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Human Rights and People's War in Nepal - Human Rights - Politics/Ideology - News and Reports - Links - Italiano
Was werden Sie im Nepal
Pavillon zu sehen bekommen...
Ein Besucher des Nepal-Pavillons auf der
Expo wird einen vollständig aus Holzschnitzereien gefertigten Tempel
vorfinden. Darin befindet sich eine buddhistische Gumba mit zwei Augen
für Gerechtigkeit. Die Botschaft des Nepal-Pavillons der Regierung
und deren GeschäftspartnerInnen lautet: „Zusammenleben auf dem Dach
der Welt in Toleranz und Universalität". Nepal preist sich selbst
als touristisches Paradies an.
Nepal scheint in der Tat wie geschaffen
für Tourismus. Schöne Landschaften, in denen die höchsten
Berge der Welt zu finden sind, und eine vielfältige und reichhaltige
Kultur laden ein, das Land zu bereisen. Tatsächlich ist der Tourismus
in Nepal inzwischen zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor geworden. 22%
des Staatshaushaltes werden bereits durch den Tourismus erzielt, und die
Regierung versucht die Zahl der TouristInnen zu steigern. Wie auf der Expo
zu sehen ist, werden kulturelle Attraktionen wie hinduistische und buddhistische
Tempel als Werbeträger für Tourismus genutzt. Die
Frage stellt sich jedoch, was auf der Expo gezeigt wird. Welche Formen
der Toleranz und der Universalität existieren in Nepal wirklich? Auf
der Nepalseite der Expohomepage heißt es stolz: „Nepal ist das einzige
Königreich auf der Welt, das aus Tradition einen Hindu- Monarchen
hat.„
Hinter der farbenfrohen
Fassade
Aufgrund seiner natürlichen Resourcen
wäre Nepal eigentlich eines der reichsten Länder der Welt. Trotzdem
gilt es als das zweitärmste Land der Welt. Wie kann ein solcher Widerspruch
möglich sein ?
Es ist deshalb möglich, weil die
reiche und korrupte Elite an der Macht in Nepal immer reicher wird, während
die Mehrheit der Bevölkerung in Armut belassen wird. Die Kultur, die
im Namen Nepals auf der Expo gezeigt wird, ist das kulturelle Symbol mittelalterlicher
und barbarischer Praktiken, die Großgrundbesitzern das Recht gewährt
Sklaven zu halten, die Frauen die Rolle als Eigentum der Männer zuschreibt,
die andere Nationalitäten unterdrückt und die das Kastenwesen,
das die ‘niedrigen´ Kasten ausgrenzt, festigt. Die
Realität Nepals als ein multinationales, mehrsprachiges Land mit vielen
Religionen wird auf der Expo zu einer farbenfrohen Glorifizierung
der herrschenden Kultur. Es gibt in Nepal mehr als zwanzig nationale Minderheiten,
die unterdrückt werden und die unter den Folgen einer zwangsweisen
Hinduisierung leiden. Die Expo macht einen Hohn aus der traurigen Tatsache,
Nepal könne das einzige Königreich auf der Welt sein, in dem
es der Monarch als sein göttliches Recht betrachtet, das Volk zu versklaven.
Die deutsche Gesellschaft
für Technische Zusammenarbeit (gtz) gibt eine offene Einladung zur
Plünderung heraus
Wenn man im Nepal - Pavillon auf der Expo
nach den wirtschaftlichen Verhältnissen im Land fragt, so bekommt
man dort eine kleine Broschüre von der deutschen Gesellschaft für
technische Zusammenarbeit gtz mit der Überschrift:
“Nicht nur
als Tourist, sondern auch als Investor sind Sie in Nepal herzlich willkommen!“
Die Broschüre preist Nepal als einen
hervorragenden Standort für ausländische Investitionen an. Höchste
Gewinnraten werden versprochen, weil das Land sehr niedrige Lohnkosten,
sehr niedrige Steuern, eine „unbürokratische Verwaltung“, die Möglichkeit
100%igen ausländischen Besitzes und direkten Zugang zum indischen
Markt bietet.
Wer bezahlt den Preis
Der Preis für diese Angebote wird
von den ärmsten Menschen bezahlt, deren Lebensbedingungen immer schlechter
werden. Die westlichen Länder drängen auf die Privatisierung
des gesamten öffentlichen Sektors, des Gemeindelandes und der natürlichen
Resourcen, von denen das Leben der Mehrheit der armen Bevölkerung
abhängt
Während gerade eine Nahrungsmittelkrise
auf ihrem Höhepunkt war, wurde die Regierung unter Druck gesetzt,
die Nahrungsmittelhilfen einzustellen. Die Preise für Wasser und Strom,
Treibstoff, öffentliche Verkehrsmittel, und Telefonieren sowie das
gesamte Preisniveau erhöhten sich im vergangenen Jahr um 70%, um sicherzustellen,
daß ausländische Investitionen profitabler werden.
In den Augen der gtz mag die Verwaltung
„unbürokratisch„ sein, ausländisches Kapital kann sich unkontrolliert
bewegen. Für das nepalesische Volk hingegen ist die Verwaltung, die
ausschließlich in den Händen der Polizei liegt, brutale Willkür.
Die gtz geht sogar so weit, daß sie für all die diskriminierenden
Privilegien, die ausländische Investitoren genießen, garantiert.
Aber wie kann sie diese Garantien geben? Das Volk in Nepal ist nicht mehr
länger bereit, seine Armut zu akzeptieren, während sein Wohlstand
in die Hände weniger Familien (Königsfamilie, gehobene Bürokraten
und indische Kaufleute) und in die westlichen Länder fließt.
Dabei gibt es aber nur eine Möglichkeit, die Extra- Profite für
die Investoren zu garantieren:
- Menschenrechtsverletzungen werden durch
den Staat ermutigt und institutionalisiert.
- Tausende Frauen wurden von Polizisten
vergewaltigt, Hunderttausende Menschen verloren ihren Besitz bei Überfällen
und Strafaktionen der Polizeikommandos und derSchläger
der herrschenden Partei.
- Die Polizei hat auf höchsten Befehl
hin systematisch Häuser angezündet. Mehr als 50.000 Menschen
wurden in den letzten 3 Jahren verhaftet und gefoltert.
- Über 200 Menschen, darunter politische
AktivistInnen, LehrerInnen, StudentInnen und JournalistInnen sind „verschwunden„
- einige sogar, nachdem der Höchste Gerichtshof ihre Freilassung angeordnet
hatte.
- Mehr als 400 Menschen sind immer noch
unter falschen Anschuldigungen im Gefängnis - nur weil sie an eine
gerechtere Gesellschaft glauben.
Die Unterdrückung
der Hoffnung des Volkes...
1990 schaffte es die Bevölkerung,
das parteilose Panchayati-System zu stürzen, das der Monarchie, den
Feudalherren und der Bürokratie zum Erhalt ihrer Macht gedient hatte.
Innerhalb eines Jahres schlugen diese zurück und gingen gegen die
Demokratiebewegung vor. Während
zwischen 1990 und 1995 gewaltfrei für eine Parlamentsreform demonstriert
wurde, tötete die so genannte demokratische Regierung Hunderte von
Menschen, unter ihnen Kinder, die friedlich ihre Grundrechte einforderten.
... führt zum Volkskrieg
Während der „Operation Romio“, einer
Welle der Unterdrückung, die die Polizei 1996 startete, begann die
Kommunistische Partei Nepals (Maoisten) den Volkskrieg. Seitdem kam es
immer häufiger zu Morden durch die Polizei, außergerichtlichen
Verhaftungen und Folter, doch gleichzeitig wurde der Volkskrieg von immer
größeren Bevölkerungskreisen unterstützt.
Inzwischen haben einige Bezirke in West-Nepal
mit neuen Formen demokratischer Kontrolle begonnen: Ackerbau und Geldverwaltung
in Kooperativen, Volksgerichte, dezentrale Verwaltung, etc.
Die Elite des Landes wurde dadurch in
eine Krise gestürzt. Der ehemalige Premierminister und Führer
der Nepali Congress (NC) Partei, Sher Bahadur Deuba, sagte bei einem Treffen
mit Menschenrechtsorganisationen, wenn der Aufstand nicht beendet werde,
würde die Regierung das Geld für sämtliche Entwicklungsprojekte
dzu benutzen, Waffen zu kaufen.
Wessen Regierung? - Korruption
Unter diesem Regime verschwinden nicht
nur Menschen, sondern auch „mehr als $700 Millionen an staatlichen Geldern
(...), und die Regierung tut nichts, um sie wiederzufinden“, so der Chef
der Antikorruptionsbehörde am 7. September 2000 in Kathmandu.
General Bishnu Bahadur: „In Regierungsfonds
wurden allein im letzten Jahr $100 Millionen nicht korrekt abgerechnet,
und das in einem der ärmsten Länder der Welt.“
Deutschland und Menschenrechtsverletzungen
in Nepal
Kürzlich verkündete die nepalesische
Regierung das „integrierte Entwicklungssystem“ – jede Art von Entwicklung
wird demnach entweder durch die Streitkräfte oder über Sicherheitsmaßnahmen
erfolgen. Die Regierung verweigert somit den Dialog, der von der Internationalen
Gemeinschaft und den UN gefordert wird.
Am Ende ihres Nepalbesuchs sagte die UN-Sonderberichtserstatterin
für außergerichtliche, willkürliche oder Massenhinrichtungen,
Asma Jahangir: „Es ist sehr deutlich, daß außergerichtliche
Hinrichtungen stattgefunden haben und daß die Verantworlichen dafür
nicht zur Rechenschaft gezogen wurden.“
Der britische Außenminister Robin
Cook sagte bei seinem Besuch in Nepalim Mai, der Volkskrieg sei
ein politisches Problem, das politisch gelöst werden müsse. Er
drängte die Regierung dazu, die massiven Menschenrechtsverletzungen
zu stoppen.
Frankreich lud den ehemaligen Premierminister
KP Bhattarai ein, der gestürzt wurde, weil er sich für einen
Friedensdialog einsetzte, aber es weigerte sich, den jetzigen Premier Girija
zu empfangen, der für militärische anstelle von politischen
Lösungen steht.
Die EU forderte die nepalesische
Regierung auf, den Bürgerkrieg zu beenden und in Dialog mit den Aufständischen
zu treten.
Auch US-Präsident Clinton
weigerte sich, Girija während dessen US-Besuch zu empfangen.
Während alle einflußreichen
Industrienationen das nepalesische Regime wegen seiner Menschenrechtsverletzungen
kritisieren, macht die deutsche Regierung genau das Gegenteil. Auf der
Expo hat sie die Grundlagen für eine massive Propaganda für das
nepalesische Regime in Form des vielleicht auffälligsten Pavillons
gelegt. In diesem Pavillon arbeitet die deutsche gtz eng mit dem nepalesischen
Regime zusammen, um die Armut und Unterdrückung der nepalesischen
Bevölkerung als Investitionsanreize zu verkaufen und die Gewalt gegen
das nepalesische Volk als ‘Garantien gegen Verstaatlichung’ zu zelebrieren.
Die Monarchie benutzt barbarische Methoden,
um das Volk in der Sklaverei zu halten, und häuft gleichzeitig ungeheure
Reichtümer durch den Verkauf gestohlener Heiligtümer der faszinierenden
Hindukultur an Touristen an.
Tourismus und der Krieg
in Nepal
Wahrscheinlich führt die Selbstdarstellung
Nepals auf der Expo zu einem weiteren Zulauf deutscher TouristInnen– schon
heute stellen sie zahlenmäßig die größte Gruppe in
Nepal dar.
Sie denken vielleicht, daß Tourismus
armen Menschen helfen kann, einen Job zu finden, und Basis für eine
nachhaltige Entwicklung sein kann. Aber nur eine kleine Elite profitiert
wirklich vom Tourismus. Ein Großteil des Geldes, das TouristInnen
in Nepal ausgeben, fließt direkt an die Königsfamilie, die Regierung
und Investoren aus dem Ausland. Letztere sind selten in Nepal, um Entwicklungshilfe
zu leisten, sondern stecken in Projekten wie die 100% in deutscher Hand
befindlichen „Casinos of Nepal„. Sie profitieren von der Korruption der
Girijaregierung, wie sie von vergangenen Diktaturen (wie der berüchtigten
Dhamija Kanda) profitierten.
Touristen sehen nicht die Lebensrealität
der Bevölkerung. Sie dürfen nur bestimmte Gebiete des kriegsgebeutelten
Landes sehen, nämlich jene, die unter Kontrolle der Regierung stehen.
Reiseführer bekommen genaue Instruktionen darüber, was sie sagen
dürfen und was nicht.
Kontakt mit „einfachen Leuten„ ist schon
aufgrund der Sprachbarriere schwierig. Doch selbst wenn diese überwunden
wird, wird kaum jemand seine wirkliche politische Meinung kundtun, denn
die Folgen solcher Äußerungen sind nur allzu bekannt.
Es ist zu Angriffen von Polizei und Schlägerkommandos
gegen TouristInnen gekommen, was der Guerilla in die Schuhe geschoben werden
sollte. Im Mai 2000 wurden Trecker von Mitgliedern der Jugendorganisation
der herrschenden Nepali Congress Partei ausgeraubt. Guerillas haben zwar
die Gewehre amerikanischer Jäger erbeutet, aber sie haben niemals
ZivilistInnen verletzt.
Die Vermarktung der Unterdrückung
von Minderheiten
Unterdrückte Minderheiten wie die
„Khambuwan Mukti Morcha“ rufen dazu auf, ihr Gebiet nicht zu besuchen,
denn die Steuer, die dafür zu entrichten ist, wird dazu benutzt, sie
ihrer kulturellen, sprachlichen, religiösen und politischen Rechte
zu berauben. Veranstaltungen der Guerilla gegen die NGOs, die gemeinsam
mit westlichen Regierungen den herrschenden Eliten dabei behilflich sind,
die Bevölkerung zu unterdrücken und auszubeuten, erhielten massiven
Zulauf.
Was Sie tun können
Wir haben versucht, Ihnen ein paar Eindrücke
von dem zu verschaffen, was der Expopavillion verheimlicht: In Nepal herrscht
Krieg, und es gibt massive Menschenrechtsverletzungen. Das Geld, das sie
als Besucher auf der Expo oder als Tourist in Nepal für ein paar Augenblicke
der Unterhaltung und des Abenteuers ausgeben, dieses Geld wird dazu benutzt,
unsere Grundrechte einzuschränken.
Nepal ist ein wunderschönes Land
mit natürlicher Schönheit und warmen Herzen, die sie willkommen
heißen. Aber solange der Staat Krieg gegen die Bevölkerung führt
und die Menschenrechte verletzt, fordern wir Sie auf, sich nicht zu Gehilfen
der Mörder zu machen – weder durch Tourismus noch durch finanzielle
Hilfen.
Wir bitten sie weiterhin, unsere Kampagne
gegen Tourismus in Nepal zu unterstützen, solange, bis sich die Menschenrechtssituation
wirklich verbessert hat.
Aufgrund der
Zugespitzten Lage sehen wir die Notwendigkeit für eine kontinuierliche
Öffentlichkeitsarbeit über Nepal. Deshalb rufen wir zur Gründung
des Internationalen Nepal Solidaritäts Forums (INSoF) auf.
Wer Interesse
an weiteren Informationen hierüber hat oder bei dem Solidaritäts
Forum mitarbeiten möchte kann sich an die Kontaktadressen wenden.
Internationales
Nepal Solidaritäts Forum (INSoF):mailto:INSoF@gmx.net
Kolonisierung
Nepals Kurzer Hintergrund
Einige Beispiele von
Menschenrechtsverletzungen in Nepal
Eine detailierte Menschenrechts-Seite
über Nepal
Spendenkonto: Postbank Hamburg, Kontonr. 99 29 207, Bankleitzahl 200 100
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Spenden sind dringend nötig und steuerlich absetzbar.
Nepal: Bewaffneter Konflikt
VolksKrieg in Nepal
Nepals langer Marsch zur Demokratie
Was werden Sie im Nepal Pavillon zu sehen bekommen (Expo-2000)
amnesty Bayreuth - Info
22.05. 2001 Aufrüstung gegen Maoisten
16.04. 2001 Volkskrieg auf dem Dach der Welt
07.03. 2001 Mädchen ihrer Kindheit beraubt
19.05. 2000 Die Globalisierung von Kriminalisierung und Ausbeutung
13.02. 2000 Die linke Bewegung in Nepal und die Maoisten: Hintergründe des 'People's War'
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