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APPELL
VON HANNOVER
Zur
Dokumentation verbreiten wir heute eine Auswahl von Texten und Erklärungen
zum “Aufruf” der Abgeordneten Jelpke, PDS, und von Tilman Zülch u.a. Inhaltsverzeichnis: Einleitung:
Ein Brief von YEK-KOM
1-Erklärung
des Präsidialrates der PKK vom 14. Juli 2000 2-Erklärung
der Europavertretung der PKK vom 21. Juli 2000 3-Erklärung
der Europavertretung der PKK vom 26. Juli 2000 4-Briefe
und Erklärungen von angeblich verhafteten Angehörigen der Volksbefreiungskräfte
(Özgür Politika vom 17. und 23. Juli) 5-Auszüge
aus der Rede von Ali Haydar Kaytan
6-Kani
Yilmaz: ”Lügen erfinden, Lügen verbreiten,...”
7-”Offener
Brief an PDS, Kurdistan-Rundbrief und Junge Welt” (ISKU) 8-”Offener
Brief” vom Kölner Netzwerk ”Kein Mensch ist illegal” 9-Übersetzung
aus INTERNAME vom 7. Juli 2000 10-Übersetzung
aus INTERNAME / Selim Cürükkaya vom 9. Juli 2000 11-”Die
PKK soll die Gefangenen freilassen” (Flugblatt von PSK) 12-”Todesstrafe
aus der Todeszelle” (junge welt, 12. Juli 2000) 13-”Offener
Brief” Gesellschaft für bedrohte Völker (13. Juli)
Föderation
Kurdischer Vereine in Deutschland e.V. Graf-Adolf-Str.
70 A, 40210 Düsseldorf Tel:
0211-1711451; Fax: 0211-1711454 Was
bezweckt die gegen die PKK gerichtete Kampagne? Sehr
geehrte Damen und Herren! In
den vergangenen vierzehn Tagen wurde die PKK zum Ziel einer üblen
Verleumdungskampagne. Die Behauptungen gingen dahin, dass rund dreißig
Guerilla-Angehörige der PKK, die angeblich in Opposition zu dem von
Abdullah Öcalan entwickelten und vom außerordentlichen Kongress
der PKK im Januar 2000 verabschiedeten Friedensprojekt standen, von der
Partei verhaftet worden seien. Sie würden "in Höhlen gefangen
gehalten” und Abdullah Öcalan habe ihre Liquidation gefordert. Diese
"Informationen” beruhten auf zwei Internet-Artikeln, einer davon von Selim
Cürükkaya. Einige Personen aus der Bundesrepublik machten daraus
einen ”Offenen Brief an den PKK-Präsidialrat” und sammelten dafür
Unterschriften, wobei die Quelle der Beschuldigungen nicht angegeben wurde. Durch
Briefe an die kurdische Zeitung "Özgür Politika” und durch deren
Interviews mit den in der Kampagne namentlich genannten Guerilla-KämpferInnen,
durch Fernsehsendungen in MEDYA-TV, in denen u.a. Familienangehörige
der "PKK-Gefangenen” live und einige der angeblich zur Exekution Bestimmten
telefonisch zu Wort kamen, sowie durch Äußerungen des Präsidialrats
der PKK und weiterer Persönlichkeiten wie z.B. Ali Haydar Kaytan und
des in Deutschland überaus bekannten Kani Yilmaz konnten die verleumderischen
Behauptungen inzwischen widerlegt werden; außerdem wurden diejenigen,
die immernoch nicht überzeugt sind, eingeladen, eine Delegation in
die Berge Südkurdistans zu bilden, um mit den angeblich "Abtrünnigen”
selbst zu diskutieren. Bedauerlicherweise
ließen sich deutsche Freundinnen und Freunde, die seit Jahren Kontakt
zu kurdischen Organisationen (zum Teil auch zu YEK-KOM) haben, durch die
bekannten und bis zu diesem Zeitpunkt unverdächtigen Namen einiger
Erstunterzeichner veranlassen, ihre Unterschrift ebenfalls unter diesen
Brief zu setzen. Warum haben diese UnterzeichnerInnen nicht wenigstens
versucht, vor ihrer Unterschrift unter so schwer wiegende Vorwürfe
bei uns oder kurdischen VertrerInnen anderer Organisationen wenigstens
nachzufragen, ob etwas an den Vorwürfen dran sein könnte? Warum
habt ihr, liebe Freundinnen und Freunde und Sie, geehrte Damen und Herren,
die regelmäßig unsere Veröffentlichungen zugeschickt erhalten,
so wenig Vertrauen? Durch
diese Kampagne wird versucht, die neue Phase und die mit ihr verbundenen
Hoffnungen der Kurdinnen und Kurden, endlich ein Leben in Frieden und in
einem schrittweise zu demokratisierenden Staat zu erreichen, zunichtezu
machen. Menschen,
die den Friedensweg nicht wollen, weil sie aus dem Konflikt materielle
oder politische Vorteile gezogen haben, versuchen die Hoffnungen auf Frieden
durch Verleumdungen zu zerstören und das ganze Friedensprojekt durch
ihre gezielte und schmutzige Aktion in Frage zu stellen. Heute, am 27.Juli,
war aus "Özgür Politika” zu erfahren, dass die PUK durch ihren
Vorsitzenden Celal Talabani der PKK den Krieg erklärt habe. Diejenigen,
die den "Offenen Brief an den Präsidialrat der PKK³ zu verantworten
haben, verfolgten offensichtlich mit ihrer Aktion das Ziel, genau diese
bevorstehende Kriegserklärung propagandistisch vorzubereiten. Wir
bitten jede und jeden von Ihnen, die den verlogenenBrief
unterschrieben haben, sich in Zukunft umsichtiger zu verhalten und sich
zuvor über die Quellen von Informationen und deren Glaubhaftigkeit
zu versichern, um nicht noch einmal für eine üble Machenschaft
instrumentalisiert zu werden. Düsseldorf,
27.07.2000 YEK-KOM
Internationale
Initiative Freiheit
für Abdullah Öcalan – Frieden
in Kurdistan
Internationales
Koordinationsbüro
Postfach
100511, 50445 Köln
Telefon:
0221 1301559
Fax:
0221 1393071
15.07.00
An
die Redaktionen In-und Ausland / Türkei / Kurdistan / Mittlerer Osten
Aufgrund
der Aktualität geben wir eine Erklärung des Präsidialrates
der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) vom 14.07.00 in ungekürzter Form
wieder, die uns vom kurdischen Nachrichtensender Medya-TV erreichte:
An
unser Volk und die Öffentlichkeit Mit
dem Ziel unsere Partei zu zerstören und die kurdische nationale demokratische
Bewegung unter Druck zu setzen, haben in der letzten Zeit die an dem internationalen
Komplott beteiligten Kräfte ihre Angriffe gegen unsere Partei und
unser patriotisches Volk verstärkt. In
diesem Rahmen wurde in der Türkei und in Südkurdistan systematisch
gegen kurdische Organisationen, allen voran die HADEP, gegen Zeitungen,
Vereine, Kultureinrichtungen vorgegangen. Zusammen mit der KDP und der
PUK setzt die türkische Armee ihre seit April andauernde Militäroperation
gegen unsere Volksverteidigungskräfte im Norden und Süden Kurdistans
fort. In diesem Zusammenhang kam es in der letzten Wochein
den Gebieten Gare, Haftanin, Metina, Oramar und Qalatuka zu Gefechten.
Wie wir beobachten mussten, nahmen parallel dazu die staatliche Repression
gegen kurdische Einrichtungen und Organisationen in der Bundesrepublik
Deutschland zu. Eine große Anzahl kurdischer Vereine und Wohnungen
wurden willkürlich durchsucht und viele Patrioten festgenommen. Als
letztes Beispiel ist die Razzia in einem Verein zu nennen, der Kriegsopfern
Hilfe leistet. Dabei wurde ein beidseitig beinamputierter Patriot festgenommen,
der anschließend wieder freigelassen wurde. Während
die Repression durch Militär und Polizei andauert, bleiben auch die
Propagandaorgane der Beteiligten am internationalen Komplott nicht untätig.
Sowohl in der Türkei als auch in Europa verbreiten Presseorgane und
Nachrichtenagenturen gegenstandslose Nachrichten über unsere Partei.
In diesen Falschmeldungen wird behauptet, dass seit dem 7. Parteikongress
Hunderte von Guerillakämpfern getötet worden seien, unsere Partei
sich gespalten hätte, unzählige Personen die Partei verlassen
hätten, andere wiederum von der Partei inhaftiert und verurteilt worden
seien. In den genannten Berichten wird behauptet, dass es sich bei den
Betroffenen hauptsächlich um Frauen handele. Es wird sogar versucht,
eine Brücke zu unserem in Imrali inhaftierten Vorsitzenden zu schlagen,
in dem man diese verlogenen Erklärungen mit seinem Namen in Verbindung
bringt. Im
Zusammenhang betrachtet wird deutlich, dass unsere Partei und die nationale
demokratische Bewegung einem umfassenden Angriff ausgesetzt ist. Das internationale
Komplott, welches mit der Verschwörung vom 09.10.1998 ihren Anfang
nahm, richtet sich nunmehr gegen unsere Parteiführung und unsere bewaffneten
Kräfte. Mit dem erneuten Washingtoner Gipfeltreffen zwischenKDP
und PUK, sowie dem zeitgleichen Druck auf den Iran, wurde die Verbindung
zwischen denEreignissen deutlich.
Die Kräfte des internationalen Komplotts, die Kriegsgewinnler sowie
die Banden sind wieder in Aktion. Sie zielen darauf ab, die Bemühungen
für Frieden und die demokratische Phase zu sabotieren. Aus diesem
Grund rufen wir alle Unterstützer von Frieden und Demokratie auf,
dieser Situation gegenüber aufmerksam zu sein und warnen vor verspätetem
Handeln. Das unsere Partei sich an den von ihr erklärten Waffenstillstand
hält und unsere Guerillaeinheiten keine Angriffe durchführen,
sondern sich im gegeben Falle lediglich verteidigen ist bekannt. Die Bilanz
der, durch Angriffe seitens der türkischen Armee, unter der Beteiligung
vom KDP und PUK hervorgerufenen Gefechte, wurde unsererseits stets veröffentlicht.
Alle Informationen darüber hinaus, die über unsere Volksverteidigungseinheiten
verbreitet wurden, entsprechen nicht der Wahrheit. Deshalb sollten unser
Volk und Freunde diesen Spekulationen keinen Glauben schenken. Es
ist uns bekannt, dass sich am 19. Mai unter der Führung von Süleyman
und Zeki eine Gruppe von zwanzig Personen, darunter vier Frauen, von der
Partei abgesetzt hat. Diese befinden sich mittlerweile bei der PUK. Es
ist uns bewusst, dass diese Gruppe von defätistischen und zersetzenden
Kräften, sich als Handlanger des internationalen Komplotts unter uns
befanden. Dies hatten wir schon in früheren Erklärungen erwähnt.
Jetzt versuchen jene Banden, dieGegner
außer- und innerhalb der PKK, sich an Lügen festzuklammern und
einen Sturm im Wasserglas zu entfachen. Damit bezwecken sie die innere
Einheit der Partei zu erschüttern. Es mag sein, dass einige nicht
wissen, wer diejenigen sind, die sich von der Partei losgesagt haben; aber
alle Angehörigen unserer Partei und unser patriotisches Volk wissen
sehr genau, wer diese zersetzenden Seilschaften sind. Es sind jene die
1993 während der Phase des Waffenstillstandes in Bingöl das Vorhaben
einer politischen Lösung sabotiert haben (dort wurden unter der Führung
von Semdin Sakik 33 unbewaffnete Soldaten erschossen, was zur Beendigung
des Waffenstillstandes führte, d.Ü.) Es sind auch die gleichen,
die mit ihrem moralisch nicht vertretbaren Vorgehen der Partei großen
Schaden zufügten. Es sind wiederum die gleichen, die schon damals
Mitglieder in der mit dem Feind kollaborierenden Gruppe von Semdin Sakik
waren, welche nur auf ihren kleinlichen persönlichen Interessen bedacht
war. Aus diesem Grund rufen wir alle zur Wachsamkeit auf. Diejenigen, die
momentan ihre Angriffe auf die PKK fortsetzen, werden bald erkennen, mit
wem sie es wirklich zu tun haben. Sehr bald werden sie ihren Irrtum und
die Irrealität ihrer Berechnungen einsehen. Auf
der anderen Seite wird versucht diese Vorfälle mit unserem, auf Imrali
unter schweren Lebensbedingungen gefangengehaltenen Vorsitzenden in Verbindung
zu bringen. Dies ist ein Vorgehen, was weder auf moralischer Ebene vertretbar
ist, noch eine angemessene Vorgehensweise darstellt. Behauptungen wie die
Existenz von tiefgreifenden Differenzen innerhalb unserer Partei oder die
Festnahme und Bestrafung von vielen Kämpfern, sind fern jeglicher
Realität. Es ist kein Zufall, dass einige unserer Genossen, welche
angeblich festgenommen worden sein sollen, Mitglieder von bekannten kurdischen
Familien sind. Dies zeigt auf, mit welchen Methoden die psychologische
Kriegsführung arbeitet und welcher Mittel sie sich bedient. Wir sind
eine weltoffene Partei in der sämtliche Diskussionen und Arbeiten
in einem offenen Rahmen durchgeführt werden. Alle Mitglieder unserer
Partei, auch die in den Meldungen namentlich genannten, wissen sehr genau,
dass diese Propaganda und Angriffe auf die Zerstörung der Einheit
unserer Partei abzielt. Diesen Angriffen gegenüber verspüren
sie einen großen Zorn. Die Spekulationen über die Befindlichkeit
der weiblichen Mitglieder unserer Partei sind gegenstandsloser Art. Unsere
Genossinnen haben zu jeder Zeit gezeigt, dass sie eine treu mit unserer
Partei und Führung verbundene Gemeinschaft sind. Dies haben sie in
zahlreichen Aktionen und mit ihrem emanzipatorischen Auftreten mehrmals
bewiesen. Wir
rufen nochmals die Öffentlichkeit dazu auf, ihre Aufmerksamkeit auf
die Angriffe gegen unsere Partei zurichten und sich nicht selbst zum Werkzeug
des internationalen Komplottes zu machen. An
unser patriotisches Volk! Auf
der Grundlage der Linie des 7. Kongresses entwickelt unsere Partei einen
neuen strategischen Vorstoß. Deshalb sieht sie sich nun dementsprechenden
Angriffen ausgesetzt. Dies ist eine leicht nachvollziehbare Situation.
Unsere Gegner beabsichtigen, diesen Vorstoß unseres Volkes ins Leere
zu führen und unsere nationale demokratische Entwicklung zu liquidieren.
Den Spekulationen hinsichtlich unserer Partei darf auf keinen Fall Glauben
geschenkt werden. Denjenigen, die uns spalten wollen, muss unsere Einheit
und Organisierung entgegengesetzt werden. Der
heutige Tag ist der Tag der Verteidigung an dem der Geist des 14. Juli
aufs neue belebt wird. An diesem Tag ist es unabdingbar, sich in diesem
Geist mit dem Kampf und der Partei zu vereinigen. Als Partei und Volk haben
wir das in der Vergangenheit getan. Auch heute und in Zukunft werden wir
fest auf der Linie unserer Führung und unserer Gefallenen voranschreiten
und beweisen, zu welchen Leistungen wir imstande sind. Auf
dieser Grundlage rufen wir unser patriotisches Volk dazu auf, sich unter
der Führung unseres Vorsitzenden APO und unserer Partei noch enger
zusammenzuschließen. Weiterhin rufen wir dazu auf, die defätistischen
Kräfte, die uns vernichten wollen, zu erkennen und aus unseren Reihen
auszuschließen, jegliche Anstrengungen zur Zerstörung der Einheit
unserer Partei vereint entgegenzutreten. ·Nieder
mit dem internationalen Komplott und seinen Helfershelfern! ·Lang
lebe der Geist des Widerstands und der Einheit vom 14. Juli! ·Lang
lebe die PKK unter der Führung unseres Vorsitzenden APO! Kurdistan
Informations-Zentrum Kaiser-Friedrich-Str.
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Berlin,
21. Juli 2000 An
die Redaktionen: Aktuelles
/ Ausland / Mittlerer Osten / Türkei / Kurdistan (Gesamtseitenzahl
= 2) Seit
über einer Woche wird die PKK von verschiedenen Kreisen beschuldigt,
30 Guerillakämpfer gefangen gehalten und zum Tode verurteilt zu haben.
Zu den Vorwürfen hat der Europavertretung der PKK am heutigen Tag
erneut eine schriftliche Erklärung veröffentlicht. Im folgenden
dokumentieren wir die Erklärung in deutscher Übersetzung: ”Wir
laden ALLE nach Süd-Kurdistan ein, die den "Wahrheitsgehalt" der gegen
unsere Partei geführten Verleumdungskampagne überprüfen
möchten!” ”Seit
einiger Zeit wird gegen unsere Partei eine Verleumdungskampagne geführt,
die sich in verschieden Presseorganen mit völlig haltlosen Beschuldigungen
ausdrückt. Es ist kein Zufall, dass solche Angriffe erfolgen, nachdem
unsere nationale Führung, der Vorsitzende APO, mit seinem Vorstoß
die Möglichkeiten für eine friedlichen Lösung der kurdischen
Frage aufgezeigt hat. Auch ist es nicht verwunderlich, dass diese Angriffe
erfolgen, nachdem unsere gesamte Partei diesen Kurs unterstützt und
in diese Richtung entsprechende Schritte unternommen hat. Spätestens
nach den diesjährigen Newrozfeierlichkeiten wurde deutlich, dass auch
unser Volk diesen Lösungsweg mit großer Begeisterung annahm
und das mit seinen Forderungen nach einer demokratischen Lösung und
nach Frieden ausdrückte. Aus
diesem Grund bewertet unsere Partei diese Angriffe als gegen die sich unter
schwierigen Bedingungen entwickelnden Friedensschritte gerichtet. Trotz
der von unterschiedlichen Kräften in Form von Desinformations- und
Verleumdungskampagnen geführten Angriffe, die auf unsere Vernichtung
zielen, und trotz aller Schwierigkeiten wird unsere Partei und unser Volk
am Frieden und an einer demokratischen Lösung festhalten und diese
weiterentwickeln. Insbesondere
in Verbindung mit der neuesten Verleumdungskampagne halten wir es für
notwendig die Öffentlichkeit aufzuklären: Am
19 Mai 2000 hat sich eine Gruppe von 20 Personen, beeinflußt und
manipuliert von zwei Personen, deren Eigenschaften und Persönlichkeiten
uns wohlbekannt sind, aus unseren Reihen entfernt. Deren
Flucht, ferner die Aggressionen aus allen Richtungen gegen den von unserer
Partei erklärten Waffenstillstand sowie die gleichzeitigen Angriffe
auf unsere, sich lediglich in einer Verteidigungsposition befindlichen,
Volksverteidigungskräfte, die an die Linie der friedlichen demokratischen
Lösung gebundenen sind, erscheinen nicht zufällig. Die Tatsache,
daß unmittelbar nach der Flucht dieser Gruppe eine auf Lügen
gestützte Diffamierungskampagne entwickelt wurde, zeigt, daß
diese Angriffe das Resultat einer gezielten Beeinflussung und gemeinsamen
Absicht sind. Speziell
die sich in Europa befindlichen Drahtzieher und ihre Ziele sind unserem
Volk genausten bekannt. Es ist leider zu beobachten, dass sich auch manche
Personen, die sich als Freunde des kurdischen Volkes verstehen, von diesen
Leuten beeinflussen lassen und ihnen ihr Ohr leihen, und dass einige von
ihnen sich sogar an deren Aktionen beteiligen. Der
Inhalt dieser Veröffentlichungen entspricht in keiner Weise der Wirklichkeit,
entbehrt jeglicherglaubhafter Beweise
und stellt vor allem eine Respektlosigkeit vor dem seit Jahren geführten
Befreiungskampfes des kurdischen Volkes dar. Die Behauptungen, dass Dutzende
Personen geflohen wären, und dass angeblich diejenigen, denen die
Flucht mißlungen sei, von unser Partei gefangen gehalten und unter
Todesstrafe gestellt worden seien, entspricht in keiner Weise der Wahrheit. In
Bezug auf die desertierte Gruppe haben die von unserer Partei bevollmächtigten
Organe eine Erklärung an die Öffentlichkeit abgegeben. Informationen
und Veröffentlichungen, die darüber hinausgehen, sind nur weitere
Provokationsversuche. Darüber
hinaus bezweckt diese Kampagne, die Familien unserer Gefallenen und der
sich gegenwärtig in unseren Reihen befindlichen GenossInnen unter
Druck zu setzen und sie zu beeinflussen. Unsere Familien lassen sich jedoch
weder von solchen Lügen überlisten, noch wird das in Zukunft
geschehen. Diejenigen,
die die Wahrheit erfahren wollen, die wirkliche Freunde des kurdischen
Volkes sind, sollen die Erklärungen unserer Partei zur Grundlage nehmen.
Außerdem werden Erklärungen unserer GenossInnen, die in der
”Liste” namentlich benannt werden, nacheinander in der Presse Stellungnahmen
abgeben und somit die Lügen entlarven. Die Veröffentlichungen
in der Zeitung Özgür Politika werden weitergeführt; darüberhinaus
werden unsere Genossen auch über das Fernsehen diesen Lügen entgegentreten. WIR
RUFEN DIEJENIGEN PERSONEN UND INSTITUTIONEN AUF, DIE SICH VON DIESER KAMPAGNE
TÄUSCHEN LIEßEN UND SOMIT IN DIESEM SCHWEREN TAGEN UNSEREM VOLK
KEINE FREUNDSCHAFTLICHE HALTUNG ENTGEGENGEBRACHT HABEN, IN KÜRZESTER
ZEIT EINE DELEGATION NACH SÜDKURDISTAN ZU ORGANISIEREN, UM SICH VON
DER WIRKLICHKEIT SELBST ZU ÜBERZEUGEN. WIR WERDEN DIESER DELEGATION
JEDE MÖGLICHKEIT BIETEN, UND IHR EINE ZUSAMMENKUNFT MIT UNSEREN GENANNTEN
GENOSSEN ERMÖGLICHEN. Eines
jedoch sollte richtiggestellt werden: Es ist unsere Pflicht und unser legitimes
Recht als Organisation, die während des Existenzkampfes unter Zahlung
eines hohen Preises durch das Volk geschaffen wurde, die Errungenschaften
unseres Volkes, allen voran seine Organisierung, unter jeder Bedingung
zu verteidigen und zu schützen. Weiterhin
möchten wir an dieser Stelle bekannt geben, dass wir entschlossen
sind, in Phasen, in denen wir, wie gerade jetzt, Angriffen aus allen Richtungen
und in vielfältiger Form ausgesetzt sind, alle uns zustehenden ideologischen,
organisatorischen und politischen Möglichkeiten dafür einzusetzen,
um unser Volk und uns selbst zu schützen. Die demokratische Öffentlichkeit,
vor allem diejenigen, die sich als Freunde des kurdischen Volkes verstehen,
rufen wir dringend dazu auf, wachsam zu sein, insbesondere hinsichtlich
Provokationen gegen unseren Friedensprozessdurch
Personen und Kreise, die weiterhin ihre Hoffnung in die Weiterführung
des Krieges setzen.” Kurdistan
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26. Juli 2000 An
die Redaktionen: Aktuelles
/ Ausland / Mittlerer Osten / Türkei / Kurdistan (Gesamtseitenzahl
= 2) Die
Europavertretung der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) hat sich am heutigen
Tag erneut mit einer schriftlichen Erklärung im Bezug auf die Angriffe
der letzten Tage gegen ihre Organisation an die Öffentlichkeit gewandt.
Im folgenden dokumentieren wir die Erklärung vom 26. Juli 2000 in
vollem Wortlaut: ”Das
kurdische Volk braucht verantwortungsbewußte Freundschaft und Aufmerksamkeit
!” ”An
die Öffentlichkeit Schon
seit längerem werden, ausgehend von Deutschland, massive Aktivitäten
gegen die PKK und unsere nationale Führung, den Vorsitzenden APO,
sowie gegen unsere neue Politik einer friedlichen Lösung der kurdischen
Frage entwickelt. Nachdem das kurdische Volk in unserem Land und in der
Diaspora deutlich gemacht hat, dass es an seiner Führung und Partei
festhalten will und deren Schritte unterstützt, blieb denjenigen,
die oben genannten Aktivitäten durchführen keine andere Wahl,
als auf Lügen und Desinformation zurückzugreifen. Der eigentliche
Zweck dieser Aktivitäten zeigt sich dadurch, dass Energie darauf konzentriert
wird, sich mit den Angriffen gegen unsere Partei und unserem Volk zu verbinden.
Besonders deutlich wird das durch die aktuelle Entwicklung in Süd-
Kurdistan. In
der letzten Phase hat man sogar versucht, aus der Desertation einer kleinen
Gruppe aus einer Guerillaarmee von zehntausend Kämpferinnen und Kämpfern,
politisches Kapital zu schlagen. Damit
sollen die Bemühungen unserer Partei für eine Lösung der
kurdischen Frage und für die Überwindung der im Verlauf des fünfzehnjährigen
Krieges entstandenenProbleme im
Kern erstickt werden, die unsere Partei mit der Entwicklung eines demokratischen
Kampfes für den Frieden begonnen hat. Diese Bemühungen nutzen
sowohl unserem Volk, als auch dem mittleren Osten und der gesamten Menschheit.
Vor allem werden genau diese Eigenschaften unserer Partei und unseres Kampfes,
die die demokratischste und modernste Bewegung des kurdischen Volkes ist,
zum Angriffsziel gemacht. Die
gegen uns gerichteten Aktivitäten verleumden einen Kampf, der den
kurdischen Menschen wieder zum Leben erweckt, ihm Identität und Persönlichkeit
gegeben und ihm Mitspracherecht gegenüber der Geschichte und Völkern
der Welt eingefordert hat. Durch die Erklärungen unserer Partei und
einiger unserer Freunde konnte der Zweck der Kampagne deutlich gemacht
werden, die mit lügnerischen Aussagen wie: ”Es gibt keine Freiheit
in der PKK” und ”Es sind Freunde verhaftet worden” arbeitet. Damit ist
diese Situation, die für unsere Partei und unser Volk von Anfang an
klar war, auch für die Öffentlichkeit geklärt. Doch hinsichtlich
derjenigen, die - bewusst oder unbewusst - diese Gegenaktivitäten
betreiben, sind manche Punkte klarzustellen. Wir
hoffen, dass die Ungerechtigkeit und der Irrtum ersichtlich geworden ist.
Wie kann man den Kampf eines Volkes und seiner Vertreter angreifen, ohne
sich auf glaubhafte und seriöse Informationen zu stützen, sondern
sich vielmehr auf Vorwürfe von Personen zu beziehen, deren Beweggründe
im dunklen liegen. Insbesondere ist uns die Beteiligung von Personen und
Organisationen unverständlich, von deren guten Absichten wir überzeugt
sind und von denen wir ausgehen, daß sie die Freundschaft des kurdischen
Volkes wünschen. Wenn erklärt wird man nähere sich mit freundschaftlicher
Aufmerksamkeit und aus humanistischen Beweggründen, dann erwarten
wir das auch gegenüber negativen Bestrebungen, die sich gegen die
Friedensbemühungen richten. Im Süden Kurdistans bereiten sich
verschiedene Kräfte zusammen mit dem türkischen Staat auf einen
Großangriff gegen unsere Guerillakräfte vor. Dies ist eine Situation,
in der es einer schnellen Intervention bedarf. Der Ausdruck von Freundschaft
gegenüber dem kurdischen Volk ist nur auf diese Weise möglich.
Trotz alledem möchten wir in Anbetracht dieser Entwicklungen glauben,
daß deutlich geworden ist, welche negativen Folgen aus verantwortungslosen
und unbedachtem Verhalten erwachsen können. Wenn daraus die notwendigen
Lehren gezogen werden, kann diese Situation die Grundlage für spätere
positive Entwicklungen bilden. Deshalb erwarten wir von den Personen und
Organisationen, die in guter Absicht gehandelt haben, dass sie nunmehr
eine aufrichte Haltung gegenüber dem kurdischen Volk einnehmen und
dies öffentlich Erklären. Sowohl
in der Vergangenheit als auch bei den letzten Vorfällen wurde allerdings
deutlich, daß nicht jeder aus guter Absicht sich so verhalten hat,
oder weil er/sie unzureichend Informiert war. Verschiedenste kurdische
bzw. nicht-kurdische Personen und Organisationen ziehen ihre Existenzberechtigung
aus Angriffen gegen unseren Kampf und unsere Partei. Auch wenn sie sich
noch so sehr als Kurden und Sozialisten bezeichnen mögen, auch wenn
sie noch so sehr betonen, die unterdrückten Völker verteidigen
zu wollen, so sind uns ihre Absichten und wahren Interessen bekannt. Wie
schon früher, erhoffen sie sich auch heute, aus der Vernichtung unseres
Kampfes und unserer Partei profitieren zu können. Aufgrund der sich
entwickelnden Friedensphase sind sie um ihre Einkommensquellen besorgt.
Deshalb sind die zu allen Angriffen und Beschuldigungen fähig, seien
sie noch so unmoralisch und unvertretbar. Wir meinen, daß für
die sogenannten kurdischen Führer und Parteien, die seit 25 Jahren
keinen einzigen Beitrag zum Kampf des kurdischen Volkes geleistet haben
und sich nicht mir der Realität ihres Landes und ihres Volkes vereinen
konnten, auch dieses Mal kein Grund zur Freude haben werden. Das
kurdische Volk hat seine Führung und Partei gewählt. Deshalb
rufen wir die Freunde des kurdischen Volkes auf, aufmerksam zu sein, um
die Absicht der genannten Kreise, die sich gegen den Frieden und Demokratie
richten, zu erkennen. In dieser Hinsicht rufen wir zu verstärkter
Wachsamkeit auf. Wir
möchten unseren patriotischen Volk danken, daß es wie zu jeder
Zeit seine Verbundenheit, Entschlossenheit und Besonnenheit gegen diesen
provokativen Angriffen bewiesen hat.”
Stellungnahmen
von angeblich Festgenommenen: Nachstehend
dokumentieren wir als Übersetzungen (zum Teil leicht gekürzt)
Artikel von Guerillakämpfern, die in dem offenen Brief vom 11. Juli
vom Büro Ulla Jelpke und einer Reihe weiterer deutscher UnterzeichnerInnen
als angeblich von der PKK ”festgenommen” und von ”härteren Sanktionen”
bedroht sein sollen. Stellungnahme
von Zübeyde Ersöz: am17.07.2000 in »Özgür Politika«
abgedruckt. Bereits am Vortag hatte Frau Ersöz sich in gleicher Weise
im kurdischen Fernsehsender »MEDYA-TV« geäußert. "Die
Rechnungen sind wieder nicht aufgegangen" Zübeyde
Ersöz,
Mitglied des Zentralkomitees der PJKK (Partei der arbeitenden Frauen Kurdistans),
weist darauf hin, dass die auf die Parteien zielenden Angriffe im Rahmen
des internationalen Komplottes in letzter Zeit zugenommen hätten und
der Beschluß gefasst worden sei, diese zu bekämpfen. Ersöz
erklärt, Presseorgane und Nachrichtenagenturen in der Türkei
und in Europa seien für solche Angriffe benutzt worden: "Wir wissen
sehr genau, wer solche Nachrichten verbreitet und welchem Ziel sie dienen.
Auch unser Volk und die gesamte Öffentlichkeit sind sich darüber
im klaren." Zu
diesen haltlosen Nachrichten, in denen auch Ersöz' Name erwähnt
wurde, betont diese, schon in der Vergangenheit seien die Parteiführung
und die Frauen das Hauptziel von Angriffen der Vernichtungs- und Provokationslinie
gewesen. "Die Drahtzieher (dieser Versuche), die zeitweise von inneren
und äußeren Kräften unterstützt wurden, richteten
ihre Angriffe gegen unsere Führung. Oder besser gesagt, da sie weder
über den Mut noch über die Kraft für einen Angriff auf den
Vorsitzenden verfügten, zielten sie teils auf Institutionen teils
auf Persönlichkeiten aus der Parteiführung und versuchten, diese
in Widersprüche zu verwickeln oder 'ihre Köpfe zu verwirren'.
Damit beabsichtigten sie, einen Keil zwischen die Führung und die
Organisation zu treiben um ihre eigene Existenz zu legitimieren und ihre
schmutzigen Pläne in die Praxis umzusetzen,"erklärt
Zübeyde Ersöz. Sie weist gleichzeitig darauf hin, dass sämtliche
Angriffedieser Art erfolglos geblieben
seien: "Sogar unter Haftbedingungen hat der Vorsitzende seine Persönlichkeit
weiter gestärkt, die Einheit gefestigt und die Absichten der Verschwörer
durchkreuzt. Er hat den Willen unseres Volkes neu belebt und hat mit seinem
unermüdlichen Kampf unter den äußerst schwierigen Bedingungen,
unter denen er sich heute auf Imrali befindet, alle tief beeindruckt. So
ist er für unser ganzes Volk und für die unterdrückten Völker
der Welt zur Hoffnung geworden." Dazu,
dass die Provokateure sich immer wieder die Frauen als Ziel heraussuchten,
sagte Ersöz: "Die am Komplott beteiligten Kreise konnten trotz aller
Bemühungen die Einheit und die Einigkeit der Partei, zu deren Grundlage
die Kämpferinnen gehören, nicht zerstören. So blieben die
gegen unsere Partei gerichtete schmutzige Politik und die Vorhaben jener
Kreise erfolglos". Die
folgenden Stellungnahmen erschienen am 23. 7. 2000 in »Özgür
Politika«: »Das
Ziel dieser Kampagne ist Diffamierung« ”Siebenundzwanzig
Guerilla-Angehörige, über die in jüngster Zeit behauptet
wurde, dass sie Gefangene der PKK wären, erklärten, diese Behauptungen
seien Auswirkungen des internationalen Komplotts.” ”Am
21. Juli gaben 27 Guerilla-Angehörige, über die in den letzten
Tagen sowohl in der türkischen als auch in der deutschen Presse spekulative
Nachrichten verbreitet wurden, eine Erklärung an die Öffentlichkeit
ab. In ihrer Erklärung weisen sie darauf hin, dass das internationale
Komplott noch immer aktiv sei. Es sei dessen Ziel, die PKK zu liquidieren
und den PKK-Vorsitzenden Abdullah Öcalan zu isolieren, um seine Hinrichtung
möglich zu machen. Weiter
erklären sie, daß Doktor Süleyman und Kücük Zeki
(ehemalige Guerilla-Angehörige, d.Ü.), die (im Mai d.Jhs.) die
Organisation verlassen hätten, sich innerhalb der PKK als Handlanger
dieses internationalen Komplotts betätigten. In
der Erklärung heißt es weiter: "Diese Provokateure beabsichtigen,
Schwächung und Desorganisierung zu verbreiten, um die Führungsrolle
der PKK bei der gesellschaftlichen Entwicklung zu schwächen. ... Sie
haben Lügen und Beschuldigungen verbreitet, um das internationale
Komplott zu unterstützen" "Es
ist offensichtlich, dass diese Deserteure die Zielsetzung verfolgen, die
neue Phase und die Friedensbemühungen unserer Partei zu sabotieren.
Daher bemühen sie sich, in der Gesellschaft Unsicherheit und Misstrauen
zu entwickeln, und haben mit diesem Ziel die Namen einer Anzahl von Genossinnen
und Genossen von uns in der Presse veröffentlicht, mit der Behauptung,
wir würden von der Partei einer Untersuchung unterzogen." In
der Erklärung, in der diejenigen als Kriegsgewinnler bezeichnet werden,
die diese Anschuldigungen sofort als wahr akzeptiert und darüber berichtet
haben, wird darauf hingewiesen, dass die Behauptungen mit der Absicht verbreitet
wurden, die namentlich aufgeführten Personen zu zerstören und
sie gegen die PKK auszuspielen. Die
Guerilla-Angehörigen, die in ihrer an das kurdische Volk und die Öffentlichkeit
gerichteten Erklärung diejenigen verurteilen, die sich instrumentalisieren
ließen und diese Behauptungen veröffentlicht haben, beschließen
ihre Stellungnahme wie folgt: "Unser
Volk, unsere Freundinnen und Freunde und die Öffentlichkeit müssen
wissen, dass unsere Partei, die eine 30jährige heldenhafte Kampfgeschichte
hat, ihre neue Kampflinie auch heute mit Erfolg weiterverfolgen und die
Liquidation und den Defätismus zu verurteilen wissen wird." Diese
Erklärung wurde von folgenden Mitgliedern der Volksverteidigungskräfte unterschrieben:
Faruk Bozkurt (Nasir), Gülsen Bas (Peyman Devrim), Sükran Biner
(Jiyan Deniz), Reyhan Yildirim (Helin), Sehnaz Altun (Sakine Batman), Bedriye
Tepe (Veroz), Baran Bingöl (Xoryas), Hatun Turhalli (Zeynep), Nazime
Adtürk (Devran), Derya Kül (Berivan), Sirin Dalduman, Zübeyde
Ersöz (Dorsin), Etem Karakurt, Remzi Ralyecin (Berxedan), Engin Karaaslan
(Haydar), Mesut Buldan (Rojhat, Neffe von Necdet Buldan), Mahmut Karabas
(Halil), Murat Tutal, Mahmut Evran (Seyit), Yücel Zeydan (Rüstem,
Sohn von Mustafa Zeydan), Cesim Elma (Çekdar), Demirhan Aslan, Metin
Yazar (Çetin, Neffe von Feridun Yazar), Dogu Sen (Raman, Sohn von
Nuray Sen), (Kemal, Sohn des Bürgermeisters von Van) Bayram Ike (Semdin,
Neffe des Bürgermeisters von Yüksekova) Ebenfalls
am 23.Juli in Özgür Politika erschienen: Mahmut
Evran (Seyit): ”Mein
Name innerhalb der Partei ist Seyit. Ich habe die Universität abgeschlossen.
Abgesehen davon, daß ich nicht von der Partei gefangen genommen wurde,
habe ich bislang auch keinen Rechenschaftsbericht über irgendein Vergehen
schreiben müssen. Die Absicht derartiger Behauptungen ist, die Bevölkerung
zu verunsichern, Verwirrung zu verbreiten und die Atmosphäre zu vergiften.
In ihrem langjährigen Kampf hat die PKK eine Volksbewegung geschaffen.
Diese Bewegung kann überall ihre Kraft zeigen und von großem
Einfluss sein. Es hat sich erwiesen, dass die gefassten Beschlüsse
für die Lösung des Problems auch vom Volk als "machbar" empfunden
werden (gemeint ist die Friedenslösung, d.Ü.) und (zur Unterstützung)
Aktionen unternommen werden, die bis zu Selbstverbrennungen gehen. Die
aktuellen Spekulationen werden benutzt, um dieses Einvernehmen zu trüben.
Sie (die Spekulationen, d.Ü.) werden von bestimmte Zentren aus gelenkt.
Uns ist bekannt, mit welchen (egoistischen) Zielen die Deserteure in die
Parteieingetreten sind, und wann
und wie sie aus denselben Gründen später desertiert sind. Nachdem
sie ihre Positionen verloren hatten, haben sie sich erneut in die Strukturen,
aus denen sie kamen, zurückbegeben. In jüngster Zeit zielen neben
den USA und der Türkei gemäß ihrer Politik auch einige
Kräfte im Mittleren Osten darauf ab, die PKK zu unterwandern und eine
depressive Situation zu schaffen, um damit innere Fäulnis und Zerfall
zu verursachen. Sie versuchen speziell, unsere Familien zu beeinflussen.
Meine Familie braucht in keiner Weise (um mich) besorgt zu sein! Wenn meine
Angehörigen mich sehen wollen, kann ich ihnen sogar eine Adresse geben.” Baran
Bingöl (Xoryas): ”Seit
geraumer Zeit bin ich in den Reihen der Partei. Auch gegenwärtig bin
ich in keiner Weise unter Druck, gefangen oder einer ähnlichen Situation
ausgesetzt. Die Deserteure sind Personen, die keinen Glauben an die Revolution,
an das Volk, an den Vorsitzenden und an die Partei haben. Auf der Welt
gibt es keinen Ort, an dem man sich freier fühlt als bei der PKK.
Auch für die Frauen innerhalb PKK ist kein Ort außerhalb der
Partei vorstellbar, an dem sie frei leben und atmen könnten! In diesem
Sinne kann ich die erhobenen Vorwürfe nur mit Nachdruck dementieren
und sagen, dass sie alle jeglicher Grundlage entbehren. Das Ziel der Veröffentlichung
dieser Behauptungen ist die Beeinflussung der Familien, der Verwandten
und sogar der Menschen aus derselben Heimatregion. Ich als jemand, der
aus Bingöl kommt, glaube, dass der patriotische Kern unseres Volkes,
der sich in der jüngsten Geschichte ausgebildet hat, immer (andere
Elemente) überwiegen wird. Wenn Bingöl Saits und Selim Çürükkayas
hervorgebracht hat, darf nicht vergessen werden, dass aus Bingöl auch
Helden wie Karasungur, Hayri und Hüseyin Durmuþ gekommen sind.” Engin
Karaaslan (Haydar): ”Seit
langen Jahren kämpfe ich in den Reihen der PKK. Ich habe keine Informationen
darüber, dass ich festgenommen worden bin, und niemand hält mich
gefangen. Wie Sie sehen, stehe ich heute hier vor Ihnen und führe
meine Bildungstätigkeiten fort. Somit erkennen Sie die Absicht dieser
Propaganda, unsere Partei von innen heraus zu schwächen und die Familien
und Teile des Volkes, die den Kampf der Partei unterstützen, von ihr
abzuspalten; endlich soll durch eine solche Schwächung der Partei
der Vorsitzender die Unterstützung verlieren. Wenn diese Bemühungen
auch scheinbar nur von ein paar Liquidatroren gesteuert werden, verbirgt
sich doch dahinter ein System und ein Komplott. Das tritt immer deutlicher
zum Vorschein. Unsere Partei ist in ihrem 30jährigen Kampf bis heute
durch viele kritische Phasen gegangen. Unser Volk kennt die Geschichte
der Partei und ihre Widerstandsmöglichkeiten. Ich hoffe, dass unser
Volk auch in der bevorstehenden Zeit mit seinem praktischen Kampf beweisen
wird, dass es auf der Seite des Parteivorsitzenden und der Partei steht.” Mesut
Buldan (Rojhat): ”Mein
Name ist Mesut Buldan, mein Name innerhalb der Organisation Rojhat Gever.
Seit sechs Jahren kämpfe ich in den Reihen der PKK. Man beachte, dass
die Namen (der veröffentlichten Liste, d.Ü.) sorgfältig
ausgewählt wurden. Dahinter steht die Absicht, die Partei intern zu
spalten und die patriotischen Familien von der Partei abzusplittern. Es
ist die Weiterführung der seit längerem gegen unsere Partei und
unsere Revolution entwickelten internationalen Komplottszenarien. Im
Bezug auf meine Familie, vor allem, was die Äußerungen meines
Onkels in der letzten Zeit angeht er selbst war seit geraumer Zeit
mit dem Kampf und hat aus seiner Sicht auch in einem gewissen Maß
Anstrengungen in dieser Richtung unternommen : Es ist notwendig,
dass er sich, seine Stellung achtend, aus der Gegenposition gegenüber
der neuen Phase losreißt. Als
ein Familienmitglied möchte ich ihm sagen, dass er sich für diese
Art von Haltungen und Provokationen nicht instrumentalisieren lassen sollte.
Zu meinen anderen Familienangehörigen möchte ich sagen, dass
die Schmerzen beider Völker begonnen haben, nachzulassen, und dass
sie sich in dieser Phase bis zuletzt am (politischen) Kampf beteiligen
müssen. Ich glaube, dass sie hierfür jede Opferbereitschaft zeigen
werden. Ich möchte allen meinen Respekt und meine Grüße
übermitteln.” Metin
Yazar (Çetin): ”Ich
bin 1968 in Urfa geboren. 1989 habe ich die Universität verlassen
und mich der Partei angeschlossen. Das Ziel der gegenwärtigen Kampagne
ist, unsere Partei zu spalten, was sie (ihre Gegner, d.Ü.) seit langen
ersehnten aber bis heute nicht erreichen konnten. Obwohl sie meinen Namen
kennen, bezeichnen sie mich mit dem Namen meines Onkels Feridun Yazar,
der eine Zeitlang Parteivorsitzender der HEP war. Gegenwärtig erfülle
ich meine Aufgaben. Die
Absicht dieser ³Nachrichten² ist, dass in der Region, in der
meine Familie lebt, ein negativer Einfluß ausgeübt wird. Die
Deserteure jedoch werden nicht einmal von ihren Familien beachtet werden!
Unser nationaler Befreiungskampf hat im kurdischen Volk das Bewusstsein
einer Einheit geschaffen. Um diese Einheit zu zerstören, gibt es große
Bemühungen, sowohl von äußeren als auch von inneren Kräften.
Ich möchte auf die Notwendigkeit hinweisen, dass die Patrioten an
solche Sachen nicht glauben sollten und sie sich nicht von diesen Machenschaften
beeinflussen lassen sollten. Im Gegenteil, sie sollten mehr als je zuvor
sich des (politischen) Kampfes annehmen.” Ali
Haydar Kaytan (Mitglied des Zentralkomitees der PKK) Am
23. Juli 2000 nahm Ali Haydar Kaytan (Mitglied des Zentralkomitees der
PKK) an einer Sendung des kurdischen Fernsehens MEDYA-TV teil. Er ging
auf die Angriffe in der letzten Phase gegen seine Partei ein. Im folgenden
Auszüge aus seiner Rede: »Das
Ziel der andauernden Kampagnen ist zweifellos, den PKK-Vorsitzenden Abdullah
Öcalan zu denunzieren« Ali
Haydar Kaytan, Mitglied des Parteipräsidiums der PKK, sagte am 23.07.00
in einem Diskussionsprogramm des kurdischen Fernsehsenders MEDYA-TV, dass
die aus Deutschland gesteuerte Verleumdungskampagne nicht nur eine Hetze
von Abtrünnigen, sondern eine Fortsetzung des gegen die PKK gerichteten
internationalen Komplotts sei. Kaytan
wies darauf hin, dass es kein Zufall sei, dass diese Kampagne erst nach
dem vor einigen Tagen abgeschlossenen Treffen der Vertreter von KDP und
PUK (die beiden südkurdischen Parteien »Kurdische Demokratische
Partei« und »Patriotische Union Kurdistans«) mit amerikanischen
Politikern in Washington durchgeführt wurden. "Zuvor
gab es ja sowieso schon Angriffe und Operationen dieser beiden Parteien
gegen uns in Südkurdistan,” fuhr Ali Haydar Kaytan fort. ”Die PUK
erzielte (jetzt) eine Kräfteverschiebung in den Gebieten, in denen
unsere Guerillaeinheiten stationiert sind. Gleich im Anschluss erfolgten
die aus Deutschland gestarteten (verbalen) Angriffe. Wenn man diese analysiert,
handelt es sich um Vorbereitungspropaganda, der direkte physische Angriffe
auf unsere Guerilla-Einheiten im Süden folgen sollten. Diese Angriffe
sollten zuvor durch die von bestimmten Kräften in Europa übernommene
Propaganda gerechtfertigt werden. Diese Kräfte in Europa sind bekannt.” Ali
Haydar Kaytan betonte, dass die PKK aus diesen Angriffen dennoch gestärkt
hervorgehe und dabei bewiese, dass sie trotz aller Angriffe ihre neue politische
Strategie entwickle und neue Wege einschlage. "All
dies (die Angriffe, d.Ü.) richtet sich gegen den Vorsitzenden Apo,”
betonte Kaytan. Er fuhr fort, es habe den Anschein, dass manche geheimdienstlichen
Organisationen und weitere daran Interessierte das Komplott gegen die PKK
dadurch fortsetzen wollten, dass sie sie in der Öffentlichkeit als
eine Organisation darstellten, die ehemalige Mitstreiter mit abweichender
Meinung exekutiere. Kaytan sagte dazu: ”Während sich unser Vorsitzender
unter Todesdrohung befindet, ist es für uns schwierig, diese politisch
unmoralischen Behauptungen zu beantworten.” Der
Redner betonte in seinem Beitrag, dass die PKK eine politische Partei sei
und eine Satzung habe. ”Wir alle sind Mitglieder einer politischen Partei,
und diese Partei hat eine Satzung. Darin sind die Rechte und Pflichten
der Mitglieder klar definiert. Wie funktioniert die Organisation, und wie
sind diese Rechte und Pflichten dargestellt? Was gibt es für Sanktionen,
und wie werden sie definiert? All diese Punkte sind eindeutig in der Satzung
geklärt.” "Ein
Paragraph der Satzung regelt z.B. die Parteidisziplin: »Die
Verletzung der Parteidisziplin, die Nicht-Beachtung oder Nicht-Umsetzung
der Satzung, Widerspruch gegen die Parteilinie oder deren Verletzung, Preisgabe
von Parteigeheimnissen, Nicht-Schützen der Werte und Möglichkeiten
der Partei sind als strafbare Handlungen gegen die Partei anzusehen.«" "In
diesem Zusammenhang wird betont, dass gegenüber diesen strafbaren
Handlungen gegen die Partei Disziplinarstrafen angewandt werden. Dabei
ist klar definiert, welche Strafen gegen solche Handlungen ausgesprochen
werden. Das sind: Verwarnung, Einfrieren der Mitgliedschaft und als schwerste
Strafe Beendigung der Mitgliedschaft (Ausschluss). Bisher wurde unsere
schwerste Strafe gegen Dr.Süleyman verhängt: Der 6. Parteikongress
beendete seine Mitgliedschaft.” Ein
Brief von Kani Yilmaz an Ulla Jelpke, Rüdiger Lötzer, Eberhard,
Renate Schulz u.a. Erschienen am 25.07.2000in
Özgür Politika
"Lügen
erfinden, Lügen verbreiten - Als
erstes wird gelogen. Anschließend wird mit den Lügen Politik
betrieben, als wären sie Wahrheiten. Diejenigen,
die eigentlich nicht zusammen sein sollten, werden durch direkte und indirekte
Aufstachelung und bewusste Terminplanung von den internationalen Komplottzentren
zusammen gebracht. Sie
appellieren an die Aufmerksamkeit einiger Freunde, die wir kennen und lieben,
und betrügen sie. Sie
verbreiten Spekulationen über diejenigen Freunde, die in den Bergen,
ihre Waffe in ihren Händen haltend, die freiesten Entschlüsse
schneller als jeder Andere und richtiger treffen können. Auf diese
Weise betreiben sie ”Internet-Kontra”. Es
wird keine Diskussion geführt und keine Kritik geübt. Sie
verstecken sich hinter demokratischen und individuellen Rechten, und der
Hass, der sich im Dienst des Komplotts sammelt, beginnt zu sprechen. Die
grundlegenden Rechte werden beschimpft. Man beteiligt sich an der Phase
der Liquidation der PKK. Das wird dazu führen, dass die politische
Grundlage der Angreifer zerbröckeln wird. Eine
weitere Tatsache, die durch den von den Komplott-Betreibern beschrittenen
Weg zum Vorschein kommt, ist, wen sie ausnutzen und wer sich ausnutzen
lässt. Während
diejenigen, mit Komplimenten überschüttet werden, die das Geld
und die Waffen, die ein Volk mit großem Leid und großer Mühe
erworben hat, klauen und damit abhauen, werden Kommandanten undVerantwortliche
zu "in Höhlen Gefangene" erklärt und dadurch versucht, ihre Familien
zu provozieren. Während
die Kriegsgewinnler sich die Hände reiben, erhoffen sie sich ebenso
wie der armselige Organisationsführer, der in seinem ganzen Leben
nicht eine einzige Stellung erkämpfen konnte, durch das Vorantreiben
des Komplotts, dass sie sich die Basis (im Volk) aneignen könnten,
die durch einen 30jährigen
Kampf entwickelt worden ist. Sie bemühen sich auf diese Weise eine
”Koalition mit der Hässlichkeit” einzugehen. Burkay
hat die Lügner mit einem Brief nach Köln eingeladen, und sie
alle, die noch nie für eine Sache nützlich gewesen sind, spielten
anschließend mit der Kölner Deklaration Demokraten. Dabei haben
sie ihre Ohren zugehalten, um die Rufe der achtzigtausend Kurdinnen und
Kurden, die nur 50 km von ihnen entfernt demonstrieren, nicht zu hören. LÜGE! In
der von einem Zelt überspannten Schule sitzen annähernd 250 Frauen
und Männer der Guerilla. Das Datum ist der 16. Juli 2000. Links vom
Podiumstisch spricht gerade ein hochgewachsener junger Mann (Mesut Buldan). Engin
Karaaslan, der ebenfalls als "Gefangener in der Höhle" bezeichnet
worden war, ist sehr wütend und beschimpft die politischen Händler,
die ihre Anker in Europa geworfen haben. Er nimmt ein Heft in die Hand
und verschwindet, um zu schreiben.
Veroz
Tepe schnappt sich Stift und Papier, um die Doppelzüngigkeit, die
die Provokation ihrer Familie beabsichtigt, zu beantworten. Die
Verleumder kannten seinen Namen nicht. Im Internet haben sie ihn als "Neffe
von Feridun Yazar" auf die Liste gesetzt. Hier heißt er Çetin.
Er ist Kommandant einer Guerillaeinheit. Vor lauter schäumender Wut
hört er auf niemanden. Er beschimpft die Lügner unflätig
in der Art und Weise aus Urfa. Wir sagen zu ihm: "Zu ihnen passt es, zu
lügen, zu dir aber passen keine solchen Schimpfwörter!" Darauf
schaut er uns betroffen ins Geschicht... Die
23 Personen, die der Ansicht waren: "Innerhalb der PKK können wir
unsere Meinung nicht frei äußern" und sich als Freiheitsinitiative
bezeichneten, sind in den Dienst der Komplottkräfte getreten. Die
PUK hat sie in Kalacolan angegriffen. Schon jetzt haben sich Dreizehn von
ihnen an Davut Bagistani mit einem Brief gewandt und erklärt: "Wir
sind betrogen worden, teilt das unserer Partei mit". Ein Brief gleichen
Inhalts, den sie an die Organisation »Zahmetkes« geschrieben
haben, wurde von der PUK aufgegriffen. Die
"Freiheitsinitiative" gerät schon am ersten Tag unter die Initiative
der Komplottkräfte und der Lügner. Auch
ihre Alternative wandelt sich wie die ihrer Vorgänger in PKK-Feindschaft,
Feindschaft gegenüber dem Vorsitzenden und die Bemühung, den
Freiheitskampf zu liquidieren. FREUNDE! Der
internationale Komplott hat seine Arbeitsweise geändert. Nachdem die
erhoffte Vernichtung mit dem 15. Februar, dem Tag der Entführung des
Vorsitzenden Apo ausgeblieben ist, bemüht man sich jetzt, in die Partei
(PKK) einzugreifen und auf der Basis, die mit unvorstellbaren Leid geschaffenen
wurde, einigen Platz zu schaffen. Der
Start für umfassende Angriffe und uferlose Lügenpropaganda wurde
eröffnet. Diese Angriffe wurde in der Türkei, in Europa und in
Südkurdistan zur gleichen Zeit begonnen, und sie wurden nicht an der
Lösung, an der Freiheit und an der Entwicklung und Diskussion der
demokratischen Werte entwickelt, sondern auf der Basis einiger weniger
Deserteure. Weil
sie wissen, was ein Verräter bei den Kurden bedeutet und welchen Hass
das beim kurdischen Volk auslösen wird waren sie bemüht, die
Aufmerksamkeit einiger unserer Intellektuellen und Freunde anzusprechen.
Sie wurden, indem man ihnen falsche Informationen und Namen gab, auf diese
Weise belogen. Einige angebliche Kurden haben die Freunde der Kurden gegen
den Freiheitskampf der Kurden manipuliert; zumindest haben sie es versucht. Sie
haben die Solidarität mit dem Vorsitzenden Apo zu verhindern versucht.
Burkay hat begonnen die Türkei aufzurufen, damit diese den Vorsitzenden
Apo hinrichtet! Die
Grundlage für diesen unheilvolle Aufruf haben sie über euch vorbereitet. Liebe
Ulla, Eberhardt, Renate und die anderen Freunde! Ich
kenne und schätze Euch. Eure
Aufmerksamkeit ist hinlänglich bekannt, die ich auch von ganzem Herzen
teile. Eigentlich sprechen wir eine gemeinsame Sprache und bringen auf
die gleiche Weise Töne hervor. Leider zeigt sich jedoch, dass die
geschminkte Stimme des Verrats zwischen uns tritt. Während die PKK
von der internationalen Reaktion bedroht wird, schmeißen die bankrotten
Politikhändler mit Steinen nach der PKK. Das Schlimme dabei ist, dass
sie dazu eure Hände zu missbrauchen versuchen. Sie lügen euch
an und täuschen euch! Die Todesstrafe ist in der PKK verboten worden.
Und sie ist vom Vorsitzenden APO verboten worden, der unter Verdrehung
der Realität gerade als derjenige dargestellt wird, der angeblich
den Todesbefehle erteilt habe. Weil ihnen das nicht nützt, verschweigen
sie diese Realität. Es
wäre schön gewesen euch zu sehen, mit euch zu diskutieren und,
im Rahmen der gemeinsamen Werte, den Kampf weiter zu entwickeln. Warum
bildet ihr keine Delegation, während zur Zeit derartige Spekulationen
angestellt werden und Burkay versucht, die PKK bei Amnesty International
anzuschwärzen? Bringt auch einen Vertreter von Amnesty International
mit. Die Möglichkeit besteht, es existiert ein Weg und unsere Stellungen
sind sicher. So
könnten wir uns sehen und diskutieren, und ihr könnt euch mit
denjenigen treffen, über die alle die Spekulationen angestellt worden
sind. Wenn ihr wollt, könnt ihr diese Delegation ruhig als "Kontrolldelegation"
bezeichnen. Niemand wird deswegen beleidigt sein oder etwas dagegen haben..... Erschienen
in Özgür Politika, 25.7.2000 Informationsstelle
Kurdistan e.V. Hobrechtstr.
14, 12047 Berlin, TEL./FAX: (030) 613 056 22 E-MAIL:
isku@mail.nadir.org, INTERNET:
http://www.nadir.org/isku/ Berlin
16.7.2000 Offener
Brief an PDS, KURDISTAN-RUNDBRIEF und JUNGE WELT Zum
"offenen Brief an den Präsidialrat der PKK", unterschrieben von Ulla
Jelpke, Rüdiger Lötzer und anderen, sowie zu den Artikeln in
der JUNGEN WELT vom 12. und 15. Juli 2000. Zeitgleich
mit dem offenen Brief an den Präsidialrat der PKK erschien in der
JUNGEN WELT ein Artikel unter der Überschrift ”Todesstrafe aus der
Todeszelle” von Anna Chondrula. In beiden Veröffentlichungen wird
behauptet, dass sich eine größere Gruppe PKK-KämpferInnen
von der PKK losgesagt habe. Ein Teil dieser Gruppe sei von der PKK festgenommen
worden, und man müsse jetzt um ihr Leben fürchten. Zu
den Vorwürfen und zum Hintergrund der erneuten Angriffe auf die PKK
hat der Präsidialrat der PKK Stellung bezogen (dokumentiert in der
Pressemitteilung der ”Internationalen Initiative Freiheit für Abdullah
Öcalan – Frieden für Kurdistan” vom 15.07.2000, zu finden u.a.
auf unserer Webseite http://www.nadir.org/isku). Daß
solche Kampagnen gerade in der BRD immer wieder auf fruchtbaren Boden fallen,
ist leider nichts Neues. Die PKK ist nicht die einzige Befreiungsbewegung,
die gerade in entscheidenden Phasen ihres Kampfes mit den absurdesten Vorwürfen
und der traditionellen westdeutschen linken Besserwisserei konfrontiert
wird. Als in Kurdistan Mitte der 80er Jahre die PKK mit dem bewaffneten
Kampf begann und damit einen großen Schritt zur Befreiung des kurdischen
Volkes unternahm, warnten unzählige Stimmen aus der Linken vor der
Aussichtslosigkeit dieser Politik. Parallel dazu begann eine Repressionswelle
gegen kurdische RevolutionärInnen im BRD-Exil, die auch von Teilen
der Linken – federführend waren damals die GAL Hamburg, die taz und
der Kommunistische Bund – mit einer öffentlichen Kampagne unterstützt
wurde. Jetzt wiederholt sich das gleiche Spiel. Die PKK leitet mit ihrer
offensiven Friedenspolitik eine neue Phase des Kampfes ein, die im kurdischen
Volk breiteste Unterstützung findet. Dies ruft wiederum nicht nur
Angriffe des türkischen Militärs und seiner verbündeten
feudalistischen kurdischen Parteien PUK und KDP hervor, auch in der BRD
bleibt die PKK klassenübergreifendes Feindbild Nummer eins. Der Staat
verhaftet und verurteilt, die linken und nationalistischen KritikerInnen
beklagen die "Kapitulation" bzw. Sinnlosigkeit der neuen Politik. Selbst
die Vorwürfe, mit denen Stimmung gegen die PKK gemacht wird, sind
die selben geblieben: ”parteiinterne Säuberungen”. Nur wird das Ganze
jetzt u.a. von Teilen der PDS, von der JUNGEN WELT und offenbar auch vom
KURDISTAN-RUNDBRIEF vorangetrieben. Erschreckend dabei ist auch das Niveau
der Vorwürfe. Die VerfasserInnen des ”offenen Briefes an den Präsidialrat”
machten sich nicht einmal die Mühe, die Quellen der Vorwürfe
zu benennen, und die JUNGE WELT beruft sich ausgerechnet auf die Webseite
”intername”, die unter anderem von dem Überläufer Selim Cürrükkaya
betrieben wird. Zu welcher Seite Cürrükkaya gehört, sollten
alle wissen, die sich seit längerer Zeit mit der Kurdistan-Frage beschäftigen;
alle anderen können seine Haltung in den Protokollen seiner Zeugenaussagen
in ”PKK-Prozessen” vor bundesdeutschen Gerichten nachlesen. Die
einzige andere "Quelle", die ähnliche Anschuldigungen hervorgebracht
hat, ist nach unserem Wissen die türkische nationalistische Tageszeitung
MILLIYET – die schon seit Jahren ähnlichen Unsinn über die PKK
verbreitet. Offenbar
sind die VerfasserInnen des offenen Briefes an den Präsidialrat nicht
auf die Idee gekommen, vor der Veröffentlichung nachzufragen, was
denn an den Vorwürfen dran sein könnte. Ihnen dürfte bekannt
sein, wo bei den auch in der BRD ansässigen kurdischen Institutionen
und Informationsbüros kompetente AnsprechpartnerInnen zu finden sind. Die
UnterzeichnerInnen des offenen Briefes an den Präsidialrat der PKK
sollten sich - wenn nicht schon geschehen - deutlich machen, wem solche
Kampagne tatsächlich nutzt: denjenigen, die die Friedenspolitik der
PKK sabotieren wollen, weil der Krieg ihre Lebensgrundlage darstellt, den
Hardlinern der türkischen Armee und ihren Waffenhändlern, den
feudalen Clans der Herren Talabani und Barzani mitsamt ihren Unterstützern
in Washington und Berlin.
Köln, 26. Juli 2000
kölner netzwerk
Siebachstr.85, 50733 Köln
Tel.:0221 - 97 31
03 13 Mo, Mi, Fr
Fax: 0221 - 97 31 03 21 14 - 16 Uhr
e mail: kmii-koeln@gmx.net
internet:http://www.stadtrevue.de/kmi
Offener
Brief Liebe
Freundinnen und Freunde, wir
möchten hiermit noch einmal Stellung beziehen zu unserer Unterschrift
unter den ”offenen Brief” an den Präsidialrat der PKK vom 13. Juli. Wir
haben die Stellungnahme des Präsidialrates zur Kenntnis genommen und
sind darüber sehr erleichtert, dass wesentliche in dem offenen Brief
enthaltene Angaben nicht den Tatsachen entsprechen sollen. Wir begrüßen
das Angebot, eine Delegation solle sich vor Ort selbst davon überzeugen. Wir
bedauern dass derart ungesicherte Informationen in einer Reihe deutscher
und türkischer Medien zu wenig informativer und einseitiger Berichterstattung
benutzt wurde. Wir
müssen einräumen, dass wir in der Kürze der Zeit nicht oder
nicht genügend nachgefragt haben, insbesondere was die Quellen dieser
”Information” betrifft. Wir haben uns zu sehr auf die Seriosität der
Informanten – insbesondere der Erstunterzeichner – verlassen. Mit
herzlichen Grüßen Jan
Henkel
Anonyme
Nachricht in ”Intername” Im
Internet ”Intername” erschien die folgende Nachricht am 07.Juli 2000. Der
Verfasser bleibt anonym Am
19. Mai 2000 haben sich in Südkurdistan 60 PKK-Guerilleros offen gegen
die Liquidations- und Verratspolitik Öcalans verhalten. Ungefähr
30 Mitglieder dieser Gruppe wurden von Öcalan-treuen Guerilleros festgenommen
und werden nun in Höhlen gefangengehalten. Die restlichen ca. 30 Personen
fanden in den kurdischen Bergen Zuflucht. Zur Situation dieser Gruppen
äußerte sich der zum Tode verurteilte und in Imrali inhaftierte
Öcalan, der eine Kampagne zur Abschaffung des Todesstrafe ins Leben
gerufen hat, seinen Anwälten gegenüber. Dabei befahl er, Oppositionelle
die seine Politik kritisieren, zu töten. In
den Gesprächsnotizen vom 7. Juni 2000 sagten Öcalans Anwälte
ihm folgendes: "Im
Vorfeld des 19 Mai, an dem sich diese Kräfte abgesetzt haben, hatte
sich eine Gruppe gebildet, die die Flucht vorbereitet hat. Sie bestand
aus Dr. Süleyman, Kücük Zeki und Yilmaz sowie fünf
Frauen, die schon vorher mit ihnen zusammen waren. Zwei weitere Personen,
die von der Gruppe beauftragt waren, einen Gespräche zwischen ihnen,
dem Iran und der PUK zu organisieren, wurden später von der Partei
gefaßt. Nach ihren während des Verhörs gemachten Aussagen
hatten die Geflohenen im Iran und bei der PUK nach einen Ort gefragt, an
dem sie bleiben könnten. Sie hätten sich aus politischen Gründen
von der PKK getrennt und könnten danach nicht mehr an ihrem bisherigen
Standort bleiben. Sie wollten zur PUK kommen und hätten auch darum
gebeten, dass man ihnen darüber berichte, auf welche Weise sich die
PUK praktisch von der KDP getrennt hatte. Daraufhin erklärte die Gesprächspartner
der PUK, sie würden darauf am 6.Juni eine Antwort geben. Die Geflohenen
ließen Flugblätter mit primitivstem nationalistischen Inhalt
zurück. Auf
diesem Dreierkongreß nehmen sie eine oppositionelle Haltung ein.
Sie sprachen sich besonders dagegen aus, dass die von der Parteiführung
(Öcalan) durchgeführten Analysen der Geschichte und der Aufstände
in den Report mit aufgenommen würden (es ist unklar, was für
ein Dreierkongress hier gemeint ist; d.Ü.). Ihr Verhalten zeugte von
einemniedrigen Nationalismus. Ihr
eigentliches Ziel sei es gewesen, die Initiative des (Präsidial-)Rates
zu spalten. So sagen sie z.B., der Vorsitzende habe zwar Charisma, sei
aber, wie alle charismatischen Personen, ein Diktator." Öcalan
erwiderte daraufhin den Anwälten: "Das tun sie bewußt. Damit
wollen sie der PUK ihre Verbundenheit zeigen. Das ist die alte Kunst der
PUK. Ein gefährlicher Verrückter, verdorben wie Ali Rizgari (Dr.
Süleyman). Es waren seine Anweisungen. Er hat den Mädchen Sprengstoff
umgebunden und sie losgeschickt. In der Familie Marangoz aus Ergani bei
Diyarbakir gab es zwei Brüder. Am Ende wurde der ältere von ihnen
mit einer Bombe in Diyarbakir gefaßt. Initiiert hatte das Dr. Süleyman.
Der Verrückte. Es wäre gut gewesen, wenn er die Leiche gesehen
hätte, bevor er abgehauen ist. Gut, dass er weg ist. Er ist ein Stück
Dreck. Talabani wird versuchen, sie gegen die Türkei zu benutzen.
Europawird sie als Agenten benutzen... "Wißt
ihr, der Staatsanwalt hat mich gefragt: 'Warum haben Sie so etwas nach
'93 nicht verhindert?'. Ich habe ihm gesagt: 'Sehen Sie in die Bücher,
ich kämpfe schon immerdagegen.'
Um einem solchen Komplott keine Chance zu geben, habe ich dazu aufgerufen,
die Kräfte aus den Grenzen (der Türkei) abzuziehen. Leute wie
Semdin, Selim, Kücük Zeki und Dr. Süleyman versuchten, Einfluß
in der PKK zu bekommen. (Im Sinne von 'die Macht zu übernehmen'; d.Ü.)
Sie verhalten sich wie primitive Banditen. Ich habe ihnen zugesetztSie
haben harte Schädel. "Mit
der Aktion vom 19. Mai und ihrer Flucht zur PUK versuchen sie, eine kleinbürgerliche
Entwicklung einzuleiten. Wichtig ist, welchen Anteil die PUK dabei hat.
Sie versuchen auf der Basis unzivilisierten Lebens eine primitive Struktur
zu schaffen. Ihre Anstrengungen gelten der Vernichtung, der Spaltung und
Zerschlagung der Freiheitsbewegung und der Vereitelung einer demokratischen
Lösung. Das ist weder eine demokratische, noch eine sozialistische
Entwicklung, sondern ein vollkommen unzivilisiertes Verhalten. Das ist
quasi die zweite Version von Semdins (früheren) Verhalten. Es gab
zuvor schon einmal ähnliche Bemühungen. Die Bewegung von Süleyman
und den anderen ist nicht neu. Es ist eine alte Linie, die '94 schon vertieft
wurde. Wir haben uns damals nicht weiter mit Selims Kontakten befaßt.
Das jetzige Stadium ist eindeutig Verrat. Vergleichbar mit der Handlungsweise
derjenigen, die zur KDP übergelaufen sind. Selim hat Kontakte zu organisierten
Leuten in Europa. Das hat Ähnlichkeit mit dem, was Semdin früher
in Lice getan hat. Sie können direkt mit Europa reden. Sagt dem (Präsidial-
Rat), dass man sie schon seit jeher sehr gut gekannt hat. Die von ihnen
durchgeführten Aktionen kommen einer Bandenbildung gleich. Sicher,
unter Kriegsbedingungen konnten sie auch ihre Regeln entwickeln. Das ist
eine schwere Schuld, das ist Verrat, damit muß man sich ernsthaft
befassen. Es sind Kriegsbedingungen, das sind die kritischsten Zeiten,
hier müssen die härtesten Sanktionen angewandt werden. Das ist
innerer Verrat. "Man muß Nasirs Persönlichkeit analysieren,
anderenfallswird er uns Schaden
zufügen... Ist
es möglich, die Flüchtigen zu Feinden zu erklären? Was sagt
ihr? Oder muß man sie als oppositionelle Front ansehen? Was kann
man mit ihnen machen?" RA:
"Sie als oppositionelle Front anzusehen, bedeutet das nicht, sie anzuerkennen,
ihnen eine politische Mission zu übertragen?" A.Ö.:
"Stimmt, das würde es bedeuten, doch ich denke, in dieser Zeit sollte
man niemanden verlieren. Aber ich möchte gerne wissen, was ihr meint,
was wir mit ihnen machen sollten. Können sie uns später noch
schaden?" RA:
"Wir glauben nicht, dass sie ernsthaften Schaden zufügen können,
aber sie könnten sich mit einigenLeuten
in Europa und auch in der Türkei treffen." Wir
werden den Bericht über das Gespräch Öcalans mit seinen
Anwälten später auf diesen (Internet-)Seiten veröffentlichen.
Wir möchten hier noch auf einen beschämenden Punkt eingehen.
Diese Person, die zum Tode verurteilt in Imrali einsitzt und sich um eine
Abschaffung der Todesstrafe bemüht, spricht Todesurteile gegen Guerilleros
aus, die in Opposition zu seiner Politik stehen. Und mit Wissen des Staates
werden diese Anweisungen von den Anwälten an die Organisation weitergegeben. Nachfolgen
veröffentlichen wir die Namen der in den Höhlen Sürkurdistans
gefangengehaltenen Gurerilleros: 1-
Faruk Bozkurt; 2- Feyman Devrim; 3- Sükran Deniz; 4- Reyhan Yildirim;
5- Sehnaz Altun; 6- Veloz Tepe; 7- Hurie Bingöl; 8- Hatun Turhalli;
9- Nazime Adtürk; 10-Derya Kül; 11-Sirin Dalduman; 12-Zübeyde
Ersöz; 13-Etem Karakurt; 14-Remzi Palyecin; 15-Engin Karaaslan; 16-Mesut
Buldan; 17-Mahmut Karadag; 18-Enver Hasan; 19-Murat Tutal; 20-Mahmut Evran;
21-Yücel Zeydan; 22-Erzan Dürre; 23-Casim Elma; 24-Demirhan Aslan;
25-Feridun Yazar´in yigeni; 26-Nuray Sen´in oglu; 27-Van Belediye
Baskaninin oglu; 28-Semdin (Yüksekova Belediye Baskaninin yegeni). Die
Namensliste der (weiteren) Personen, die sich von der Partei getrennt haben: 1-
Sait Cürükkaya (Dr.Süleyman); 2- Ayhan Ciftci (Kücük
Zeki); 3- Yildirim Kaya (Yilmaz); 4- Rabi Güler; 5- Fesih Haran; 6-
Ahmet Kirboga; 7- Hakan Aydemir; 8- Edip Ates; 9- Süleyman Kayran;
10-Ali Can Isik; 11-Cahit Ayaz; 12-Arif Bazencir; 13-Mehmet Bayar; 14-Mehmet
Sah Gümüs; 15-Sirin Nesne; 16-Engin Catak; 17-Metin Sehir; 18-Mehmet
Sögüt; 19-Abdullah Güzel; 20-Memduh Kentas; 21-Zahit Özdemir;
22-Yusuf Alicioglu; 23-Oya Bayran; 24-Leyla Süner; 25-Halime Ucar;
26-Fatos Özkan. Selim
Cürükkaya (Intername, 9.Juli 2000): Am
9. Juli 2000 erschien im ”Intername” der folgender Aufruf von Selim Cürükkaya:
Ich
rufe euch auf
Vor
zwei Tagen habe ich auf dieser (Internet-)Seite die Nachricht über
die beiden Guerillagruppen gelesen, die in Südkurdistan dem Verrat
von Öcalan widersprochen haben. Leider ist diese Nachricht wahr. Eine
der beiden Gruppen wurde festgenommen und die andere 28köpfige Gruppe
schaffte es, sich in Sicherheit zu bringen. Unter ihnen befindet sich auch
mein Bruder Dr. Süleyman. Wer diese (Internet-)Seiten verfolgt, weiß,
dass ich vor drei Monaten geschrieben habe, dass Öcalan gegen meinen
Bruder die Todesstrafe verhängt habe. Ich hatte betont, dass diese
Strafe noch nicht vollstreckt worden sei. Dass Öcalan jedoch seinen
Anwälten gegenüber gesagt hat: "Dr. Süleyman hätte
schon lange hingerichtet werden müssen", zeigt, dass er nicht davon
abgelassen hat, Todesstrafen zu verhängen und sich als Henker zu zeigen,
und dass es seine Feindschaft gegen das kurdische Volk meinem Bruder entgegenspielen
will. Dabei
war mein Bruder ihm ergeben. Als ich mein Buch "Apos Verse" veröffentlicht
hatte, schrieb er in »Sexwebun« und »Özgür
Politika« Artikel gegen mich und für Apo. Dann rief er meine
Mutter an und sagte ihr: "Bald werden wir dir die Leichen von Selim und
Aysel schicken". So hat also mein Bruder, der durch Apos bestialische Ideologie
derart entmenschlicht wurde, mit der Zeit Apos wahres Gesicht erkannt.
Daraufhin verhängte Öcalan, der auf Imrali gefangengehalten wird,
ein zweites Mal die Todesstrafe gegen ihn. Ich rufe hier alle Menschen
aus Kurdistan und die Menschheit auf: Öcalan wurde zum Tode verurteilt.
Wir bemühen uns alle darum, dass diese Hinrichtung nicht erfolgt.
Aber er selbst schickt über seine Anwälte die Anweisung an die
Mörder, junge Leute die seine Politik kritisieren, zu töten.
Das ist eine Tragödie. Ich will Stimmen. Wenn ihr schweigt, wird euch
euer Gewissen nicht ruhen lassen. Die PKK soll die
Gefangenen freilassen! Nach
den Informationen die wir erhalten habenund
die zum Teil auch in den Medien erschienen sind, hat die PKK-Führung
einige Kader und Guerilleros, die die Partei verlassen wollten oder der
aktuellen Linie der Partei nicht zustimmen, verhaftet und beschuldigt sie
des Verrats. Das Leben dieser Menschen ist im Gefahr! Deswegen veröffentlichte
auch die »Gesellschaft für bedrohte Völker« eine
Warnung an die Führung der PKK. In
der Vergangenheit sind bei der PKK ähnliche Ereignisse sehr oft vorgekommen.
Es ist aber interessant, dass die PKK das auch in einer Phase macht, in
der sie ihre bewaffneten Aktionen gegen die Türkei eingestellt hat
und ihre Aussagen in Bezug auf Frieden und Demokratie jederzeit betont.
Noch interessanter ist es, dass der PKK-Vorsitzender Abdullah Öcalan
selbst in seinen Botschaften aus der Imrali-Gefängnis, die er durch
seine Anwälte schickt, gegen diese und weitere Personen Beschuldigungen
und Drohungen richtet. Eine dieser Botschaften ist in der 222. Ausgabe
der Zeitschrift "SERXWEBÛN" veröffentlicht. Öcalan
beschuldigt die genannten Personen in dieser Botschaft als Verräter
und fordert unter der Begründung, dass Kriegsbedingungen herrschten,
dass das Kriegsrecht ausgeübt werde, also er fordert damit den Tod
dieser Personen. Was
für ein Widerspruch den die Vernunft nicht aufnehmen kann! Die demokratische
Weltöffentlichkeit, kurdische Patrioten und türkische Demokraten
unternehmen viele Anstrengungen für die Abschaffung der Todesstrafe
und für die Meinungsfreiheit. Dagegen streitet aber der zum Tode verurteilte
Öcalan den Menschen in der Organisation und außerhalb der Organisation
die Meinungs- und Kritikfreiheit ab und fordert zu deren Ermordung auf. Können
etwa so eine PKK und so ein Öcalan glaubwürdig sein? Ist diese
Haltung mit der Friedens- und Demokratie-Forderung in Zusammenhang zu bringen?
Was für eine Haltung ist das von der PKK, wenn sie der Türkei
Frieden anbietet, zugleich behauptet, für die Verwirklichung eine
demokratischen Gesellschaft zu arbeiten und deswegen die Waffen stillgelegt
zu haben, aber gegen kurdische Patrioten und die Menschen aus den eigenen
Reihen die der neuen Strategie nicht folgen wollen, Gewalt ausübt? Unsere
Partei warnt wegen die letzte Ereignisse die PKK Führung und fordert,
dass das Leben dieser Menschen gesichert wird, dass sie freigelassen werden,
und dass sie das Recht dazu haben, sich von der Organisation zu trennen.
Eine entgegengesetzte Haltung wird erneut bestätigen und beweisen,
dass alle Reden der PKK inhaltslos sind. Die PKK wird von der nationalen
und internationalen Öffentlichkeit schärfstens verurteilt werden. Aber
noch wichtiger ist die Tatsache, dass Öcalan die genannten Botschaften
von der Imrali-Insel aus, zwischen vier Mauern, wo alle seine Worte und
Bewegungen kontrolliert werden, durch seine Anwälte regelmäßig
nach außen gelangen lassen kann. Ist das möglich, ohne die Erlaubnis
oder gar Bestätigung des türkischen Staates? Es
ist keine Geheimnis, dass Öcalan seit seiner Verhaftung dem türkischen
Staat Dienste leistet, dass er die Befehle des türkischen Generalstabs
befolgt, und dass sein Leben deswegen verschont blieb. Öcalan wird
ganz nach den Wünschen des türkischen Staates gelenkt, und es
wird zugelassen, dass seine Anwälte die genannten Botschaften hinaustragen. Diese
Botschaften sind die Aufrufe zur Kapitulation für das kurdische Volk.
Für die Sympathisanten, die kurdischen Patrioten, die politischen
Parteien und deren Vorsitzende, die diese Haltung kritisieren, sind diese
Botschaften Aufrufe zu Bedrohung und Massakern. Die
Anwälte, die diese Botschaften weitertragen, leistenkeine
patriotische Arbeit; vielmehr beschmutzen sie die Ehre ihres juristischen
Berufs und werden Mittler eines ekelhaften Plans. Somit arbeiten sie als
ein Rad des türkischen Regimes. Deswegen
liegt die Verantwortung, für das was geschehen wird, vor Öcalan,
der PKK und diesen Kurier-Anwälten beim türkischen Staat, der
alle lenkt. Wenn die Gefangenen bei der PKK getötet werden, ist vor
allem die Türkei dafür verantwortlich. Die Guerilleros, die die
PKK zurückgezogen und in Südkurdistan stationiert hat, werden
ständig von Öcalan angestachelt, die kurdische autonome Regierung
in Süden anzugreifen. Der Verantwortliche und Lenkende dafür
ist wiederum die Türkei. Wenn
morgen durch PKK-Provakateure kurdische politische Führer undderen
Kader angegriffen werden, wird der Verantwortliche wieder der türkische
Staat sein. Die türkische Führung will, nachdem sie mit Hilfe
mancher Anderer Öcalan in ihre Hände bekommen und durch ihn die
PKK wirkungslos gemacht hat, die sie jetzt selbst lenkt, mit Hilfe der
PKK die kurdische Nationalbewegung gänzlich lahm legen und sich in
der Eintrittsphase in die EU von allen Problemen bezüglich der kurdischen
Frage befreien. Dazu verwendet sie wiederum ihre schmutzigen Methoden um
die kurdische Opposition, die diese Spiel erkannt hat, zu beseitigen... Wir
rufen die patriotische Menschen, die Kader, die mit reinen patriotischen
Gefühlender PKK angeschlossen
haben und noch bei ihr sind, dazu auf, diese eklige Falle zu sehen und
sich dagegen zu stellen. Sie müssen eine Entscheidung treffen: Sie
müssen entscheiden, auf wessen Seite sie sind. Sind sie auf der Reihen
des kolonialistischen Regimes oder auf der Seite des kurdischen Volkes? Patriotismus
übt man nicht dadurch, dass man dem türkischen Staat dient und
die kurdische Patrioten angreift. Dieses ist Verrat! junge
Welt, 12.07.2000 Todesstrafe
aus der Todeszelle Türkei:
Auseinanderstzungen innerhalb der PKK nehmen zu Die
Widersprüche innerhalb der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) haben sich
offensichtlich innerhalb der letzten Wochen erheblich zugespitzt. Wie der
kurdische Internetdienst "InterName" meldet, hat bereits am 19. Mai eine
größere Gruppe von PKK-Guerillakämpfern versucht, sich
von der Partei zu trennen. Dabei gerieten sie jedoch in eine bewaffnete
Auseinandersetzung mit linientreuen PKK- Mitgliedern, in deren Folge etwa
die Hälfte der Gruppe festgenommen und nun in den Lagern der PKK gefangengehalten
wird. Der anderen, etwa gleichstarken Gruppe gelang die Flucht, sie hält
sich in den Bergen im Nordirak versteckt. Bei
den Abtrünnigen handelt es sich zum Großteil um hochrangige
Leitungskader der PKK und militärische Kommandanten, die wie zum Beispiel
die ehemaligen ZK- Mitglieder Faruk Bozkurt, Dr. Süleyman (Sait Cürükkaya)
und Kücük Zeki zehn oder mehr Jahren aktiv am Guerillakampf teilgenommen
haben. Auffallend hoch ist auch der Anteil von Frauen unter den Gefangenen
und Geflohenen, darunter viele Führungsmitglieder der kurdischen Frauenpartei
PJKK. Angehörige der Festgenommen fürchten um das Leben der von
Öcalan als "Verräter" und "Dreckskerle" bezeichneten Abtrünnigen.
Über die ihn besuchenden Rechtsanwälte hat der PKK-Vorsitzende
der Partei den Auftrag erteilt, die "Verräter nach den Kriegsgesetzen
zu bestrafen", was einem Todesurteil gleichkommt. So äußerte
sich Öcalan in der jüngsten Ausgabe der Parteizeitung Serxwebun
ganz offen: "Ihre Straftaten sind schwerwiegend, das ist Verrat, innerer
Verrat. Was sie gemacht haben, ist ein vollkommener Akt der Liquidation,
man muß strengstens dagegen vorgehen. Kriegsbedingungen sind die
kritischsten Zeiten. Von daher müssen die härtesten Sanktionen
angewandt werden. (....) Süleyman ist ein Psychopath, es wäre
besser gewesen, wenn er bestraft (= hingerichtet/A. C.) worden wäre,
bevor er geflohen ist. (...) Diejenigen von ihnen, die geläutert werden
können, müssen erzogen und korrigiert werden. Anderenfalls finden
die Kriegsgesetze Anwendung." Die
Widersprüche innerhalb der PKK hatten sich bereits seit Öcalans
Verschleppung in die Türkei und seiner politischen Kehrtwende vor
Gericht verstärkt. So wird aus Kurdistan berichtet, daß die
nun gefangene bzw. geflohene Gruppe bereits auf dem 7. Parteikongreß
im Januar diesen Jahres gegen den "Imrali"-Kurs Stellung bezogen und sich
insbesondere gegen die Umschreibung der kurdischen Geschichte und die Annahme
der offiziellen türkischen Staatsideologie gewehrt habe. "Sie haben
eine offene Diskussion gefordert, doch diese wird in der PKK nicht zugelassen",
berichtet Selim Cürükkaya, selbst ehemaliger Führungskader
der PKK und Bruder des Parteiratmitglieds Dr. Süleyman, der sich unter
den Geflohenen befindet, gegenüber junge Welt. "Wir
sind ernsthaft besorgt um das Leben unserer Angehörigen", erklärte
der im deutschen Exil lebende Nejdet Buldan gegenüber junge Welt.
Ein Neffe des ehemaligen Bürgermeisters von Yükeskova/Hakkari
befindet sich unter den von der PKK gefangenen Abtrünnigen. "Um das
Leben unserer Kinder zu retten, werden wir uns an internationale Menschenrechtsorganisationen
wenden und das Rote Kreuz um Vermittlung bitten", so Buldan, selbst langjähriges
Mitgliedes des kurdischen Exilparlaments. Der
Bericht in "InterName" schließt mit den Worten "Der tragische Punkt,
auf den wir hier hinweisen wollen, ist der, daß der zum Tode verurteilte
Öcalan einerseits alle Anstrengungen unternimmt, damit das Urteil
gegen ihn aufgehoben wird, andererseits aber von Imrali aus nun selbst
die Todesstrafe gegen Guerillakräfte verhängt, die in Opposition
zu seiner Politik stehen. Diese Todesurteile werden mit Wissen des Staates
und über die Rechtsanwälte weitergeleitet." In den nächsten
Tagen wird sich zeigen, wie all diejenigen solidaritätsbewegten Kräfte
in der Bundesrepublik, die seit einem Jahr zu Recht eine Aufhebung des
Todesurteils gegen Öcalans verlangen, nun auf die von ihm verlangten
"härtesten Sanktionen des Kriegsrechts" reagieren und sich für
die das Leben der Gefangenen in den Händen der PKK einsetzen. Anna
Chondrula ***
"InterName" im Internet: http://members.aol.com/bfunderman/welcome.html An
die Führer der PKK im Nahen Osten, in Europa und ihre Unterstützer: Sehr
geehrte Damen und Herren,
Unter
den von der PKK gefangengenommenen Personen sind nach unserer Kenntnis:
Herr Faruk Bozkurt, Herr Feyman Devrim, Frau Sükran Deniz, Frau Reyhan
Yildirim, Frau Sehnaz Altun, Veloz Tepe, Frau Huri Bingöl, Frau Hatun
Turhali, Frau Nazime Adtürk, Frau Derya Kül, Frau Sirin Dalduman,
Frau Zübeyde Ersöz, Herr Etem Karakurt, Herr Remzi Palyecin,
Herr Engin Karaaslan, Herr Mesut Buldan, Herr Mahmut Karadag, Herr Enver
Hasan, Herr Murat Tutal, Herr Mahmut Evran, Herr Yücel Zeydan, Herr
Erzan Dürre, Herr Casim Elma, Herr Demirhan Aslan, ein Neffe von Feridun
Yazar, der Sohn von Nuray Sen, der Sohn des Oberbürgermeisters der
Stadt Van sowie Herr Semdin (Neffe des Bürgermeisters der Stadt Yüksekova).
In
Europa setzen sich zahlreiche Organisationen und Persönlichkeiten
gegen die Vollstreckung des Todesurteils ein, das am 29. Juni 1999 gegen
Ihren Parteiführer Abdullah Öcalan verhängt wurde. Davor
hatten sich die europäischen Freunde ihrer Guerillaorganisation, zu
denen die GfbV übrigens nie gehören wollte, monatelang sogar
für die Freiheit von ”Apo” eingesetzt. Jetzt erfahren wir, dass Öcalan
praktisch den Befehl für die Liquidierung von 28 Menschen erteilt.
P.S.
Falls die Gefangenen schon umgebracht wurden, werden wir Öcalans Rechtsanwälte
und PKK-Funktionäre, die bei der Übermittlung des Hinrichtungsbefehls
mitgewirkt haben, wegen Beihilfe zum Mord anzeigen. |
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