regierung und
Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International durchaus anerkennen,
dass in Togo massiv Menschenrechte verletzt und Oppositionelle verfolgt
werden.
Im Juli 1999 hat die Opposition und die Präsidentschaftspartei
auf Druck der internationalen Gemeinschaft an einer Diskussionsrunde mit
dem Titel „inner-togoische Verhandlungen“ teilgenommen, die mit einem Abkommen,
dem sogenannten Rahmenvertrag von Lomé (ACL), endeten.
Ziel dieser Verhandlungen sollte es vor allem
sein, eine Lösung für die anhaltende sozio-politische Krise zu
finden, die das Land ruiniert und der Bevölkerung Unsicherheit, tiefe
materielle und wirtschaftliche Armut gebracht hat. Weiter verschärft
hat sich die Krise unter anderem auch durch die seit 1993 eingestellten
Hilfsleistungen aus Europa.
Am 3. August 2001 wurde dann Me Agboyibo,
einer der bekanntesten Oppositionellen des Eyadema-Regimes und einer der
Initiatoren und Unterzeichner des Abkommens, zu Unrecht verhaftet und erst
am 14. März letzten Jahres, d. h. acht Monate später, wieder
frei gelassen.
All diese furchtbaren Tatsachen versetzen
die Togoer innerlich in unermeßliche Angst zumal Togo jeden Tag ein
Stück mehr in Richtung eines Zivilkrieges driftet, ähnlich wie
dies in Sierra Leone und Liberia bereits der Fall ist.
In der gleichen Zeitspanne erfahren die togoischen
Flüchtlinge in Deutschland doppeltes Leid: Sie sind zum einen Opfer
der Angst, weit weg von dem Land zu leben, dass sich auf Grund des Widerstandes
des General Eyadema, einen politischen Wechsel in Richtung Demokratie einzuleiten
zu einen gefährlichen Ort entwickelt hat. Zum anderen sind die togoischen
Flüchtlinge Opfer des Egoismus und des Mangels an Humanität der
bremischen und anderen deutschen Behörden.
Diese Behörden legen ein sehr widersprüchliches
Verhalten an den Tag. Sie werfen dem togoischen Regime vor, dass
es kontinuierlich Menschenrechte verletzt und sich nicht bereit zeigt,
die Demokratie einzuleiten, gleichzeitig sorgen sie jedoch dafür,
dass togoische Asylbewerber abgeschoben oder ihnen ein psychologischer
und moralischer Druck zugefügt wird.
Anläßlich der „Tage der offenen
Tür“, die sich um die dramatische politische Situation und die Menschenrechte
in Togo drehen, fordern wir, die politischen Flüchtlinge in Bremen:
-
sofortiger Abschiebestopp für togoische
Asylbewerber
-
Die Anerkennung dieser Asylbewerber, denn dieser
Status gibt ihnen die Möglichkeit, sich von der moralischen Folter,
der sie täglich durch Polizeiapparat und Behörden zum Opfer fallen,
zu befreien
-
Wir fordern die europäische und insbesondere
die Presse in Bremen dazu auf, nicht erst darauf zu warten, dass in Togo
ein Bürgerkrieg entstanden ist, bevor sie anfängt, über
dieses Land zu berichten. Darüber hinaus erwarten wir von ihr, der
europäischen Bevölkerung die Gründe für die Anwesenheit
von togoischen Flüchtlingen, die bisher zu Unrecht kriminalisiert
wurden, deutlich zu machen.
| PROGRAMM:
Vom 13. April bis zum 22. April von 16
- 18.00 Uhr: tägliche Mahnwache vor dem Hauptbahnhof Bremen
Donnerstag, 25 April: Kulturdinner mit
kulinarischen Spezialitäten aus Togo, um 20.00 Uhr in der Mediencoop,
Kulturzentrum Lagerhaus, 3. Etage, Schildstrasse
Freitag, 26. April 2002: Informationsabend
mit Diskussion, Poesie, Trommeln und togoische Spezialitäten um 20.
00 Uhr, Galerie Cornelius Hertz,
Richard-Wagner- Strasse 22
Themen:
1. Warum verhindert Eyadema, der seit
vierzig Jahren die über die ungeteilte Macht verfügt, freie Wahlen
in Togo?
2. Diktatur und Voranschreiten der Krankheit
Aids in Togo
3. Die togoische Frau und der Kampf um
Demokratie
4. Deutschland, Bremen im Besonderen und
die togoischen Flüchtlinge
Samstag, 27. April 2002: Demonstration
vor dem Radio- und TV-Sender Bremen, Treffpunkt um 11.00 Uhr vor Radio
Bremen
Interessierte
sind herzlich eingeladen teilzunehmen!
organisiert von:
Togoische Flüchtlingen in Bremen
und Internationaler Menschenrechtsverein Bremen (IMRV) |
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