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Home » Archive » Nigerianischer Oppositioneller akut von Abschiebung bedroht:

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Nigerianischer Oppositioneller akut von Abschiebung bedroht:
Adebayo Alabi
,führendes Mitglied des "The Voice Africa Forum" und der "Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen" soll nach Nigeria abgeschoben werden! 

Was passierte im Gericht ?
 
"...ich war fast eine Woche inhaftiert. Die Polizei hat uns verhört. Sie haben mich gefragt, ob ich Mitglied der Organisation der Campaign for Democracy sei. Man fragte mich, was ich bisher für sie gemacht habe. (...) schon bei der Verhaftung spürte ich etwas Hartes im Nacken und verlor dann das Bewußtsein. Als ich aufwachte, befand ich mich in der Polizeistelle. Ich war total nackt, weil man mich ausgezogen hatte. Bevor sie uns zum Verhör brachten, malträtiertensie uns mit Schlägen. Ich habe mich erst geweigert zu antworten. Dann haben sie mich mit den Händen an die Decke gehängt (...). Bei der Folter war mein Bein ausgerenkt. Das Knie war ganz dick. Als ich dann noch im Gefängnis saß, habe ich gehört, dass man unsere Funktionäre schon freigelassen hatte. Diese haben sich um unsere Freilassung bemüht. Alle zusammen haben dann wohl bewirkt, dass ich auch frei gelassen wurde...."
Auszug der Anhörung Adebajos vor dem Bundesamt; am 3. März 1998 wurde Adebajo Alabi bei einer Demonstration in Nigeria, die sich gegen das Abacha-Regime richtete, verhaftet.

Seit seiner Studienzeit in den frühen 80-er Jahren ist Adebayo Alabi ein engagierter Aktivist für Demokratie und Menschenrechte. Während der Proteste der nigerianischen Oppositionsbewegung im Frühjahr 1998 – kurz vor dem Ableben des Miltärdiktators Sani Abacha - , an denen er sich als Mitglied der "Campaign for Democracy" (CD) beteiligte, wurde er inhaftiert und gefoltert. Im Mai 1998 gelang ihm die Flucht nach Deutschland. Noch heute leidet er an den physischen und psychischen Folgen der Folter. 

Auch in Deutschland setzte Adebayo Alabi seine politischen Aktivitäten fort. In der "Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen" und der Flüchtlingsorganisation "The Voice Africa Forum" hat er sich durch seinen unermüdlichen Einsatz hervorgetan. 

Er ist Vertreter des "Oodua Peoples Congress (OPC)" in Deutschland, der in Reaktion auf die grausame Militärdiktatur unter Abacha gegründet worden ist und sich für die Interessen und Rechte des Volksstammes der Yoruba einsetzt. 

Trotz seiner zahlreichen Aktivitäten und der Verfolgung, die ihm in Nigeria droht, wollen die deutschen Behörden Adebajo Alabi abschieben. Bundesamt und Gerichte unterstellen ihm Unglaubwürdigkeit. Seine Foltererfahrungen werden im Asylverfahren erst gar nicht berücksichtigt. Wie die Asylanträge der meisten nigerianischen Flüchtlinge wurde auch sein Asylbegehren pauschal abgelehnt. Es finden mehr und mehr Abschiebungen in das kurz vor einem Bürgerkrieg stehende westafrikanische Land statt. Hintergrund dieser Abschiebewelle ist vor allem auch ein Wandel in den deutsch-nigerianischen Beziehungen. 

 
Seit der Regierungsübernahme durch Olesegun Obasanjo im Mai 1999 proklamieren westliche Politiker, dass sich Nigeria auf dem Weg zur Demokratie befindet. Um seine wirtschaftlichen Interessen in Nigeria ungestört verfolgen zu können und wirtschaftliche Zusammenarbeit und Investitionen nicht zu gefährden, ignoriert die deutsche Regierungwohlwissend die anhaltenden Menschenrechtsverletzungen durch das nigerianische Regime.

Erst kürzlich gab Staatspräsident Obasanjo der Polizei die skandalöse Anweisung, Mitglieder des OPC auf der Stelle zu erschiessen. Mehrere Dokumentationen belegen einen Anstieg von Polizei-Brutalität gegenüber OPC-Mitgliedern. Auch sind Fällle bekannt geworden, in denen OPC-Mitglieder von Sicherheitskräften ermordet wurden oder kurz nach der Fesatnahme einfach verschwanden.

 Im Mai ist Adebajos Asylfolgeantrag vom Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge, abgelehnt worden. Nun entscheidet das Verwaltungsgericht Magdeburg über sein weiteres Schicksal.

Protestieren Sie gegen die geplante Abschiebung des nigerianischen Exil-Oppositionellen Adebayo Alabi, und fordern Sie das Verwaltungsgericht auf, die politische Verfolgung Alabis durch die nigerianischen Behörden anzuerkennen. 
Bitte schreiben Sie höflich formulierte Faxe oder Briefe an folgende Stellen: 

Verwaltungsgericht Magdeburg

zu Händen Richter Wagner
Fax: 0391-6067032 Innenministerium des Landes Sachsen-Anhalt
Halbehrstädter Straße 2, 39112 Magdeburg
Fax: 0391-567 55 20

Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge
Außenstelle Halberstadt
Friedrich-List-Str. 3
38820 Halberstadt
Fax: 03941- 676 199

Ausländerbehörde Hohenmölsen
Landkreis Weißenfels
Fax:03444-143480

Bitte schicken Sie auch eine Kopie Ihres Schreibens an unten stehende Adresse: 

Mahnwache gegen die Abschiebung von Adebayo Alabi am 19. Oktober
Informations- und Diskussionsveranstaltung zur aktuellen Situation in Nigeria am 6.Oktober in Halle