go to content (skip navigation)
Home
Lang:  Country: 
Urgent Campaigns

Background

Links

Archive



Search Search



Information by
Topic
Country



Info Info

Kontakt Kontakt

Impressum Impressum

/

Home » Archive » Abschiebung nach Sri Lanka zu jedem Preis. Saleserajah in Abschiebehaft

[!]
Archived Documents
This part of the Website is not constantly maintainced any longer. Documents can lead to missing links and the drop-down selection of your favourite language does not work.

Abschiebung nach Sri Lanka zu jedem Preis
Erneut Tamile in Bremen in Abschiebehaft

 
Erfolg

Amaladas Saleserajah ist frei !

Die für Freitag, den 26. Oktober 2001 angesetzte Abschiebung nach Sri Lanka konnte verhindert werden. Zur Zeit liegt ein Folgeantrag beim Bundesamt vor. 

Saleserajah blieb unterdessen bis Montag, den 29. Oktober  weiterhin in Haft.

Sein Gesundheitszustand kam zwischenzeitlich in einen äusserst bedenklichen Zustand, weil er sich seit seiner Verhaftung am Montag, den 22. 10. 2001 auf der Bremer Ausländerbehörde, bis zu seiner Freilassung in einem Hungertreik befand. Er wurde am Freitag einem Amtsarzt vorgeführt, und daraufhin  ins JVA- Krankenhaus nach Lingen gebracht, bis er am Montag nach Bremen zurückgebracht und dort entlassen wurde.

Sein Gesundheitszustand ist weiterhin sehr angeschlagen.

Zur Sri Lanka Seite:
 

Bremen, 21. 10. 2001

 Nur vier Tage nachdem der Tamile Sinniah Ravichandran aus der Abschiebehaft unter der Prämisse, mit einem von ihm selbst bezahlten Flugticket nach Colombo am 5. November „freiwillig“ auszureisen – sich quasi selbst abzuschieben, aus der Haft entlassen wurde, wurde heute Morgen auf der Bremer Ausländerbehörde mit Amaladas Saleserajah ein weiterer Tamile in Abschiebehaft genommen. Bereits diesen Freitag, den 26. 10. 2001 soll er abgeschoben werden.

Nachdem in den vergangenen Monaten zahlreiche Versuche der Bremer Behörden Tamilen nach Sri Lanka abzuschieben, an den Protesten der tamilischen Flüchtlinge, mit denen es ihnen gelungen ist, in Bremen die erschreckende Menschenrechtslage Sri Lankas publik zu machen, scheiterten, sehen sie sich jetzt in die Pflicht genommen, den rückständigsten Schichten der deutschen Gesellschaft unter Beweis stellen zu müssen, dass sie durchaus die Härte aufbringen können, Flüchtlinge trotz eindeutiger Gefährdungslage abzuschieben. Sie spekulieren darauf, dass es aufgrund der chaotischen Zustände in Sri Lanka nicht mehr möglich sein wird, das Schicksal von Amaladas Saleserajah weiterzuverfolgen, um dann schrittweise immer mehr Tamilen nach Sri Lanka abzuschieben und die tamilischen Flüchtlinge in Bremen dazu zu zwingen Deutschland von sich aus zu verlassen, um der wahrscheinlichen Abschiebung nach Sri Lanka zu entgehen.

Amaladas Saleserajah hat jetzt das Pech, als „Versuchskaninchen“ für Abschiebungen nach Sri Lanka herhalten zu müssen. Dabei musste er miterleben, wie seine Heimatstadt Jaffna, in der er bis Mitte der 90er Jahre als Fischer gelebt hatte, auf grausame Weise von der srilankischen Armee eingenomme und rund 500.000 Menschen in die Flucht getrieben wurden. Auch er musste Jaffna verlassen und lebte dann für kurze Zeit in Maniyam Toddam, einem Camp der LTTE, wo er für die LTTE Arbeiten verrichtete. Nachdem dieser Ort jedoch auch unter die Kontrolle der srilankischen Armee fiel, wurde er festgenommen. Nach einigen Monaten gelang ihm glücklicherweise die Flucht aus der Haft und ein Verwandter organisierte ihm die Flucht aus Sri Lanka nach Deutschland.

Wenn Saleserajah jetzt nach Sri Lanka abgeschoben wird, unterliegt er der Gefahr, erneut festgenommen und misshandelt zu werden. Der sogenannte "Emergency Passport" mit dem er abgeschoben werden soll, gilt nur für die einmalige Einreise in das Land, wird aber von den
Behörden und den auch in der angeblich sicheren Fluchtalternative Colombo überall präsenten Kontrollposten nicht als gültiges Personalpapier anerkannt. Ein Tamile, der sich gegenüber den srilankischen Sicherheitskräften nicht ausweisen kann, gilt generell als verdächtig und wird verhaftet.

In einer kritischen Stellungnahme zu dem letzten Lagebericht des Auswärtigen Amtes über Sri Lanka warnte Amnesty International schon im Januar 2001 davor, dass Tamilen (Abgeschobene und Inlandsflüchtlinge), die Narben auf der Haut haben, einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, "Opfer von Menschenrechtsverletzungen durch die Sicherheitskräfte und mit ihnen operierenden paramilitärischen Kräften zu werden".

Kurz nach dem Angriff der LTTE auf den Katunayake-Flughafen nahe Colombo am 24. Juli 2001 warnte das Auswärtige Amt deutsche Urlauber vor Reisen nach Sri Lanka. Die erste geplante Abschiebung von dem Bremer Tamilen Kugananthan am 8. August 2001 scheiterte, da die BGS-Direktion ihre Beamten bei einer Begleitung des Tamilen gefährdet sah. Tamilischen Asylsuchenden werden demnach die Zustände im Bürgerkriegsland Sri Lanka zugemutet, den begleitenden BGS-Beamten hingegen nicht einmal eine Stippvisite! Seither wurden im Grossraum Colombo, der sogenannten inländischen Fluchtaltenative, mehrere hundert Tamilen bei Razzien in tamilischen Wohngegenden und an Personenkontrollpunkten verhaftet. Diese Massenverhaftungswelle dauert noch immer an…

Bitte setzen Sie sich für die Bremer Tamilen ein, die von Abschiebung bedroht sind !
Fordern Sie von dem Bremer Senat für Inneres, Kultur und Sport die Aussetzung der Abschiebung von Amaladas Saleserajah und einen längst überfälligen Bremer Abschiebstop nach Sri Lanka gemäß § 54 AuslG!

Senator für Inneres, Kultur und Sport
Herrn Kuno Böse
Contrescarpe 22/24
28203 Bremen
Tel. 361-9005
Fax 361-9009

Bitte senden sie eine Kopie ihres Schreibens an den Internationalen Menschenrechtsverein.
Münchener Straße 17
28215 Bremen
Fax: (0421) 5577094
mail@humanrights.de
 
 

Kundgebung
für einen Bremer Abschiebestop nach Sri Lanka
vor dem Abschiebegefängnis
Polizeipräsidium in der Vahr
Mi 23. 10. 2001, 15 Uhr