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Die Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen lädt ein
 

Informations- und Diskussionsveranstaltung

zur aktuellen Situation in Nigeria

am Freitag, den 6. Oktober, um 19.00 Uhr
im Bauhof/Frankische Stiftung in Halle (Nähe Frankenplatz/Steinstraße)

und zur Kampagne gegen die Abschiebung des nigerianischen Flüchtlings Adebayo Alabi


 Adebayo Alabi spielte insbesondere als Mitglied der Campaign for Democracy (CD) und des Oodua Peoples Congress (OPC) im Kampf gegen die Militärdiktatur unter General Sani Abacha in Nigeria eine aktive Rolle. Im Frühjahr 1998 wurde er während einer Demonstration verhaftet und im Polizeigewahrsam gefoltert. Anfang Juni 1998 gelang ihm die Flucht nach Deutschland. Weil er sein Schicksal nicht "anschaulich genug" schilderte, unterstellten ihm Bundesamt und Gerichte pauschal Unglaubwürdigkeit und lehnten sein Asylgesuch ab. Obwohl noch eine Klage vor dem Verwaltungsgericht Magdeburg läuft, kann er jeder Zeit abgeschoben werden - zurück in Folter und Verfolgung .

Seit der Regierungsübernahme im Mai 1999 durch Generral Olusegun Obasanjo bauen die westlichen Regierungen und Multinationalen Konzerne ihre ökonomischen Beziehungen zu Nigeria weiter aus und beeilen sich das Krisen geschüttelte Land für seine demokratische Entwicklung loben. Tatsächlich hat sich jedoch fast nichts geändert: Hinter der zivilen Fassade Obasanjos regiert nach wie vor das Militär.

Erst kürzlich gingen die Bilder um die Welt, als der Staatspräsident das Militär in die Stadt Odi im Nigerdelta einmarschieren ließ, weil sich die Bevölkerung gegen Ausbeutung und Umweltverschmutzung gewehrt hatte. Das gesamte Dorf wurde dem Erdboden gleich gemacht; wer nicht fliehen konnte wurde von Soldaten massakriert, die der Präsident befohlen hatte. An Odi wurde ein Exempel statuiert: die nigerianische Regierung wollte den westlichen Ölfirmen zeigen, dass sie in der Lage ist, in dem ölreichen Nigerdelta für Ruhe und Ordnung zu sorgen.

Im Widerstand gegen die Miltärdiktatur spielte der OPC, dem auch Adebayo angehört, eine führende Rolle und wurde zum Wegbereiter der Kampagne für Demokratie und Selbstbestimmung. Der Kampf des OPC gefährdet die alte Machtelite, die trotz Obasanjos Regierungsantritt weitestgehend unangetastet blieb. Das hat eine rigorose Verfolgung des OPCs zur Folge, die selbst von deutschen Gerichten nicht bestriten wird. Im November 1999 gab Obasanjo der Polizei die skandalöse Anweisung, OPC-Mitglieder und Sympathisanten, die sich der Verhaftung entziehen, auf der Stelle zu erschießen. Er wiederholte diese Anweisung in einem BBC-Interview am 17. 9. 00. Menschenrechtsorganisationen beklagen seitdem zahlreiche von Polizeikräften begangene Ermordungen und Verhaftungen.
Ohne Zweifel ist Adebayo Alabi gerade auch wegen seiner aktiven Mitgliedschaft beim OPC gekoppelt mit seinen exilpolitischen Aktivitäten bei einer zwangsweisen Rückkehr nach Nigeria erheblich gefährdet.

Wir laden Sie ein, mit uns über die jüngsten Geschehnisse in Nigeria und über die Weiterführung der Kampagne für Adebayo Alabi zu diskutieren.

Dr. Anthony Edeh (Internationaler Menschenrechtsverein Bremen)
die Rolle der Multinationalen Ölkonzerne und wirtschaftlichen Interessen der westlichen Länder in Nigeria

Theophilus Emiowele Osezua (The Voice Africa Forum, UDFN)
Asylantrag ”unbegründet” - Abschiebung nach Nigeria

 Sunny Omwenyeke (The Voice Africa Forum)
Der Oodua Peoples Congress und die Macht des Militärs und der Kampf um Demokratie und Selbstbestimmung

außerdem wird es einen kurzen Filmbeitrag geben...
 
 

Helfen Sie mit, die geplante Abschiebung des nigerianischen Exil-Oppositionellen Adebayo Alabi zu verhindern:

Bitte schreiben Sie höflich formulierte Faxe oder Briefe, wenn möglich bis zum 20. 10. 00 (Anhörungstermin vor dem VWG) an untenstehende Adressen. Bitten Sie das Verwaltungsgericht, die politische Verfolgung Adebayo Alabis durch die nigerianischen Behörden anzuerkennen. Weisen Sie auf die Gefahren hin, die ihm im Falle einer Abschiebung in Nigeria drohen. Fordern Sie den Innenminister von Sachsen Anhalt Herrn Dr. Manfred Püchel seinen Einfluß geltend zu machen und einen Abschiebeschutz für Adebayo Alabi auszusprechen.

Verwaltungsgericht Magdeburg , zu Händen Richter Wagner,Fax: 0391-6067032

Innenministerium des Landes Sachsen-Anhalt, zu Händen Herrn Dr. Manfred Püchel, Halberstädter Straße 2, 39112 Magdeburg, Fax: 0391-567 55 20

Bitte schicken Sie auch eine Kopie Ihres Schreibens an den Internationalen Menschenrechtsverein: