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Home » Archive » Senegalesin wurde von Polizei in Aschaffenburg erschossen

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Die Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen
Die deutsche Polizei hat eine afrikanische Frau,
Mutter von zwei Kindern getötet.

Es ist am Samstag 14 Juli in Aschaffenburg (Bayern/Süd Deutschland) passiert. Die getötete Frau heisst Ndeye Marame FARR, kommt aus dem Senegal und war 26 Jahre alt.

Hintergrund ist ein Streit zwischen ihr und ihrem Ehemann, einem weißen Deutschen, der in der Nacht gegen 2.30 Uhr die Polizei gerufen hat, um seine Frau aus der Wohnung werfen zu lassen. Die Frau war in die Wohnung ihres Ehemannes gekommen, weil sie den zweijährigen Sohn abholen wollte, der einige Tage zuvor von dem Mann entführt wurde. Zuvor hatte sie die Polizei vergeblich um Hilfe bei der Abholung ihres Kindes gebeten. Aber als der Mann die Polizei anrief, waren sofort 2 Beamte zur Stelle. Als sie auftauchten und sofort Partei für den Ehemann ergriffen hatten, kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen den zwei Polizeibeamten und der 26-jährigen Afrikanerin. Im Verlauf dieser Auseinandersetzung zog einer der Polizisten seine Dienstwaffe und erschießt die Frau, die wenig später im Klinikum Aschaffenburg gestorben ist.

Jetzt kriminalisiert die Polizei die getötete Marame in dem sie die Frau als "gewalttätig", aggressiv und "physisch ihrem Ehemann überlegen" darstellen und behauptet, dass die Polizeibeamten sie aus "Nothilfe" erschossen hätten. Wir akzeptieren diese Lüge und Manipulationen nicht und fordern die Wahrheit, die Bestrafung der Täter dieses Verbrechens und Wiedergutmachung für die betroffene Familie.

Dafür veranstaltet die Black Community in der BRD in Zusammenarbeit mit MigrantInnen und Flüchtlingsorganisationen verschiedenster Nationalitäten eine
 

Bundesweite Demonstration
am Samstag, 8. September 2001
ab 12:00 Uhr
in Aschaffenburg
Kontakt : 0170-8643556 (Sipua)

Die deutsche Presse, Fernsehen und Radios berichten überhaupt nicht über dieses rassistische Verbrechen. Aber wenn einE AusländerIn hier etwas falsch macht, werden die deutschen Medien und Politikern es in der ganzen Welt erzählen und diesen Vorfall missbrauchen um AusländerInnen zu kriminalisieren und zu verteufeln. Die wenigen deutschen Medien die über diese Tötung berichten, nehmen einfach die Aussagen der Polizei in Kauf und wollen nicht, dass die Black Community die Wahrheit und die Bestrafung der Täter fordert.
 

V.i.S.d.P.: Black Students' Organisation, SOS Struggles of Students, African Refugees Association,-ARA, Initiative Schwarze Deutsche-ISD.
Königstr. 54, D-22767 Hamburg.


Samstag, 14. Juli 2001

Eine Frau aus dem Senegal wurde von der Aschaffenburger Polizei erschossen

Hintergrund ist nach Aussagen der Polizeidirektion Aschaffenburg ein Streit zwischen einem in Trennung lebenden Ehepaar in der Aschaffenburger Schlossgasse. Der Ehemann, ein weißer Deutscher, hatte in der Nacht gegen 2.30 Uhr die Polizei gerufen, um seine Frau aus der Wohnung werfen zu lassen.

Die Frau war in die Wohnung ihres Ehemannes gekommen, weil sie den zweijährigen Sohn abholen wollte, der einige Tage bei seinem Vater verbracht hatte. Der Sohn war aber bei den Eltern des Ehemannes. Als die Polizei auftauchte und sofort Partei für den Ehemann ergriffen hatte, kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen den zwei Polizeibeamten und der 26-jährigen Frau.

Im Verlauf dieser Auseinandersetzung zog einer der Polizisten seine Dienstwaffe und erschoss die Frau, die nach notärztlicher Versorgung vor Ort wenig später im Klinikum Aschaffenburg gestorben ist. Nach ersten Recherchen haben wir von der Polizei erfahren, dass die Ermittlungen von der Kripo in Würzburg ("Kommissariat für Tötungsdelikte und Leichensachen") geleitet werden. Die Unterlagen und sämtliche Ermittlungsprotokolle sind derzeit "nicht pressefrei!". Weiterhin wurde uns mitgeteilt, dass die Polizei von "Notwehr" ausgeht und der Polizeibeamte, der die 26-jährige Frau ermordet hat, nicht vom Dienst suspendiert wurde, sondern weiterhin seinen Dienst bei der Polizei in Aschaffenburg leisten kann. Aufgrund dieser schockierenden Informationen haben wir uns entschlossen, eine breite Mobolisierungs- und Solidarisierungskampagne zu starten. Folgende Inhalte sollen im Rahmen der Kampagne deutlich gemacht werden:

- Es muss eine umfassende Aufklärung zum Mord an unserer Schwester erfolgen und alle beteiligten Polizeibeamten müssen zur Rechenschaft gezogen werden.

- Die politische Verantwortung für den Todesfall muss durch das Innenministerium des Freistaates Bayern übernommen werden.

- Die Kosten der Überführung des Leichnams in den Senegal und alle Kosten für die Trauerfeierlichkeiten im Senegal und in Deutschland müssen von der Bundesrepublik Deutschland getragen werden.

- Wir fordern eine umfassende Aufarbeitung von rassistischem Gedankengut bei allen staatlichen Strukturen und in der deutschen Gesellschaft ganz allgemein mit dem Ziel, ein gleichberechtigtes Leben von allen Menschen, egal welcher Herkunft und Hautfarbe in Deutschland zu ermöglichen.

Im Gedenken an unsere ermordete Tochter, Schwester und Mutter N'DEYE Marèame FARR.

Trauer- und Demonstrationszug:

Datum: Sonntag, 22. Juli 2001
14 Uhr

Demonstrationsverlauf:

14.00 Uhr: Auftaktkundgebung am Bahnhof in Aschaffenburg, 15.00 Uhr: Kundgebung vor dem Rathaus Aschaffenburg, 15.30 Uhr: Kundgebung vor dem Polizeikommissariat, 16.00 Uhr: Abschlusskundgebung vor dem Haus der Ermordung von N'Deye Marèame FARR (Schlossgasse)

V.i.S.d.P.: Black Students' Organisation, SOS Struggles of Students, African Refugees Association, Initiative Schwarze Deutsche
Infos: Tel.: 0170-8643556; Fax.: 07231-569877