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Home » Archive » Kurdischer Schriftsteller Muhammed Hamo verhaftet - Verhaftungswelle gegen Intellektuelle und Menschenrechtler in Syrien

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Bonn, den 10. September 2001
Pressemitteilung der Internationaler Verein für Menschenrecht der Kurden - IMK e.V.
 

Kurdischer Schriftsteller Muhammed Hamo in Syrien verhaftet -
Verhaftungswelle gegen Intellektuelle und Menschenrechtler in Syrien
Nach Informationen des kurdischen PEN-Zentrums (Mitglied des Internationalen PEN-Zentrums) befindet sich der 40-jährige kurdische Schriftsteller Muhammed Hamo seit dem 29. August 2001 in Syrien im Gefängnis.
Mohammed Hamo, ein bekannter Autor von Gedichten, Kurzgeschichten und Bühnenstücken in kurdischer Sprache, ist Mitglied des Gründungskomitees des kurdischen PEN-Zentrums in Syrien. Er wurde erstmals 21. März 1986 festgenommen. Im April 1994 wurde er wieder in Gewahrsam genommen. Kurze Zeit nach seiner Entlassung überfielen Angehörige des militärischen Nachrichtendienstes seine Buchhandlung und beschlag-nahmten Bücher über kurdische Literatur und Kultur. Sie nahmen Hamo mit nach Damaskus, wo er 195 Tage lang inhaftiert wurde. Da er die Publikation in Kurdisch fortsetzte, wurde er durch die Direktion des politischen Nachrichtendienstes am 25.9.1999 erneut festge-nommen. Seine Bücher wurden wieder beschlagnahmt und er wurde über 6 Monate in den Gefängnissen von Aleppo und Damaskus in Haft gehalten.

Hamo ist einer der Betroffenen einer gegen Bürger- und Menschenrechtler, Intellektuelle und Parlamentarier gerichteten Verhaftungswelle, die zur Zeit über Syrien rollt. Haitham Maleh, Leiter der syrischen Menschenrechtsgesellschaft, gab die Verhaftung der beiden Ärzte Walid el Bouni und Kamal el Labwani, der unabhängigen Parlamentarier Maamun el Homsi und Riad Seif sowie des 71-jährigen ehemaligen Kommunistenführers Riad el Turk bekannt.

Die Regierung in Damaskus warnte Intellektuelle und Oppositionelle vor weiteren "Angriffen auf die Verfassung und die nationale Einheit". Nach Angaben der arabischen Zeitung "Al-Hayat" soll in Damaskus eine Art Schwarze Liste mit den Namen von 30 Intellektuellen kursieren, die der regierungsfeindlichen Agitation verdächtigt werden.
Syrische Menschenrechtler hoffen, dass die jüngsten Verhaftungen nicht von Assad selbst, sondern von konservativen Kräften innerhalb des Geheimdienst- und Sicherheitsapparats angeordnet wurden.

Zur Verhaftung von Hamo und zur Verhaftungswelle in Syrien erklärt Abubekir Saydam, Direktor des Internationalen Vereins für Menschenrechte der Kurden e.V.:

"Wir sind sehr besorgt über die Nachricht von der Verhaftung von Mohammed Hamo. Er hat lediglich in seiner Muttersprache Kurdisch seine Schriften verfasst und Bücher veröffentlicht. Mit seiner erneuten Haft will die syrische Regierung ihn zum Schweigen bringen. Das ist eine eklatante Menschenrechtsverletzung. Wir rufen die Organisationen, die sich für das Menschenrecht der Meinungsfreiheit einsetzen, auf, die Freilassung von M. Hamo zu fordern. Wir fordern den syrischen Staatspräsidenten, S.E. Herrn Baschar el Assad, auf, die Freilassung von M. Hamo und den anderen Verhafteten zu veranlassen und den politischen Rahmen für die freie, ungehinderte Meinungsfreiheit in Syrien zu schaffen."

Quelle: Internationaler Verein für Menschenrechte der Kurden - IMK e.V.

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