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APPELL VON HANNOVER

Zur Dokumentation verbreiten wir heute eine Auswahl von Texten und Erklärungen zum “Aufruf” der Abgeordneten Jelpke, PDS, und von Tilman Zülch u.a.

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung: Ein Brief von YEK-KOM

1-Erklärung des Präsidialrates der PKK vom 14. Juli 2000

2-Erklärung der Europavertretung der PKK vom 21. Juli 2000

3-Erklärung der Europavertretung der PKK vom 26. Juli 2000

4-Briefe und Erklärungen von angeblich verhafteten Angehörigen der Volksbefreiungskräfte (Özgür Politika vom 17. und 23. Juli) 

5-Auszüge aus der Rede von Ali Haydar Kaytan
(MEDYA-TV am 23. Juli 2000)

6-Kani Yilmaz: ”Lügen erfinden, Lügen verbreiten,...”
(Özgür Politika 25. Juli 2000)

7-”Offener Brief an PDS, Kurdistan-Rundbrief und Junge Welt” (ISKU)

8-”Offener Brief” vom Kölner Netzwerk ”Kein Mensch ist illegal”

9-Übersetzung aus INTERNAME vom 7. Juli 2000

10-Übersetzung aus INTERNAME / Selim Cürükkaya vom 9. Juli 2000

11-”Die PKK soll die Gefangenen freilassen” (Flugblatt von PSK)

12-”Todesstrafe aus der Todeszelle” (junge welt, 12. Juli 2000)

13-”Offener Brief” Gesellschaft für bedrohte Völker (13. Juli)
 

 
 
 
 

Föderation Kurdischer Vereine in Deutschland e.V.

Graf-Adolf-Str. 70 A, 40210 Düsseldorf

Tel: 0211-1711451; Fax: 0211-1711454

Was bezweckt die gegen die PKK gerichtete Kampagne?
 

 
 

Sehr geehrte Damen und Herren!
 

In den vergangenen vierzehn Tagen wurde die PKK zum Ziel einer üblen Verleumdungskampagne. Die Behauptungen gingen dahin, dass rund dreißig Guerilla-Angehörige der PKK, die angeblich in Opposition zu dem von Abdullah Öcalan entwickelten und vom außerordentlichen Kongress der PKK im Januar 2000 verabschiedeten Friedensprojekt standen, von der Partei verhaftet worden seien. Sie würden "in Höhlen gefangen gehalten” und Abdullah Öcalan habe ihre Liquidation gefordert.

Diese "Informationen” beruhten auf zwei Internet-Artikeln, einer davon von Selim Cürükkaya. Einige Personen aus der Bundesrepublik machten daraus einen ”Offenen Brief an den PKK-Präsidialrat” und sammelten dafür Unterschriften, wobei die Quelle der Beschuldigungen nicht angegeben wurde.

Durch Briefe an die kurdische Zeitung "Özgür Politika” und durch deren Interviews mit den in der Kampagne namentlich genannten Guerilla-KämpferInnen, durch Fernsehsendungen in MEDYA-TV, in denen u.a. Familienangehörige der "PKK-Gefangenen” live und einige der angeblich zur Exekution Bestimmten telefonisch zu Wort kamen, sowie durch Äußerungen des Präsidialrats der PKK und weiterer Persönlichkeiten wie z.B. Ali Haydar Kaytan und des in Deutschland überaus bekannten Kani Yilmaz konnten die verleumderischen Behauptungen inzwischen widerlegt werden; außerdem wurden diejenigen, die immernoch nicht überzeugt sind, eingeladen, eine Delegation in die Berge Südkurdistans zu bilden, um mit den angeblich "Abtrünnigen” selbst zu diskutieren.

Bedauerlicherweise ließen sich deutsche Freundinnen und Freunde, die seit Jahren Kontakt zu kurdischen Organisationen (zum Teil auch zu YEK-KOM) haben, durch die bekannten und bis zu diesem Zeitpunkt unverdächtigen Namen einiger Erstunterzeichner veranlassen, ihre Unterschrift ebenfalls unter diesen Brief zu setzen. Warum haben diese UnterzeichnerInnen nicht wenigstens versucht, vor ihrer Unterschrift unter so schwer wiegende Vorwürfe bei uns oder kurdischen VertrerInnen anderer Organisationen wenigstens nachzufragen, ob etwas an den Vorwürfen dran sein könnte? Warum habt ihr, liebe Freundinnen und Freunde und Sie, geehrte Damen und Herren, die regelmäßig unsere Veröffentlichungen zugeschickt erhalten, so wenig Vertrauen?

Durch diese Kampagne wird versucht, die neue Phase und die mit ihr verbundenen Hoffnungen der Kurdinnen und Kurden, endlich ein Leben in Frieden und in einem schrittweise zu demokratisierenden Staat zu erreichen, zunichtezu machen.

Menschen, die den Friedensweg nicht wollen, weil sie aus dem Konflikt materielle oder politische Vorteile gezogen haben, versuchen die Hoffnungen auf Frieden durch Verleumdungen zu zerstören und das ganze Friedensprojekt durch ihre gezielte und schmutzige Aktion in Frage zu stellen. Heute, am 27.Juli, war aus "Özgür Politika” zu erfahren, dass die PUK durch ihren Vorsitzenden Celal Talabani der PKK den Krieg erklärt habe. Diejenigen, die den "Offenen Brief an den Präsidialrat der PKK³ zu verantworten haben, verfolgten offensichtlich mit ihrer Aktion das Ziel, genau diese bevorstehende Kriegserklärung propagandistisch vorzubereiten. 

Wir bitten jede und jeden von Ihnen, die den verlogenenBrief unterschrieben haben, sich in Zukunft umsichtiger zu verhalten und sich zuvor über die Quellen von Informationen und deren Glaubhaftigkeit zu versichern, um nicht noch einmal für eine üble Machenschaft instrumentalisiert zu werden.

Düsseldorf, 27.07.2000

YEK-KOM


 

 
 
 
 
 

Internationale Initiative

Freiheit für Abdullah Öcalan – Frieden in Kurdistan

Internationales Koordinationsbüro

Postfach 100511, 50445 Köln

Telefon: 0221 1301559

Fax: 0221 1393071

E-Mail: info@freedom-for-ocalan.com

URL: www.freedom-for-ocalan.com

 

15.07.00

 

An die Redaktionen In-und Ausland / Türkei / Kurdistan / Mittlerer Osten

 

Aufgrund der Aktualität geben wir eine Erklärung des Präsidialrates der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) vom 14.07.00 in ungekürzter Form wieder, die uns vom kurdischen Nachrichtensender Medya-TV erreichte:

An unser Volk und die Öffentlichkeit

Mit dem Ziel unsere Partei zu zerstören und die kurdische nationale demokratische Bewegung unter Druck zu setzen, haben in der letzten Zeit die an dem internationalen Komplott beteiligten Kräfte ihre Angriffe gegen unsere Partei und unser patriotisches Volk verstärkt.

In diesem Rahmen wurde in der Türkei und in Südkurdistan systematisch gegen kurdische Organisationen, allen voran die HADEP, gegen Zeitungen, Vereine, Kultureinrichtungen vorgegangen. Zusammen mit der KDP und der PUK setzt die türkische Armee ihre seit April andauernde Militäroperation gegen unsere Volksverteidigungskräfte im Norden und Süden Kurdistans fort. In diesem Zusammenhang kam es in der letzten Wochein den Gebieten Gare, Haftanin, Metina, Oramar und Qalatuka zu Gefechten. Wie wir beobachten mussten, nahmen parallel dazu die staatliche Repression gegen kurdische Einrichtungen und Organisationen in der Bundesrepublik Deutschland zu. Eine große Anzahl kurdischer Vereine und Wohnungen wurden willkürlich durchsucht und viele Patrioten festgenommen. Als letztes Beispiel ist die Razzia in einem Verein zu nennen, der Kriegsopfern Hilfe leistet. Dabei wurde ein beidseitig beinamputierter Patriot festgenommen, der anschließend wieder freigelassen wurde. 

Während die Repression durch Militär und Polizei andauert, bleiben auch die Propagandaorgane der Beteiligten am internationalen Komplott nicht untätig. Sowohl in der Türkei als auch in Europa verbreiten Presseorgane und Nachrichtenagenturen gegenstandslose Nachrichten über unsere Partei. In diesen Falschmeldungen wird behauptet, dass seit dem 7. Parteikongress Hunderte von Guerillakämpfern getötet worden seien, unsere Partei sich gespalten hätte, unzählige Personen die Partei verlassen hätten, andere wiederum von der Partei inhaftiert und verurteilt worden seien. In den genannten Berichten wird behauptet, dass es sich bei den Betroffenen hauptsächlich um Frauen handele. Es wird sogar versucht, eine Brücke zu unserem in Imrali inhaftierten Vorsitzenden zu schlagen, in dem man diese verlogenen Erklärungen mit seinem Namen in Verbindung bringt.

Im Zusammenhang betrachtet wird deutlich, dass unsere Partei und die nationale demokratische Bewegung einem umfassenden Angriff ausgesetzt ist. Das internationale Komplott, welches mit der Verschwörung vom 09.10.1998 ihren Anfang nahm, richtet sich nunmehr gegen unsere Parteiführung und unsere bewaffneten Kräfte. Mit dem erneuten Washingtoner Gipfeltreffen zwischenKDP und PUK, sowie dem zeitgleichen Druck auf den Iran, wurde die Verbindung zwischen denEreignissen deutlich. Die Kräfte des internationalen Komplotts, die Kriegsgewinnler sowie die Banden sind wieder in Aktion. Sie zielen darauf ab, die Bemühungen für Frieden und die demokratische Phase zu sabotieren. Aus diesem Grund rufen wir alle Unterstützer von Frieden und Demokratie auf, dieser Situation gegenüber aufmerksam zu sein und warnen vor verspätetem Handeln. Das unsere Partei sich an den von ihr erklärten Waffenstillstand hält und unsere Guerillaeinheiten keine Angriffe durchführen, sondern sich im gegeben Falle lediglich verteidigen ist bekannt. Die Bilanz der, durch Angriffe seitens der türkischen Armee, unter der Beteiligung vom KDP und PUK hervorgerufenen Gefechte, wurde unsererseits stets veröffentlicht. Alle Informationen darüber hinaus, die über unsere Volksverteidigungseinheiten verbreitet wurden, entsprechen nicht der Wahrheit. Deshalb sollten unser Volk und Freunde diesen Spekulationen keinen Glauben schenken.

Es ist uns bekannt, dass sich am 19. Mai unter der Führung von Süleyman und Zeki eine Gruppe von zwanzig Personen, darunter vier Frauen, von der Partei abgesetzt hat. Diese befinden sich mittlerweile bei der PUK. Es ist uns bewusst, dass diese Gruppe von defätistischen und zersetzenden Kräften, sich als Handlanger des internationalen Komplotts unter uns befanden. Dies hatten wir schon in früheren Erklärungen erwähnt. Jetzt versuchen jene Banden, dieGegner außer- und innerhalb der PKK, sich an Lügen festzuklammern und einen Sturm im Wasserglas zu entfachen. Damit bezwecken sie die innere Einheit der Partei zu erschüttern. Es mag sein, dass einige nicht wissen, wer diejenigen sind, die sich von der Partei losgesagt haben; aber alle Angehörigen unserer Partei und unser patriotisches Volk wissen sehr genau, wer diese zersetzenden Seilschaften sind. Es sind jene die 1993 während der Phase des Waffenstillstandes in Bingöl das Vorhaben einer politischen Lösung sabotiert haben (dort wurden unter der Führung von Semdin Sakik 33 unbewaffnete Soldaten erschossen, was zur Beendigung des Waffenstillstandes führte, d.Ü.) Es sind auch die gleichen, die mit ihrem moralisch nicht vertretbaren Vorgehen der Partei großen Schaden zufügten. Es sind wiederum die gleichen, die schon damals Mitglieder in der mit dem Feind kollaborierenden Gruppe von Semdin Sakik waren, welche nur auf ihren kleinlichen persönlichen Interessen bedacht war. Aus diesem Grund rufen wir alle zur Wachsamkeit auf. Diejenigen, die momentan ihre Angriffe auf die PKK fortsetzen, werden bald erkennen, mit wem sie es wirklich zu tun haben. Sehr bald werden sie ihren Irrtum und die Irrealität ihrer Berechnungen einsehen.

Auf der anderen Seite wird versucht diese Vorfälle mit unserem, auf Imrali unter schweren Lebensbedingungen gefangengehaltenen Vorsitzenden in Verbindung zu bringen. Dies ist ein Vorgehen, was weder auf moralischer Ebene vertretbar ist, noch eine angemessene Vorgehensweise darstellt. Behauptungen wie die Existenz von tiefgreifenden Differenzen innerhalb unserer Partei oder die Festnahme und Bestrafung von vielen Kämpfern, sind fern jeglicher Realität. Es ist kein Zufall, dass einige unserer Genossen, welche angeblich festgenommen worden sein sollen, Mitglieder von bekannten kurdischen Familien sind. Dies zeigt auf, mit welchen Methoden die psychologische Kriegsführung arbeitet und welcher Mittel sie sich bedient. Wir sind eine weltoffene Partei in der sämtliche Diskussionen und Arbeiten in einem offenen Rahmen durchgeführt werden. Alle Mitglieder unserer Partei, auch die in den Meldungen namentlich genannten, wissen sehr genau, dass diese Propaganda und Angriffe auf die Zerstörung der Einheit unserer Partei abzielt. Diesen Angriffen gegenüber verspüren sie einen großen Zorn. Die Spekulationen über die Befindlichkeit der weiblichen Mitglieder unserer Partei sind gegenstandsloser Art. Unsere Genossinnen haben zu jeder Zeit gezeigt, dass sie eine treu mit unserer Partei und Führung verbundene Gemeinschaft sind. Dies haben sie in zahlreichen Aktionen und mit ihrem emanzipatorischen Auftreten mehrmals bewiesen. 

Wir rufen nochmals die Öffentlichkeit dazu auf, ihre Aufmerksamkeit auf die Angriffe gegen unsere Partei zurichten und sich nicht selbst zum Werkzeug des internationalen Komplottes zu machen. 

An unser patriotisches Volk!

Auf der Grundlage der Linie des 7. Kongresses entwickelt unsere Partei einen neuen strategischen Vorstoß. Deshalb sieht sie sich nun dementsprechenden Angriffen ausgesetzt. Dies ist eine leicht nachvollziehbare Situation. Unsere Gegner beabsichtigen, diesen Vorstoß unseres Volkes ins Leere zu führen und unsere nationale demokratische Entwicklung zu liquidieren. Den Spekulationen hinsichtlich unserer Partei darf auf keinen Fall Glauben geschenkt werden. Denjenigen, die uns spalten wollen, muss unsere Einheit und Organisierung entgegengesetzt werden. 

Der heutige Tag ist der Tag der Verteidigung an dem der Geist des 14. Juli aufs neue belebt wird. An diesem Tag ist es unabdingbar, sich in diesem Geist mit dem Kampf und der Partei zu vereinigen. Als Partei und Volk haben wir das in der Vergangenheit getan. Auch heute und in Zukunft werden wir fest auf der Linie unserer Führung und unserer Gefallenen voranschreiten und beweisen, zu welchen Leistungen wir imstande sind. 

Auf dieser Grundlage rufen wir unser patriotisches Volk dazu auf, sich unter der Führung unseres Vorsitzenden APO und unserer Partei noch enger zusammenzuschließen. Weiterhin rufen wir dazu auf, die defätistischen Kräfte, die uns vernichten wollen, zu erkennen und aus unseren Reihen auszuschließen, jegliche Anstrengungen zur Zerstörung der Einheit unserer Partei vereint entgegenzutreten. 

·Nieder mit dem internationalen Komplott und seinen Helfershelfern!

·Lang lebe der Geist des Widerstands und der Einheit vom 14. Juli!

·Lang lebe die PKK unter der Führung unseres Vorsitzenden APO!
 

 
 
 
 

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Berlin, 21. Juli 2000

An die Redaktionen:

Aktuelles / Ausland / Mittlerer Osten / Türkei / Kurdistan

(Gesamtseitenzahl = 2)
 

 
 
 

Seit über einer Woche wird die PKK von verschiedenen Kreisen beschuldigt, 30 Guerillakämpfer gefangen gehalten und zum Tode verurteilt zu haben. Zu den Vorwürfen hat der Europavertretung der PKK am heutigen Tag erneut eine schriftliche Erklärung veröffentlicht. Im folgenden dokumentieren wir die Erklärung in deutscher Übersetzung:

”Wir laden ALLE nach Süd-Kurdistan ein, die den "Wahrheitsgehalt" der gegen unsere Partei geführten Verleumdungskampagne überprüfen möchten!”

”Seit einiger Zeit wird gegen unsere Partei eine Verleumdungskampagne geführt, die sich in verschieden Presseorganen mit völlig haltlosen Beschuldigungen ausdrückt. Es ist kein Zufall, dass solche Angriffe erfolgen, nachdem unsere nationale Führung, der Vorsitzende APO, mit seinem Vorstoß die Möglichkeiten für eine friedlichen Lösung der kurdischen Frage aufgezeigt hat. Auch ist es nicht verwunderlich, dass diese Angriffe erfolgen, nachdem unsere gesamte Partei diesen Kurs unterstützt und in diese Richtung entsprechende Schritte unternommen hat. Spätestens nach den diesjährigen Newrozfeierlichkeiten wurde deutlich, dass auch unser Volk diesen Lösungsweg mit großer Begeisterung annahm und das mit seinen Forderungen nach einer demokratischen Lösung und nach Frieden ausdrückte.

Aus diesem Grund bewertet unsere Partei diese Angriffe als gegen die sich unter schwierigen Bedingungen entwickelnden Friedensschritte gerichtet. Trotz der von unterschiedlichen Kräften in Form von Desinformations- und Verleumdungskampagnen geführten Angriffe, die auf unsere Vernichtung zielen, und trotz aller Schwierigkeiten wird unsere Partei und unser Volk am Frieden und an einer demokratischen Lösung festhalten und diese weiterentwickeln.

Insbesondere in Verbindung mit der neuesten Verleumdungskampagne halten wir es für notwendig die Öffentlichkeit aufzuklären:

Am 19 Mai 2000 hat sich eine Gruppe von 20 Personen, beeinflußt und manipuliert von zwei Personen, deren Eigenschaften und Persönlichkeiten uns wohlbekannt sind, aus unseren Reihen entfernt.

Deren Flucht, ferner die Aggressionen aus allen Richtungen gegen den von unserer Partei erklärten Waffenstillstand sowie die gleichzeitigen Angriffe auf unsere, sich lediglich in einer Verteidigungsposition befindlichen, Volksverteidigungskräfte, die an die Linie der friedlichen demokratischen Lösung gebundenen sind, erscheinen nicht zufällig. Die Tatsache, daß unmittelbar nach der Flucht dieser Gruppe eine auf Lügen gestützte Diffamierungskampagne entwickelt wurde, zeigt, daß diese Angriffe das Resultat einer gezielten Beeinflussung und gemeinsamen Absicht sind.

Speziell die sich in Europa befindlichen Drahtzieher und ihre Ziele sind unserem Volk genausten bekannt. Es ist leider zu beobachten, dass sich auch manche Personen, die sich als Freunde des kurdischen Volkes verstehen, von diesen Leuten beeinflussen lassen und ihnen ihr Ohr leihen, und dass einige von ihnen sich sogar an deren Aktionen beteiligen. 

Der Inhalt dieser Veröffentlichungen entspricht in keiner Weise der Wirklichkeit, entbehrt jeglicherglaubhafter Beweise und stellt vor allem eine Respektlosigkeit vor dem seit Jahren geführten Befreiungskampfes des kurdischen Volkes dar. Die Behauptungen, dass Dutzende Personen geflohen wären, und dass angeblich diejenigen, denen die Flucht mißlungen sei, von unser Partei gefangen gehalten und unter Todesstrafe gestellt worden seien, entspricht in keiner Weise der Wahrheit.

In Bezug auf die desertierte Gruppe haben die von unserer Partei bevollmächtigten Organe eine Erklärung an die Öffentlichkeit abgegeben. Informationen und Veröffentlichungen, die darüber hinausgehen, sind nur weitere Provokationsversuche.

Darüber hinaus bezweckt diese Kampagne, die Familien unserer Gefallenen und der sich gegenwärtig in unseren Reihen befindlichen GenossInnen unter Druck zu setzen und sie zu beeinflussen. Unsere Familien lassen sich jedoch weder von solchen Lügen überlisten, noch wird das in Zukunft geschehen.

Diejenigen, die die Wahrheit erfahren wollen, die wirkliche Freunde des kurdischen Volkes sind, sollen die Erklärungen unserer Partei zur Grundlage nehmen. Außerdem werden Erklärungen unserer GenossInnen, die in der ”Liste” namentlich benannt werden, nacheinander in der Presse Stellungnahmen abgeben und somit die Lügen entlarven. Die Veröffentlichungen in der Zeitung Özgür Politika werden weitergeführt; darüberhinaus werden unsere Genossen auch über das Fernsehen diesen Lügen entgegentreten.

WIR RUFEN DIEJENIGEN PERSONEN UND INSTITUTIONEN AUF, DIE SICH VON DIESER KAMPAGNE TÄUSCHEN LIEßEN UND SOMIT IN DIESEM SCHWEREN TAGEN UNSEREM VOLK KEINE FREUNDSCHAFTLICHE HALTUNG ENTGEGENGEBRACHT HABEN, IN KÜRZESTER ZEIT EINE DELEGATION NACH SÜDKURDISTAN ZU ORGANISIEREN, UM SICH VON DER WIRKLICHKEIT SELBST ZU ÜBERZEUGEN. WIR WERDEN DIESER DELEGATION JEDE MÖGLICHKEIT BIETEN, UND IHR EINE ZUSAMMENKUNFT MIT UNSEREN GENANNTEN GENOSSEN ERMÖGLICHEN.

Eines jedoch sollte richtiggestellt werden: Es ist unsere Pflicht und unser legitimes Recht als Organisation, die während des Existenzkampfes unter Zahlung eines hohen Preises durch das Volk geschaffen wurde, die Errungenschaften unseres Volkes, allen voran seine Organisierung, unter jeder Bedingung zu verteidigen und zu schützen.

Weiterhin möchten wir an dieser Stelle bekannt geben, dass wir entschlossen sind, in Phasen, in denen wir, wie gerade jetzt, Angriffen aus allen Richtungen und in vielfältiger Form ausgesetzt sind, alle uns zustehenden ideologischen, organisatorischen und politischen Möglichkeiten dafür einzusetzen, um unser Volk und uns selbst zu schützen. Die demokratische Öffentlichkeit, vor allem diejenigen, die sich als Freunde des kurdischen Volkes verstehen, rufen wir dringend dazu auf, wachsam zu sein, insbesondere hinsichtlich Provokationen gegen unseren Friedensprozessdurch Personen und Kreise, die weiterhin ihre Hoffnung in die Weiterführung des Krieges setzen.”



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Berlin, 26. Juli 2000

An die Redaktionen:

Aktuelles / Ausland / Mittlerer Osten / Türkei / Kurdistan

(Gesamtseitenzahl = 2)
 

 
 
 

Die Europavertretung der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) hat sich am heutigen Tag erneut mit einer schriftlichen Erklärung im Bezug auf die Angriffe der letzten Tage gegen ihre Organisation an die Öffentlichkeit gewandt. Im folgenden dokumentieren wir die Erklärung vom 26. Juli 2000 in vollem Wortlaut:
 

 
 
 

”Das kurdische Volk braucht verantwortungsbewußte Freundschaft und Aufmerksamkeit !”

 
 
 

”An die Öffentlichkeit

Schon seit längerem werden, ausgehend von Deutschland, massive Aktivitäten gegen die PKK und unsere nationale Führung, den Vorsitzenden APO, sowie gegen unsere neue Politik einer friedlichen Lösung der kurdischen Frage entwickelt. Nachdem das kurdische Volk in unserem Land und in der Diaspora deutlich gemacht hat, dass es an seiner Führung und Partei festhalten will und deren Schritte unterstützt, blieb denjenigen, die oben genannten Aktivitäten durchführen keine andere Wahl, als auf Lügen und Desinformation zurückzugreifen. Der eigentliche Zweck dieser Aktivitäten zeigt sich dadurch, dass Energie darauf konzentriert wird, sich mit den Angriffen gegen unsere Partei und unserem Volk zu verbinden. Besonders deutlich wird das durch die aktuelle Entwicklung in Süd- Kurdistan.

In der letzten Phase hat man sogar versucht, aus der Desertation einer kleinen Gruppe aus einer Guerillaarmee von zehntausend Kämpferinnen und Kämpfern, politisches Kapital zu schlagen. 

Damit sollen die Bemühungen unserer Partei für eine Lösung der kurdischen Frage und für die Überwindung der im Verlauf des fünfzehnjährigen Krieges entstandenenProbleme im Kern erstickt werden, die unsere Partei mit der Entwicklung eines demokratischen Kampfes für den Frieden begonnen hat. Diese Bemühungen nutzen sowohl unserem Volk, als auch dem mittleren Osten und der gesamten Menschheit. Vor allem werden genau diese Eigenschaften unserer Partei und unseres Kampfes, die die demokratischste und modernste Bewegung des kurdischen Volkes ist, zum Angriffsziel gemacht.

Die gegen uns gerichteten Aktivitäten verleumden einen Kampf, der den kurdischen Menschen wieder zum Leben erweckt, ihm Identität und Persönlichkeit gegeben und ihm Mitspracherecht gegenüber der Geschichte und Völkern der Welt eingefordert hat. Durch die Erklärungen unserer Partei und einiger unserer Freunde konnte der Zweck der Kampagne deutlich gemacht werden, die mit lügnerischen Aussagen wie: ”Es gibt keine Freiheit in der PKK” und ”Es sind Freunde verhaftet worden” arbeitet. Damit ist diese Situation, die für unsere Partei und unser Volk von Anfang an klar war, auch für die Öffentlichkeit geklärt. Doch hinsichtlich derjenigen, die - bewusst oder unbewusst - diese Gegenaktivitäten betreiben, sind manche Punkte klarzustellen.

Wir hoffen, dass die Ungerechtigkeit und der Irrtum ersichtlich geworden ist. Wie kann man den Kampf eines Volkes und seiner Vertreter angreifen, ohne sich auf glaubhafte und seriöse Informationen zu stützen, sondern sich vielmehr auf Vorwürfe von Personen zu beziehen, deren Beweggründe im dunklen liegen. Insbesondere ist uns die Beteiligung von Personen und Organisationen unverständlich, von deren guten Absichten wir überzeugt sind und von denen wir ausgehen, daß sie die Freundschaft des kurdischen Volkes wünschen. Wenn erklärt wird man nähere sich mit freundschaftlicher Aufmerksamkeit und aus humanistischen Beweggründen, dann erwarten wir das auch gegenüber negativen Bestrebungen, die sich gegen die Friedensbemühungen richten. Im Süden Kurdistans bereiten sich verschiedene Kräfte zusammen mit dem türkischen Staat auf einen Großangriff gegen unsere Guerillakräfte vor. Dies ist eine Situation, in der es einer schnellen Intervention bedarf. Der Ausdruck von Freundschaft gegenüber dem kurdischen Volk ist nur auf diese Weise möglich. Trotz alledem möchten wir in Anbetracht dieser Entwicklungen glauben, daß deutlich geworden ist, welche negativen Folgen aus verantwortungslosen und unbedachtem Verhalten erwachsen können. Wenn daraus die notwendigen Lehren gezogen werden, kann diese Situation die Grundlage für spätere positive Entwicklungen bilden. Deshalb erwarten wir von den Personen und Organisationen, die in guter Absicht gehandelt haben, dass sie nunmehr eine aufrichte Haltung gegenüber dem kurdischen Volk einnehmen und dies öffentlich Erklären. 

Sowohl in der Vergangenheit als auch bei den letzten Vorfällen wurde allerdings deutlich, daß nicht jeder aus guter Absicht sich so verhalten hat, oder weil er/sie unzureichend Informiert war. Verschiedenste kurdische bzw. nicht-kurdische Personen und Organisationen ziehen ihre Existenzberechtigung aus Angriffen gegen unseren Kampf und unsere Partei. Auch wenn sie sich noch so sehr als Kurden und Sozialisten bezeichnen mögen, auch wenn sie noch so sehr betonen, die unterdrückten Völker verteidigen zu wollen, so sind uns ihre Absichten und wahren Interessen bekannt. Wie schon früher, erhoffen sie sich auch heute, aus der Vernichtung unseres Kampfes und unserer Partei profitieren zu können. Aufgrund der sich entwickelnden Friedensphase sind sie um ihre Einkommensquellen besorgt. Deshalb sind die zu allen Angriffen und Beschuldigungen fähig, seien sie noch so unmoralisch und unvertretbar. Wir meinen, daß für die sogenannten kurdischen Führer und Parteien, die seit 25 Jahren keinen einzigen Beitrag zum Kampf des kurdischen Volkes geleistet haben und sich nicht mir der Realität ihres Landes und ihres Volkes vereinen konnten, auch dieses Mal kein Grund zur Freude haben werden. 

Das kurdische Volk hat seine Führung und Partei gewählt. Deshalb rufen wir die Freunde des kurdischen Volkes auf, aufmerksam zu sein, um die Absicht der genannten Kreise, die sich gegen den Frieden und Demokratie richten, zu erkennen. In dieser Hinsicht rufen wir zu verstärkter Wachsamkeit auf. 

Wir möchten unseren patriotischen Volk danken, daß es wie zu jeder Zeit seine Verbundenheit, Entschlossenheit und Besonnenheit gegen diesen provokativen Angriffen bewiesen hat.”
 

 
 
 


Stellungnahmen von angeblich Festgenommenen:
 

 
 
 

Nachstehend dokumentieren wir als Übersetzungen (zum Teil leicht gekürzt) Artikel von Guerillakämpfern, die in dem offenen Brief vom 11. Juli vom Büro Ulla Jelpke und einer Reihe weiterer deutscher UnterzeichnerInnen als angeblich von der PKK ”festgenommen” und von ”härteren Sanktionen” bedroht sein sollen. 

Stellungnahme von Zübeyde Ersöz: am17.07.2000 in »Özgür Politika« abgedruckt. Bereits am Vortag hatte Frau Ersöz sich in gleicher Weise im kurdischen Fernsehsender »MEDYA-TV« geäußert. 

"Die Rechnungen sind wieder nicht aufgegangen"

Zübeyde Ersöz, Mitglied des Zentralkomitees der PJKK (Partei der arbeitenden Frauen Kurdistans), weist darauf hin, dass die auf die Parteien zielenden Angriffe im Rahmen des internationalen Komplottes in letzter Zeit zugenommen hätten und der Beschluß gefasst worden sei, diese zu bekämpfen. Ersöz erklärt, Presseorgane und Nachrichtenagenturen in der Türkei und in Europa seien für solche Angriffe benutzt worden: "Wir wissen sehr genau, wer solche Nachrichten verbreitet und welchem Ziel sie dienen. Auch unser Volk und die gesamte Öffentlichkeit sind sich darüber im klaren."

Zu diesen haltlosen Nachrichten, in denen auch Ersöz' Name erwähnt wurde, betont diese, schon in der Vergangenheit seien die Parteiführung und die Frauen das Hauptziel von Angriffen der Vernichtungs- und Provokationslinie gewesen. "Die Drahtzieher (dieser Versuche), die zeitweise von inneren und äußeren Kräften unterstützt wurden, richteten ihre Angriffe gegen unsere Führung. Oder besser gesagt, da sie weder über den Mut noch über die Kraft für einen Angriff auf den Vorsitzenden verfügten, zielten sie teils auf Institutionen teils auf Persönlichkeiten aus der Parteiführung und versuchten, diese in Widersprüche zu verwickeln oder 'ihre Köpfe zu verwirren'. Damit beabsichtigten sie, einen Keil zwischen die Führung und die Organisation zu treiben um ihre eigene Existenz zu legitimieren und ihre schmutzigen Pläne in die Praxis umzusetzen,"erklärt Zübeyde Ersöz. Sie weist gleichzeitig darauf hin, dass sämtliche Angriffedieser Art erfolglos geblieben seien: "Sogar unter Haftbedingungen hat der Vorsitzende seine Persönlichkeit weiter gestärkt, die Einheit gefestigt und die Absichten der Verschwörer durchkreuzt. Er hat den Willen unseres Volkes neu belebt und hat mit seinem unermüdlichen Kampf unter den äußerst schwierigen Bedingungen, unter denen er sich heute auf Imrali befindet, alle tief beeindruckt. So ist er für unser ganzes Volk und für die unterdrückten Völker der Welt zur Hoffnung geworden."

Dazu, dass die Provokateure sich immer wieder die Frauen als Ziel heraussuchten, sagte Ersöz: "Die am Komplott beteiligten Kreise konnten trotz aller Bemühungen die Einheit und die Einigkeit der Partei, zu deren Grundlage die Kämpferinnen gehören, nicht zerstören. So blieben die gegen unsere Partei gerichtete schmutzige Politik und die Vorhaben jener Kreise erfolglos".

Die folgenden Stellungnahmen erschienen am 23. 7. 2000 in »Özgür Politika«:

»Das Ziel dieser Kampagne ist Diffamierung«

”Siebenundzwanzig Guerilla-Angehörige, über die in jüngster Zeit behauptet wurde, dass sie Gefangene der PKK wären, erklärten, diese Behauptungen seien Auswirkungen des internationalen Komplotts.”

”Am 21. Juli gaben 27 Guerilla-Angehörige, über die in den letzten Tagen sowohl in der türkischen als auch in der deutschen Presse spekulative Nachrichten verbreitet wurden, eine Erklärung an die Öffentlichkeit ab. In ihrer Erklärung weisen sie darauf hin, dass das internationale Komplott noch immer aktiv sei. Es sei dessen Ziel, die PKK zu liquidieren und den PKK-Vorsitzenden Abdullah Öcalan zu isolieren, um seine Hinrichtung möglich zu machen.

Weiter erklären sie, daß Doktor Süleyman und Kücük Zeki (ehemalige Guerilla-Angehörige, d.Ü.), die (im Mai d.Jhs.) die Organisation verlassen hätten, sich innerhalb der PKK als Handlanger dieses internationalen Komplotts betätigten.

In der Erklärung heißt es weiter: "Diese Provokateure beabsichtigen, Schwächung und Desorganisierung zu verbreiten, um die Führungsrolle der PKK bei der gesellschaftlichen Entwicklung zu schwächen. ... Sie haben Lügen und Beschuldigungen verbreitet, um das internationale Komplott zu unterstützen"

"Es ist offensichtlich, dass diese Deserteure die Zielsetzung verfolgen, die neue Phase und die Friedensbemühungen unserer Partei zu sabotieren. Daher bemühen sie sich, in der Gesellschaft Unsicherheit und Misstrauen zu entwickeln, und haben mit diesem Ziel die Namen einer Anzahl von Genossinnen und Genossen von uns in der Presse veröffentlicht, mit der Behauptung, wir würden von der Partei einer Untersuchung unterzogen."

In der Erklärung, in der diejenigen als Kriegsgewinnler bezeichnet werden, die diese Anschuldigungen sofort als wahr akzeptiert und darüber berichtet haben, wird darauf hingewiesen, dass die Behauptungen mit der Absicht verbreitet wurden, die namentlich aufgeführten Personen zu zerstören und sie gegen die PKK auszuspielen. 

Die Guerilla-Angehörigen, die in ihrer an das kurdische Volk und die Öffentlichkeit gerichteten Erklärung diejenigen verurteilen, die sich instrumentalisieren ließen und diese Behauptungen veröffentlicht haben, beschließen ihre Stellungnahme wie folgt: 

"Unser Volk, unsere Freundinnen und Freunde und die Öffentlichkeit müssen wissen, dass unsere Partei, die eine 30jährige heldenhafte Kampfgeschichte hat, ihre neue Kampflinie auch heute mit Erfolg weiterverfolgen und die Liquidation und den Defätismus zu verurteilen wissen wird."

Diese Erklärung wurde von folgenden Mitgliedern der Volksverteidigungskräfte

unterschrieben: Faruk Bozkurt (Nasir), Gülsen Bas (Peyman Devrim), Sükran Biner (Jiyan Deniz), Reyhan Yildirim (Helin), Sehnaz Altun (Sakine Batman), Bedriye Tepe (Veroz), Baran Bingöl (Xoryas), Hatun Turhalli (Zeynep), Nazime Adtürk (Devran), Derya Kül (Berivan), Sirin Dalduman, Zübeyde Ersöz (Dorsin), Etem Karakurt, Remzi Ralyecin (Berxedan), Engin Karaaslan (Haydar), Mesut Buldan (Rojhat, Neffe von Necdet Buldan), Mahmut Karabas (Halil), Murat Tutal, Mahmut Evran (Seyit), Yücel Zeydan (Rüstem, Sohn von Mustafa Zeydan), Cesim Elma (Çekdar), Demirhan Aslan, Metin Yazar (Çetin, Neffe von Feridun Yazar), Dogu Sen (Raman, Sohn von Nuray Sen), (Kemal, Sohn des Bürgermeisters von Van) Bayram Ike (Semdin, Neffe des Bürgermeisters von Yüksekova)
 

 
 
 

Ebenfalls am 23.Juli in Özgür Politika erschienen:

Mahmut Evran (Seyit):

”Mein Name innerhalb der Partei ist Seyit. Ich habe die Universität abgeschlossen. Abgesehen davon, daß ich nicht von der Partei gefangen genommen wurde, habe ich bislang auch keinen Rechenschaftsbericht über irgendein Vergehen schreiben müssen. Die Absicht derartiger Behauptungen ist, die Bevölkerung zu verunsichern, Verwirrung zu verbreiten und die Atmosphäre zu vergiften. In ihrem langjährigen Kampf hat die PKK eine Volksbewegung geschaffen. Diese Bewegung kann überall ihre Kraft zeigen und von großem Einfluss sein. Es hat sich erwiesen, dass die gefassten Beschlüsse für die Lösung des Problems auch vom Volk als "machbar" empfunden werden (gemeint ist die Friedenslösung, d.Ü.) und (zur Unterstützung) Aktionen unternommen werden, die bis zu Selbstverbrennungen gehen. Die aktuellen Spekulationen werden benutzt, um dieses Einvernehmen zu trüben. Sie (die Spekulationen, d.Ü.) werden von bestimmte Zentren aus gelenkt. Uns ist bekannt, mit welchen (egoistischen) Zielen die Deserteure in die Parteieingetreten sind, und wann und wie sie aus denselben Gründen später desertiert sind.

Nachdem sie ihre Positionen verloren hatten, haben sie sich erneut in die Strukturen, aus denen sie kamen, zurückbegeben. In jüngster Zeit zielen neben den USA und der Türkei gemäß ihrer Politik auch einige Kräfte im Mittleren Osten darauf ab, die PKK zu unterwandern und eine depressive Situation zu schaffen, um damit innere Fäulnis und Zerfall zu verursachen. Sie versuchen speziell, unsere Familien zu beeinflussen. Meine Familie braucht in keiner Weise (um mich) besorgt zu sein! Wenn meine Angehörigen mich sehen wollen, kann ich ihnen sogar eine Adresse geben.”

Baran Bingöl (Xoryas):

”Seit geraumer Zeit bin ich in den Reihen der Partei. Auch gegenwärtig bin ich in keiner Weise unter Druck, gefangen oder einer ähnlichen Situation ausgesetzt. Die Deserteure sind Personen, die keinen Glauben an die Revolution, an das Volk, an den Vorsitzenden und an die Partei haben. Auf der Welt gibt es keinen Ort, an dem man sich freier fühlt als bei der PKK. Auch für die Frauen innerhalb PKK ist kein Ort außerhalb der Partei vorstellbar, an dem sie frei leben und atmen könnten! In diesem Sinne kann ich die erhobenen Vorwürfe nur mit Nachdruck dementieren und sagen, dass sie alle jeglicher Grundlage entbehren. Das Ziel der Veröffentlichung dieser Behauptungen ist die Beeinflussung der Familien, der Verwandten und sogar der Menschen aus derselben Heimatregion. Ich als jemand, der aus Bingöl kommt, glaube, dass der patriotische Kern unseres Volkes, der sich in der jüngsten Geschichte ausgebildet hat, immer (andere Elemente) überwiegen wird. Wenn Bingöl Saits und Selim Çürükkayas hervorgebracht hat, darf nicht vergessen werden, dass aus Bingöl auch Helden wie Karasungur, Hayri und Hüseyin Durmuþ gekommen sind.”

Engin Karaaslan (Haydar):

”Seit langen Jahren kämpfe ich in den Reihen der PKK. Ich habe keine Informationen darüber, dass ich festgenommen worden bin, und niemand hält mich gefangen. Wie Sie sehen, stehe ich heute hier vor Ihnen und führe meine Bildungstätigkeiten fort. Somit erkennen Sie die Absicht dieser Propaganda, unsere Partei von innen heraus zu schwächen und die Familien und Teile des Volkes, die den Kampf der Partei unterstützen, von ihr abzuspalten; endlich soll durch eine solche Schwächung der Partei der Vorsitzender die Unterstützung verlieren. Wenn diese Bemühungen auch scheinbar nur von ein paar Liquidatroren gesteuert werden, verbirgt sich doch dahinter ein System und ein Komplott. Das tritt immer deutlicher zum Vorschein. Unsere Partei ist in ihrem 30jährigen Kampf bis heute durch viele kritische Phasen gegangen. Unser Volk kennt die Geschichte der Partei und ihre Widerstandsmöglichkeiten. Ich hoffe, dass unser Volk auch in der bevorstehenden Zeit mit seinem praktischen Kampf beweisen wird, dass es auf der Seite des Parteivorsitzenden und der Partei steht.”

Mesut Buldan (Rojhat):

”Mein Name ist Mesut Buldan, mein Name innerhalb der Organisation Rojhat Gever. Seit sechs Jahren kämpfe ich in den Reihen der PKK. Man beachte, dass die Namen (der veröffentlichten Liste, d.Ü.) sorgfältig ausgewählt wurden. Dahinter steht die Absicht, die Partei intern zu spalten und die patriotischen Familien von der Partei abzusplittern. Es ist die Weiterführung der seit längerem gegen unsere Partei und unsere Revolution entwickelten internationalen Komplottszenarien.

Im Bezug auf meine Familie, vor allem, was die Äußerungen meines Onkels in der letzten Zeit angeht ­ er selbst war seit geraumer Zeit mit dem Kampf und hat aus seiner Sicht auch in einem gewissen Maß Anstrengungen in dieser Richtung unternommen ­ : Es ist notwendig, dass er sich, seine Stellung achtend, aus der Gegenposition gegenüber der neuen Phase losreißt.

Als ein Familienmitglied möchte ich ihm sagen, dass er sich für diese Art von Haltungen und Provokationen nicht instrumentalisieren lassen sollte. Zu meinen anderen Familienangehörigen möchte ich sagen, dass die Schmerzen beider Völker begonnen haben, nachzulassen, und dass sie sich in dieser Phase bis zuletzt am (politischen) Kampf beteiligen müssen. Ich glaube, dass sie hierfür jede Opferbereitschaft zeigen werden. Ich möchte allen meinen Respekt und meine Grüße übermitteln.”

Metin Yazar (Çetin):

”Ich bin 1968 in Urfa geboren. 1989 habe ich die Universität verlassen und mich der Partei angeschlossen. Das Ziel der gegenwärtigen Kampagne ist, unsere Partei zu spalten, was sie (ihre Gegner, d.Ü.) seit langen ersehnten aber bis heute nicht erreichen konnten. Obwohl sie meinen Namen kennen, bezeichnen sie mich mit dem Namen meines Onkels Feridun Yazar, der eine Zeitlang Parteivorsitzender der HEP war. Gegenwärtig erfülle ich meine Aufgaben.

Die Absicht dieser ³Nachrichten² ist, dass in der Region, in der meine Familie lebt, ein negativer Einfluß ausgeübt wird. Die Deserteure jedoch werden nicht einmal von ihren Familien beachtet werden! Unser nationaler Befreiungskampf hat im kurdischen Volk das Bewusstsein einer Einheit geschaffen. Um diese Einheit zu zerstören, gibt es große Bemühungen, sowohl von äußeren als auch von inneren Kräften. Ich möchte auf die Notwendigkeit hinweisen, dass die Patrioten an solche Sachen nicht glauben sollten und sie sich nicht von diesen Machenschaften beeinflussen lassen sollten. Im Gegenteil, sie sollten mehr als je zuvor sich des (politischen) Kampfes annehmen.”
 

 
 
 

Ali Haydar Kaytan (Mitglied des Zentralkomitees der PKK)

Am 23. Juli 2000 nahm Ali Haydar Kaytan (Mitglied des Zentralkomitees der PKK) an einer Sendung des kurdischen Fernsehens MEDYA-TV teil. Er ging auf die Angriffe in der letzten Phase gegen seine Partei ein. Im folgenden Auszüge aus seiner Rede:

»Das Ziel der andauernden Kampagnen ist zweifellos, den PKK-Vorsitzenden Abdullah Öcalan zu denunzieren«

Ali Haydar Kaytan, Mitglied des Parteipräsidiums der PKK, sagte am 23.07.00 in einem Diskussionsprogramm des kurdischen Fernsehsenders MEDYA-TV, dass die aus Deutschland gesteuerte Verleumdungskampagne nicht nur eine Hetze von Abtrünnigen, sondern eine Fortsetzung des gegen die PKK gerichteten internationalen Komplotts sei.

Kaytan wies darauf hin, dass es kein Zufall sei, dass diese Kampagne erst nach dem vor einigen Tagen abgeschlossenen Treffen der Vertreter von KDP und PUK (die beiden südkurdischen Parteien »Kurdische Demokratische Partei« und »Patriotische Union Kurdistans«) mit amerikanischen Politikern in Washington durchgeführt wurden.

"Zuvor gab es ja sowieso schon Angriffe und Operationen dieser beiden Parteien gegen uns in Südkurdistan,” fuhr Ali Haydar Kaytan fort. ”Die PUK erzielte (jetzt) eine Kräfteverschiebung in den Gebieten, in denen unsere Guerillaeinheiten stationiert sind. Gleich im Anschluss erfolgten die aus Deutschland gestarteten (verbalen) Angriffe. Wenn man diese analysiert, handelt es sich um Vorbereitungspropaganda, der direkte physische Angriffe auf unsere Guerilla-Einheiten im Süden folgen sollten. Diese Angriffe sollten zuvor durch die von bestimmten Kräften in Europa übernommene Propaganda gerechtfertigt werden. Diese Kräfte in Europa sind bekannt.”

Ali Haydar Kaytan betonte, dass die PKK aus diesen Angriffen dennoch gestärkt hervorgehe und dabei bewiese, dass sie trotz aller Angriffe ihre neue politische Strategie entwickle und neue Wege einschlage.

"All dies (die Angriffe, d.Ü.) richtet sich gegen den Vorsitzenden Apo,” betonte Kaytan. Er fuhr fort, es habe den Anschein, dass manche geheimdienstlichen Organisationen und weitere daran Interessierte das Komplott gegen die PKK dadurch fortsetzen wollten, dass sie sie in der Öffentlichkeit als eine Organisation darstellten, die ehemalige Mitstreiter mit abweichender Meinung exekutiere. Kaytan sagte dazu: ”Während sich unser Vorsitzender unter Todesdrohung befindet, ist es für uns schwierig, diese politisch unmoralischen Behauptungen zu beantworten.”

Der Redner betonte in seinem Beitrag, dass die PKK eine politische Partei sei und eine Satzung habe. ”Wir alle sind Mitglieder einer politischen Partei, und diese Partei hat eine Satzung. Darin sind die Rechte und Pflichten der Mitglieder klar definiert. Wie funktioniert die Organisation, und wie sind diese Rechte und Pflichten dargestellt? Was gibt es für Sanktionen, und wie werden sie definiert? All diese Punkte sind eindeutig in der Satzung geklärt.”

"Ein Paragraph der Satzung regelt z.B. die Parteidisziplin:

»Die Verletzung der Parteidisziplin, die Nicht-Beachtung oder Nicht-Umsetzung der Satzung, Widerspruch gegen die Parteilinie oder deren Verletzung, Preisgabe von Parteigeheimnissen, Nicht-Schützen der Werte und Möglichkeiten der Partei sind als strafbare Handlungen gegen die Partei anzusehen.«"

"In diesem Zusammenhang wird betont, dass gegenüber diesen strafbaren Handlungen gegen die Partei Disziplinarstrafen angewandt werden. Dabei ist klar definiert, welche Strafen gegen solche Handlungen ausgesprochen werden. Das sind: Verwarnung, Einfrieren der Mitgliedschaft und als schwerste Strafe Beendigung der Mitgliedschaft (Ausschluss). Bisher wurde unsere schwerste Strafe gegen Dr.Süleyman verhängt: Der 6. Parteikongress beendete seine Mitgliedschaft.”

Ein Brief von Kani Yilmaz an Ulla Jelpke, Rüdiger Lötzer, Eberhard, Renate Schulz u.a. Erschienen am 25.07.2000in Özgür Politika

"Lügen erfinden, Lügen verbreiten -  und dann an diese Lügen glauben!”

Als erstes wird gelogen. Anschließend wird mit den Lügen Politik betrieben, als wären sie Wahrheiten.

Diejenigen, die eigentlich nicht zusammen sein sollten, werden durch direkte und indirekte Aufstachelung und bewusste Terminplanung von den internationalen Komplottzentren zusammen gebracht.

Sie appellieren an die Aufmerksamkeit einiger Freunde, die wir kennen und lieben, und betrügen sie.

Sie verbreiten Spekulationen über diejenigen Freunde, die in den Bergen, ihre Waffe in ihren Händen haltend, die freiesten Entschlüsse schneller als jeder Andere und richtiger treffen können. Auf diese Weise betreiben sie ”Internet-Kontra”. 

Es wird keine Diskussion geführt und keine Kritik geübt.

Sie verstecken sich hinter demokratischen und individuellen Rechten, und der Hass, der sich im Dienst des Komplotts sammelt, beginnt zu sprechen. Die grundlegenden Rechte werden beschimpft. Man beteiligt sich an der Phase der Liquidation der PKK. Das wird dazu führen, dass die politische Grundlage der Angreifer zerbröckeln wird.

Eine weitere Tatsache, die durch den von den Komplott-Betreibern beschrittenen Weg zum Vorschein kommt, ist, wen sie ausnutzen und wer sich ausnutzen lässt.

Während diejenigen, mit Komplimenten überschüttet werden, die das Geld und die Waffen, die ein Volk mit großem Leid und großer Mühe erworben hat, klauen und damit abhauen, werden Kommandanten undVerantwortliche zu "in Höhlen Gefangene" erklärt und dadurch versucht, ihre Familien zu provozieren.

Während die Kriegsgewinnler sich die Hände reiben, erhoffen sie sich ebenso wie der armselige Organisationsführer, der in seinem ganzen Leben nicht eine einzige Stellung erkämpfen konnte, durch das Vorantreiben des Komplotts, dass sie sich die Basis (im Volk) aneignen könnten, die durch einen

30jährigen Kampf entwickelt worden ist. Sie bemühen sich auf diese Weise eine ”Koalition mit der Hässlichkeit” einzugehen.

Burkay hat die Lügner mit einem Brief nach Köln eingeladen, und sie alle, die noch nie für eine Sache nützlich gewesen sind, spielten anschließend mit der Kölner Deklaration Demokraten. Dabei haben sie ihre Ohren zugehalten, um die Rufe der achtzigtausend Kurdinnen und Kurden, die nur 50 km von ihnen entfernt demonstrieren, nicht zu hören.
 
 

LÜGE!

In der von einem Zelt überspannten Schule sitzen annähernd 250 Frauen und Männer der Guerilla. Das Datum ist der 16. Juli 2000. Links vom Podiumstisch spricht gerade ein hochgewachsener junger Mann (Mesut Buldan).

Engin Karaaslan, der ebenfalls als "Gefangener in der Höhle" bezeichnet worden war, ist sehr wütend und beschimpft die politischen Händler, die ihre Anker in Europa geworfen haben. Er nimmt ein Heft in die Hand und verschwindet, um zu schreiben.

Veroz Tepe schnappt sich Stift und Papier, um die Doppelzüngigkeit, die die Provokation ihrer Familie beabsichtigt, zu beantworten.

Die Verleumder kannten seinen Namen nicht. Im Internet haben sie ihn als "Neffe von Feridun Yazar" auf die Liste gesetzt. Hier heißt er Çetin. Er ist Kommandant einer Guerillaeinheit. Vor lauter schäumender Wut hört er auf niemanden. Er beschimpft die Lügner unflätig in der Art und Weise aus Urfa. Wir sagen zu ihm: "Zu ihnen passt es, zu lügen, zu dir aber passen keine solchen Schimpfwörter!"

Darauf schaut er uns betroffen ins Geschicht...

Die 23 Personen, die der Ansicht waren: "Innerhalb der PKK können wir unsere Meinung nicht frei äußern" und sich als Freiheitsinitiative bezeichneten, sind in den Dienst der Komplottkräfte getreten. Die PUK hat sie in Kalacolan angegriffen. Schon jetzt haben sich Dreizehn von ihnen an Davut Bagistani mit einem Brief gewandt und erklärt: "Wir sind betrogen worden, teilt das unserer Partei mit". Ein Brief gleichen Inhalts, den sie an die Organisation »Zahmetkes« geschrieben haben, wurde von der PUK aufgegriffen.

Die "Freiheitsinitiative" gerät schon am ersten Tag unter die Initiative der Komplottkräfte und der Lügner.

Auch ihre Alternative wandelt sich wie die ihrer Vorgänger in PKK-Feindschaft, Feindschaft gegenüber dem Vorsitzenden und die Bemühung, den Freiheitskampf zu liquidieren.
 
 

FREUNDE!

Der internationale Komplott hat seine Arbeitsweise geändert. Nachdem die erhoffte Vernichtung mit dem 15. Februar, dem Tag der Entführung des Vorsitzenden Apo ausgeblieben ist, bemüht man sich jetzt, in die Partei (PKK) einzugreifen und auf der Basis, die mit unvorstellbaren Leid geschaffenen wurde, einigen Platz zu schaffen.

Der Start für umfassende Angriffe und uferlose Lügenpropaganda wurde eröffnet. Diese Angriffe wurde in der Türkei, in Europa und in Südkurdistan zur gleichen Zeit begonnen, und sie wurden nicht an der Lösung, an der Freiheit und an der Entwicklung und Diskussion der demokratischen Werte entwickelt, sondern auf der Basis einiger weniger Deserteure.

Weil sie wissen, was ein Verräter bei den Kurden bedeutet und welchen Hass das beim kurdischen Volk auslösen wird waren sie bemüht, die Aufmerksamkeit einiger unserer Intellektuellen und Freunde anzusprechen. Sie wurden, indem man ihnen falsche Informationen und Namen gab, auf diese Weise belogen. Einige angebliche Kurden haben die Freunde der Kurden gegen den Freiheitskampf der Kurden manipuliert; zumindest haben sie es versucht.

Sie haben die Solidarität mit dem Vorsitzenden Apo zu verhindern versucht. Burkay hat begonnen die Türkei aufzurufen, damit diese den Vorsitzenden Apo hinrichtet!

Die Grundlage für diesen unheilvolle Aufruf haben sie über euch vorbereitet.

Liebe Ulla, Eberhardt, Renate und die anderen Freunde!

Ich kenne und schätze Euch.

Eure Aufmerksamkeit ist hinlänglich bekannt, die ich auch von ganzem Herzen teile. Eigentlich sprechen wir eine gemeinsame Sprache und bringen auf die gleiche Weise Töne hervor. Leider zeigt sich jedoch, dass die geschminkte Stimme des Verrats zwischen uns tritt. Während die PKK von der internationalen Reaktion bedroht wird, schmeißen die bankrotten Politikhändler mit Steinen nach der PKK. Das Schlimme dabei ist, dass sie dazu eure Hände zu missbrauchen versuchen. Sie lügen euch an und täuschen euch! Die Todesstrafe ist in der PKK verboten worden. Und sie ist vom Vorsitzenden APO verboten worden, der unter Verdrehung der Realität gerade als derjenige dargestellt wird, der angeblich den Todesbefehle erteilt habe. Weil ihnen das nicht nützt, verschweigen sie diese Realität.

Es wäre schön gewesen euch zu sehen, mit euch zu diskutieren und, im Rahmen der gemeinsamen Werte, den Kampf weiter zu entwickeln. Warum bildet ihr keine Delegation, während zur Zeit derartige Spekulationen angestellt werden und Burkay versucht, die PKK bei Amnesty International anzuschwärzen? Bringt auch einen Vertreter von Amnesty International mit. Die Möglichkeit besteht, es existiert ein Weg und unsere Stellungen sind sicher.

So könnten wir uns sehen und diskutieren, und ihr könnt euch mit denjenigen treffen, über die alle die Spekulationen angestellt worden sind. Wenn ihr wollt, könnt ihr diese Delegation ruhig als "Kontrolldelegation" bezeichnen. Niemand wird deswegen beleidigt sein oder etwas dagegen haben.....

Erschienen in Özgür Politika, 25.7.2000

Informationsstelle Kurdistan e.V.

Hobrechtstr. 14, 12047 Berlin, TEL./FAX: (030) 613 056 22

E-MAIL: isku@mail.nadir.org, INTERNET: http://www.nadir.org/isku/

BANKVERBINDUNG: Postbank Köln, BLZ 370 100 50, Kto.-Nr. 3968-506

Berlin 16.7.2000

Offener Brief an PDS, KURDISTAN-RUNDBRIEF und JUNGE WELT

Zum "offenen Brief an den Präsidialrat der PKK", unterschrieben von Ulla Jelpke, Rüdiger Lötzer und anderen, sowie zu den Artikeln in der JUNGEN WELT vom 12. und 15. Juli 2000.

Zeitgleich mit dem offenen Brief an den Präsidialrat der PKK erschien in der JUNGEN WELT ein Artikel unter der Überschrift ”Todesstrafe aus der Todeszelle” von Anna Chondrula. In beiden Veröffentlichungen wird behauptet, dass sich eine größere Gruppe PKK-KämpferInnen von der PKK losgesagt habe. Ein Teil dieser Gruppe sei von der PKK festgenommen worden, und man müsse jetzt um ihr Leben fürchten. 

Zu den Vorwürfen und zum Hintergrund der erneuten Angriffe auf die PKK hat der Präsidialrat der PKK Stellung bezogen (dokumentiert in der Pressemitteilung der ”Internationalen Initiative Freiheit für Abdullah Öcalan – Frieden für Kurdistan” vom 15.07.2000, zu finden u.a. auf unserer Webseite http://www.nadir.org/isku). 

Daß solche Kampagnen gerade in der BRD immer wieder auf fruchtbaren Boden fallen, ist leider nichts Neues. Die PKK ist nicht die einzige Befreiungsbewegung, die gerade in entscheidenden Phasen ihres Kampfes mit den absurdesten Vorwürfen und der traditionellen westdeutschen linken Besserwisserei konfrontiert wird. Als in Kurdistan Mitte der 80er Jahre die PKK mit dem bewaffneten Kampf begann und damit einen großen Schritt zur Befreiung des kurdischen Volkes unternahm, warnten unzählige Stimmen aus der Linken vor der Aussichtslosigkeit dieser Politik. Parallel dazu begann eine Repressionswelle gegen kurdische RevolutionärInnen im BRD-Exil, die auch von Teilen der Linken – federführend waren damals die GAL Hamburg, die taz und der Kommunistische Bund – mit einer öffentlichen Kampagne unterstützt wurde. Jetzt wiederholt sich das gleiche Spiel. Die PKK leitet mit ihrer offensiven Friedenspolitik eine neue Phase des Kampfes ein, die im kurdischen Volk breiteste Unterstützung findet. Dies ruft wiederum nicht nur Angriffe des türkischen Militärs und seiner verbündeten feudalistischen kurdischen Parteien PUK und KDP hervor, auch in der BRD bleibt die PKK klassenübergreifendes Feindbild Nummer eins. Der Staat verhaftet und verurteilt, die linken und nationalistischen KritikerInnen beklagen die "Kapitulation" bzw. Sinnlosigkeit der neuen Politik. Selbst die Vorwürfe, mit denen Stimmung gegen die PKK gemacht wird, sind die selben geblieben: ”parteiinterne Säuberungen”. Nur wird das Ganze jetzt u.a. von Teilen der PDS, von der JUNGEN WELT und offenbar auch vom KURDISTAN-RUNDBRIEF vorangetrieben. Erschreckend dabei ist auch das Niveau der Vorwürfe. Die VerfasserInnen des ”offenen Briefes an den Präsidialrat” machten sich nicht einmal die Mühe, die Quellen der Vorwürfe zu benennen, und die JUNGE WELT beruft sich ausgerechnet auf die Webseite ”intername”, die unter anderem von dem Überläufer Selim Cürrükkaya betrieben wird. Zu welcher Seite Cürrükkaya gehört, sollten alle wissen, die sich seit längerer Zeit mit der Kurdistan-Frage beschäftigen; alle anderen können seine Haltung in den Protokollen seiner Zeugenaussagen in ”PKK-Prozessen” vor bundesdeutschen Gerichten nachlesen.

Die einzige andere "Quelle", die ähnliche Anschuldigungen hervorgebracht hat, ist nach unserem Wissen die türkische nationalistische Tageszeitung MILLIYET – die schon seit Jahren ähnlichen Unsinn über die PKK verbreitet.

Offenbar sind die VerfasserInnen des offenen Briefes an den Präsidialrat nicht auf die Idee gekommen, vor der Veröffentlichung nachzufragen, was denn an den Vorwürfen dran sein könnte. Ihnen dürfte bekannt sein, wo bei den auch in der BRD ansässigen kurdischen Institutionen und Informationsbüros kompetente AnsprechpartnerInnen zu finden sind.

Die UnterzeichnerInnen des offenen Briefes an den Präsidialrat der PKK sollten sich - wenn nicht schon geschehen - deutlich machen, wem solche Kampagne tatsächlich nutzt: denjenigen, die die Friedenspolitik der PKK sabotieren wollen, weil der Krieg ihre Lebensgrundlage darstellt, den Hardlinern der türkischen Armee und ihren Waffenhändlern, den feudalen Clans der Herren Talabani und Barzani mitsamt ihren Unterstützern in Washington und Berlin.

 
 

Köln, 26. Juli 2000

kölner netzwerk

kein mensch ist illegal

Siebachstr.85, 50733 Köln

Tel.:0221 - 97 31 03 13  Mo, Mi, Fr

Fax: 0221 - 97 31 03 21  14 - 16 Uhr

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internet:http://www.stadtrevue.de/kmi

 
 
 

Offener Brief

 
 

Liebe Freundinnen und Freunde,

wir möchten hiermit noch einmal Stellung beziehen zu unserer Unterschrift unter den ”offenen Brief” an den Präsidialrat der PKK vom 13. Juli.

Wir haben die Stellungnahme des Präsidialrates zur Kenntnis genommen und sind darüber sehr erleichtert, dass wesentliche in dem offenen Brief enthaltene Angaben nicht den Tatsachen entsprechen sollen. Wir begrüßen das Angebot, eine Delegation solle sich vor Ort selbst davon überzeugen.

Wir bedauern dass derart ungesicherte Informationen in einer Reihe deutscher und türkischer Medien zu wenig informativer und einseitiger Berichterstattung benutzt wurde. 

Wir müssen einräumen, dass wir in der Kürze der Zeit nicht oder nicht genügend nachgefragt haben, insbesondere was die Quellen dieser ”Information” betrifft. Wir haben uns zu sehr auf die Seriosität der Informanten – insbesondere der Erstunterzeichner – verlassen. 

Mit herzlichen Grüßen

Jan Henkel

 

Anonyme Nachricht in ”Intername”

Im Internet ”Intername” erschien die folgende Nachricht am 07.Juli 2000. Der Verfasser bleibt anonym 

In Südkurdistan haben 60 Guerillakommandanten sich gegen die Politik Öcalans verhalten

Am 19. Mai 2000 haben sich in Südkurdistan 60 PKK-Guerilleros offen gegen die Liquidations- und Verratspolitik Öcalans verhalten. Ungefähr 30 Mitglieder dieser Gruppe wurden von Öcalan-treuen Guerilleros festgenommen und werden nun in Höhlen gefangengehalten. Die restlichen ca. 30 Personen fanden in den kurdischen Bergen Zuflucht. Zur Situation dieser Gruppen äußerte sich der zum Tode verurteilte und in Imrali inhaftierte Öcalan, der eine Kampagne zur Abschaffung des Todesstrafe ins Leben gerufen hat, seinen Anwälten gegenüber. Dabei befahl er, Oppositionelle die seine Politik kritisieren, zu töten.

In den Gesprächsnotizen vom 7. Juni 2000 sagten Öcalans Anwälte ihm folgendes:

"Im Vorfeld des 19 Mai, an dem sich diese Kräfte abgesetzt haben, hatte sich eine Gruppe gebildet, die die Flucht vorbereitet hat. Sie bestand aus Dr. Süleyman, Kücük Zeki und Yilmaz sowie fünf Frauen, die schon vorher mit ihnen zusammen waren. Zwei weitere Personen, die von der Gruppe beauftragt waren, einen Gespräche zwischen ihnen, dem Iran und der PUK zu organisieren, wurden später von der Partei gefaßt. Nach ihren während des Verhörs gemachten Aussagen hatten die Geflohenen im Iran und bei der PUK nach einen Ort gefragt, an dem sie bleiben könnten. Sie hätten sich aus politischen Gründen von der PKK getrennt und könnten danach nicht mehr an ihrem bisherigen Standort bleiben. Sie wollten zur PUK kommen und hätten auch darum gebeten, dass man ihnen darüber berichte, auf welche Weise sich die PUK praktisch von der KDP getrennt hatte. Daraufhin erklärte die Gesprächspartner der PUK, sie würden darauf am 6.Juni eine Antwort geben. Die Geflohenen ließen Flugblätter mit primitivstem nationalistischen Inhalt zurück.

Auf diesem Dreierkongreß nehmen sie eine oppositionelle Haltung ein. Sie sprachen sich besonders dagegen aus, dass die von der Parteiführung (Öcalan) durchgeführten Analysen der Geschichte und der Aufstände in den Report mit aufgenommen würden (es ist unklar, was für ein Dreierkongress hier gemeint ist; d.Ü.). Ihr Verhalten zeugte von einemniedrigen Nationalismus. Ihr eigentliches Ziel sei es gewesen, die Initiative des (Präsidial-)Rates zu spalten. So sagen sie z.B., der Vorsitzende habe zwar Charisma, sei aber, wie alle charismatischen Personen, ein Diktator." 

Öcalan erwiderte daraufhin den Anwälten: "Das tun sie bewußt. Damit wollen sie der PUK ihre Verbundenheit zeigen. Das ist die alte Kunst der PUK. Ein gefährlicher Verrückter, verdorben wie Ali Rizgari (Dr. Süleyman). Es waren seine Anweisungen. Er hat den Mädchen Sprengstoff umgebunden und sie losgeschickt. In der Familie Marangoz aus Ergani bei Diyarbakir gab es zwei Brüder. Am Ende wurde der ältere von ihnen mit einer Bombe in Diyarbakir gefaßt. Initiiert hatte das Dr. Süleyman. Der Verrückte. Es wäre gut gewesen, wenn er die Leiche gesehen hätte, bevor er abgehauen ist. Gut, dass er weg ist. Er ist ein Stück Dreck. Talabani wird versuchen, sie gegen die Türkei zu benutzen. Europawird sie als Agenten benutzen...

"Wißt ihr, der Staatsanwalt hat mich gefragt: 'Warum haben Sie so etwas nach '93 nicht verhindert?'. Ich habe ihm gesagt: 'Sehen Sie in die Bücher, ich kämpfe schon immerdagegen.' Um einem solchen Komplott keine Chance zu geben, habe ich dazu aufgerufen, die Kräfte aus den Grenzen (der Türkei) abzuziehen. Leute wie Semdin, Selim, Kücük Zeki und Dr. Süleyman versuchten, Einfluß in der PKK zu bekommen. (Im Sinne von 'die Macht zu übernehmen'; d.Ü.) Sie verhalten sich wie primitive Banditen. Ich habe ihnen zugesetztSie haben harte Schädel.

"Mit der Aktion vom 19. Mai und ihrer Flucht zur PUK versuchen sie, eine kleinbürgerliche Entwicklung einzuleiten. Wichtig ist, welchen Anteil die PUK dabei hat. Sie versuchen auf der Basis unzivilisierten Lebens eine primitive Struktur zu schaffen. Ihre Anstrengungen gelten der Vernichtung, der Spaltung und Zerschlagung der Freiheitsbewegung und der Vereitelung einer demokratischen Lösung. Das ist weder eine demokratische, noch eine sozialistische Entwicklung, sondern ein vollkommen unzivilisiertes Verhalten. Das ist quasi die zweite Version von Semdins (früheren) Verhalten. Es gab zuvor schon einmal ähnliche Bemühungen. Die Bewegung von Süleyman und den anderen ist nicht neu. Es ist eine alte Linie, die '94 schon vertieft wurde. Wir haben uns damals nicht weiter mit Selims Kontakten befaßt. Das jetzige Stadium ist eindeutig Verrat. Vergleichbar mit der Handlungsweise derjenigen, die zur KDP übergelaufen sind. Selim hat Kontakte zu organisierten Leuten in Europa. Das hat Ähnlichkeit mit dem, was Semdin früher in Lice getan hat. Sie können direkt mit Europa reden. Sagt dem (Präsidial- Rat), dass man sie schon seit jeher sehr gut gekannt hat. Die von ihnen durchgeführten Aktionen kommen einer Bandenbildung gleich. Sicher, unter Kriegsbedingungen konnten sie auch ihre Regeln entwickeln. Das ist eine schwere Schuld, das ist Verrat, damit muß man sich ernsthaft befassen. Es sind Kriegsbedingungen, das sind die kritischsten Zeiten, hier müssen die härtesten Sanktionen angewandt werden. Das ist innerer Verrat. "Man muß Nasirs Persönlichkeit analysieren, anderenfallswird er uns Schaden zufügen...

Ist es möglich, die Flüchtigen zu Feinden zu erklären? Was sagt ihr? Oder muß man sie als oppositionelle Front ansehen? Was kann man mit ihnen machen?"

RA: "Sie als oppositionelle Front anzusehen, bedeutet das nicht, sie anzuerkennen, ihnen eine politische Mission zu übertragen?"

A.Ö.: "Stimmt, das würde es bedeuten, doch ich denke, in dieser Zeit sollte man niemanden verlieren. Aber ich möchte gerne wissen, was ihr meint, was wir mit ihnen machen sollten. Können sie uns später noch schaden?"

RA: "Wir glauben nicht, dass sie ernsthaften Schaden zufügen können, aber sie könnten sich mit einigenLeuten in Europa und auch in der Türkei treffen."

Wir werden den Bericht über das Gespräch Öcalans mit seinen Anwälten später auf diesen (Internet-)Seiten veröffentlichen. Wir möchten hier noch auf einen beschämenden Punkt eingehen. Diese Person, die zum Tode verurteilt in Imrali einsitzt und sich um eine Abschaffung der Todesstrafe bemüht, spricht Todesurteile gegen Guerilleros aus, die in Opposition zu seiner Politik stehen. Und mit Wissen des Staates werden diese Anweisungen von den Anwälten an die Organisation weitergegeben.

Nachfolgen veröffentlichen wir die Namen der in den Höhlen Sürkurdistans gefangengehaltenen Gurerilleros:

1- Faruk Bozkurt; 2- Feyman Devrim; 3- Sükran Deniz; 4- Reyhan Yildirim; 5- Sehnaz Altun; 6- Veloz Tepe; 7- Hurie Bingöl; 8- Hatun Turhalli; 9- Nazime Adtürk; 10-Derya Kül; 11-Sirin Dalduman; 12-Zübeyde Ersöz; 13-Etem Karakurt; 14-Remzi Palyecin; 15-Engin Karaaslan; 16-Mesut Buldan; 17-Mahmut Karadag; 18-Enver Hasan; 19-Murat Tutal; 20-Mahmut Evran; 21-Yücel Zeydan; 22-Erzan Dürre; 23-Casim Elma; 24-Demirhan Aslan; 25-Feridun Yazar´in yigeni; 26-Nuray Sen´in oglu; 27-Van Belediye Baskaninin oglu; 28-Semdin (Yüksekova Belediye Baskaninin yegeni).

Die Namensliste der (weiteren) Personen, die sich von der Partei getrennt haben:

1- Sait Cürükkaya (Dr.Süleyman); 2- Ayhan Ciftci (Kücük Zeki); 3- Yildirim Kaya (Yilmaz); 4- Rabi Güler; 5- Fesih Haran; 6- Ahmet Kirboga; 7- Hakan Aydemir; 8- Edip Ates; 9- Süleyman Kayran; 10-Ali Can Isik; 11-Cahit Ayaz; 12-Arif Bazencir; 13-Mehmet Bayar; 14-Mehmet Sah Gümüs; 15-Sirin Nesne; 16-Engin Catak; 17-Metin Sehir; 18-Mehmet Sögüt; 19-Abdullah Güzel; 20-Memduh Kentas; 21-Zahit Özdemir; 22-Yusuf Alicioglu; 23-Oya Bayran; 24-Leyla Süner; 25-Halime Ucar; 26-Fatos Özkan.

Selim Cürükkaya (Intername, 9.Juli 2000):
 

 

Am 9. Juli 2000 erschien im ”Intername” der folgender Aufruf von Selim Cürükkaya:
 

 
 

Ich rufe euch auf

 

 

Vor zwei Tagen habe ich auf dieser (Internet-)Seite die Nachricht über die beiden Guerillagruppen gelesen, die in Südkurdistan dem Verrat von Öcalan widersprochen haben. Leider ist diese Nachricht wahr. Eine der beiden Gruppen wurde festgenommen und die andere 28köpfige Gruppe schaffte es, sich in Sicherheit zu bringen. Unter ihnen befindet sich auch mein Bruder Dr. Süleyman. Wer diese (Internet-)Seiten verfolgt, weiß, dass ich vor drei Monaten geschrieben habe, dass Öcalan gegen meinen Bruder die Todesstrafe verhängt habe. Ich hatte betont, dass diese Strafe noch nicht vollstreckt worden sei. Dass Öcalan jedoch seinen Anwälten gegenüber gesagt hat: "Dr. Süleyman hätte schon lange hingerichtet werden müssen", zeigt, dass er nicht davon abgelassen hat, Todesstrafen zu verhängen und sich als Henker zu zeigen, und dass es seine Feindschaft gegen das kurdische Volk meinem Bruder entgegenspielen will.

Dabei war mein Bruder ihm ergeben. Als ich mein Buch "Apos Verse" veröffentlicht hatte, schrieb er in »Sexwebun« und »Özgür Politika« Artikel gegen mich und für Apo. Dann rief er meine Mutter an und sagte ihr: "Bald werden wir dir die Leichen von Selim und Aysel schicken". So hat also mein Bruder, der durch Apos bestialische Ideologie derart entmenschlicht wurde, mit der Zeit Apos wahres Gesicht erkannt. Daraufhin verhängte Öcalan, der auf Imrali gefangengehalten wird, ein zweites Mal die Todesstrafe gegen ihn. Ich rufe hier alle Menschen aus Kurdistan und die Menschheit auf: Öcalan wurde zum Tode verurteilt. Wir bemühen uns alle darum, dass diese Hinrichtung nicht erfolgt. Aber er selbst schickt über seine Anwälte die Anweisung an die Mörder, junge Leute die seine Politik kritisieren, zu töten. Das ist eine Tragödie. Ich will Stimmen. Wenn ihr schweigt, wird euch euer Gewissen nicht ruhen lassen.



Flugblatt der Sozialistischen Partei Kurdistans (PSK) vom 20. Juli 2000

Die PKK soll die Gefangenen freilassen!

Nach den Informationen die wir erhalten habenund die zum Teil auch in den Medien erschienen sind, hat die PKK-Führung einige Kader und Guerilleros, die die Partei verlassen wollten oder der aktuellen Linie der Partei nicht zustimmen, verhaftet und beschuldigt sie des Verrats. Das Leben dieser Menschen ist im Gefahr! Deswegen veröffentlichte auch die »Gesellschaft für bedrohte Völker« eine Warnung an die Führung der PKK.

In der Vergangenheit sind bei der PKK ähnliche Ereignisse sehr oft vorgekommen. Es ist aber interessant, dass die PKK das auch in einer Phase macht, in der sie ihre bewaffneten Aktionen gegen die Türkei eingestellt hat und ihre Aussagen in Bezug auf Frieden und Demokratie jederzeit betont. Noch interessanter ist es, dass der PKK-Vorsitzender Abdullah Öcalan selbst in seinen Botschaften aus der Imrali-Gefängnis, die er durch seine Anwälte schickt, gegen diese und weitere Personen Beschuldigungen und Drohungen richtet. Eine dieser Botschaften ist in der 222. Ausgabe der Zeitschrift "SERXWEBÛN" veröffentlicht.

Öcalan beschuldigt die genannten Personen in dieser Botschaft als Verräter und fordert unter der Begründung, dass Kriegsbedingungen herrschten, dass das Kriegsrecht ausgeübt werde, also er fordert damit den Tod dieser Personen.

Was für ein Widerspruch den die Vernunft nicht aufnehmen kann! Die demokratische Weltöffentlichkeit, kurdische Patrioten und türkische Demokraten unternehmen viele Anstrengungen für die Abschaffung der Todesstrafe und für die Meinungsfreiheit. Dagegen streitet aber der zum Tode verurteilte Öcalan den Menschen in der Organisation und außerhalb der Organisation die Meinungs- und Kritikfreiheit ab und fordert zu deren Ermordung auf.

Können etwa so eine PKK und so ein Öcalan glaubwürdig sein? Ist diese Haltung mit der Friedens- und Demokratie-Forderung in Zusammenhang zu bringen? Was für eine Haltung ist das von der PKK, wenn sie der Türkei Frieden anbietet, zugleich behauptet, für die Verwirklichung eine demokratischen Gesellschaft zu arbeiten und deswegen die Waffen stillgelegt zu haben, aber gegen kurdische Patrioten und die Menschen aus den eigenen Reihen die der neuen Strategie nicht folgen wollen, Gewalt ausübt?

Unsere Partei warnt wegen die letzte Ereignisse die PKK Führung und fordert, dass das Leben dieser Menschen gesichert wird, dass sie freigelassen werden, und dass sie das Recht dazu haben, sich von der Organisation zu trennen. Eine entgegengesetzte Haltung wird erneut bestätigen und beweisen, dass alle Reden der PKK inhaltslos sind. Die PKK wird von der nationalen und internationalen Öffentlichkeit schärfstens verurteilt werden.

Aber noch wichtiger ist die Tatsache, dass Öcalan die genannten Botschaften von der Imrali-Insel aus, zwischen vier Mauern, wo alle seine Worte und Bewegungen kontrolliert werden, durch seine Anwälte regelmäßig nach außen gelangen lassen kann. Ist das möglich, ohne die Erlaubnis oder gar Bestätigung des türkischen Staates?

Es ist keine Geheimnis, dass Öcalan seit seiner Verhaftung dem türkischen Staat Dienste leistet, dass er die Befehle des türkischen Generalstabs befolgt, und dass sein Leben deswegen verschont blieb. Öcalan wird ganz nach den Wünschen des türkischen Staates gelenkt, und es wird zugelassen, dass seine Anwälte die genannten Botschaften hinaustragen.

Diese Botschaften sind die Aufrufe zur Kapitulation für das kurdische Volk. Für die Sympathisanten, die kurdischen Patrioten, die politischen Parteien und deren Vorsitzende, die diese Haltung kritisieren, sind diese Botschaften Aufrufe zu Bedrohung und Massakern. 

Die Anwälte, die diese Botschaften weitertragen, leistenkeine patriotische Arbeit; vielmehr beschmutzen sie die Ehre ihres juristischen Berufs und werden Mittler eines ekelhaften Plans. Somit arbeiten sie als ein Rad des türkischen Regimes. 

Deswegen liegt die Verantwortung, für das was geschehen wird, vor Öcalan, der PKK und diesen Kurier-Anwälten beim türkischen Staat, der alle lenkt. Wenn die Gefangenen bei der PKK getötet werden, ist vor allem die Türkei dafür verantwortlich. Die Guerilleros, die die PKK zurückgezogen und in Südkurdistan stationiert hat, werden ständig von Öcalan angestachelt, die kurdische autonome Regierung in Süden anzugreifen. Der Verantwortliche und Lenkende dafür ist wiederum die Türkei.

Wenn morgen durch PKK-Provakateure kurdische politische Führer undderen Kader angegriffen werden, wird der Verantwortliche wieder der türkische Staat sein. Die türkische Führung will, nachdem sie mit Hilfe mancher Anderer Öcalan in ihre Hände bekommen und durch ihn die PKK wirkungslos gemacht hat, die sie jetzt selbst lenkt, mit Hilfe der PKK die kurdische Nationalbewegung gänzlich lahm legen und sich in der Eintrittsphase in die EU von allen Problemen bezüglich der kurdischen Frage befreien. Dazu verwendet sie wiederum ihre schmutzigen Methoden um die kurdische Opposition, die diese Spiel erkannt hat, zu beseitigen...

Wir rufen die patriotische Menschen, die Kader, die mit reinen patriotischen Gefühlender PKK angeschlossen haben und noch bei ihr sind, dazu auf, diese eklige Falle zu sehen und sich dagegen zu stellen. Sie müssen eine Entscheidung treffen: Sie müssen entscheiden, auf wessen Seite sie sind. Sind sie auf der Reihen des kolonialistischen Regimes oder auf der Seite des kurdischen Volkes?

Patriotismus übt man nicht dadurch, dass man dem türkischen Staat dient und die kurdische Patrioten angreift. Dieses ist Verrat!

junge Welt, 12.07.2000

Todesstrafe aus der Todeszelle

Türkei: Auseinanderstzungen innerhalb der PKK nehmen zu

Die Widersprüche innerhalb der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) haben sich offensichtlich innerhalb der letzten Wochen erheblich zugespitzt. Wie der kurdische Internetdienst "InterName" meldet, hat bereits am 19. Mai eine größere Gruppe von PKK-Guerillakämpfern versucht, sich von der Partei zu trennen. Dabei gerieten sie jedoch in eine bewaffnete Auseinandersetzung mit linientreuen PKK- Mitgliedern, in deren Folge etwa die Hälfte der Gruppe festgenommen und nun in den Lagern der PKK gefangengehalten wird. Der anderen, etwa gleichstarken Gruppe gelang die Flucht, sie hält sich in den Bergen im Nordirak versteckt.

Bei den Abtrünnigen handelt es sich zum Großteil um hochrangige Leitungskader der PKK und militärische Kommandanten, die wie zum Beispiel die ehemaligen ZK- Mitglieder Faruk Bozkurt, Dr. Süleyman (Sait Cürükkaya) und Kücük Zeki zehn oder mehr Jahren aktiv am Guerillakampf teilgenommen haben. Auffallend hoch ist auch der Anteil von Frauen unter den Gefangenen und Geflohenen, darunter viele Führungsmitglieder der kurdischen Frauenpartei PJKK. Angehörige der Festgenommen fürchten um das Leben der von Öcalan als "Verräter" und "Dreckskerle" bezeichneten Abtrünnigen. Über die ihn besuchenden Rechtsanwälte hat der PKK-Vorsitzende der Partei den Auftrag erteilt, die "Verräter nach den Kriegsgesetzen zu bestrafen", was einem Todesurteil gleichkommt. So äußerte sich Öcalan in der jüngsten Ausgabe der Parteizeitung Serxwebun ganz offen: "Ihre Straftaten sind schwerwiegend, das ist Verrat, innerer Verrat. Was sie gemacht haben, ist ein vollkommener Akt der Liquidation, man muß strengstens dagegen vorgehen. Kriegsbedingungen sind die kritischsten Zeiten. Von daher müssen die härtesten Sanktionen angewandt werden. (....) Süleyman ist ein Psychopath, es wäre besser gewesen, wenn er bestraft (= hingerichtet/A. C.) worden wäre, bevor er geflohen ist. (...) Diejenigen von ihnen, die geläutert werden können, müssen erzogen und korrigiert werden. Anderenfalls finden die Kriegsgesetze Anwendung."

Die Widersprüche innerhalb der PKK hatten sich bereits seit Öcalans Verschleppung in die Türkei und seiner politischen Kehrtwende vor Gericht verstärkt. So wird aus Kurdistan berichtet, daß die nun gefangene bzw. geflohene Gruppe bereits auf dem 7. Parteikongreß im Januar diesen Jahres gegen den "Imrali"-Kurs Stellung bezogen und sich insbesondere gegen die Umschreibung der kurdischen Geschichte und die Annahme der offiziellen türkischen Staatsideologie gewehrt habe. "Sie haben eine offene Diskussion gefordert, doch diese wird in der PKK nicht zugelassen", berichtet Selim Cürükkaya, selbst ehemaliger Führungskader der PKK und Bruder des Parteiratmitglieds Dr. Süleyman, der sich unter den Geflohenen befindet, gegenüber junge Welt.

"Wir sind ernsthaft besorgt um das Leben unserer Angehörigen", erklärte der im deutschen Exil lebende Nejdet Buldan gegenüber junge Welt. Ein Neffe des ehemaligen Bürgermeisters von Yükeskova/Hakkari befindet sich unter den von der PKK gefangenen Abtrünnigen. "Um das Leben unserer Kinder zu retten, werden wir uns an internationale Menschenrechtsorganisationen wenden und das Rote Kreuz um Vermittlung bitten", so Buldan, selbst langjähriges Mitgliedes des kurdischen Exilparlaments.

Der Bericht in "InterName" schließt mit den Worten "Der tragische Punkt, auf den wir hier hinweisen wollen, ist der, daß der zum Tode verurteilte Öcalan einerseits alle Anstrengungen unternimmt, damit das Urteil gegen ihn aufgehoben wird, andererseits aber von Imrali aus nun selbst die Todesstrafe gegen Guerillakräfte verhängt, die in Opposition zu seiner Politik stehen. Diese Todesurteile werden mit Wissen des Staates und über die Rechtsanwälte weitergeleitet." In den nächsten Tagen wird sich zeigen, wie all diejenigen solidaritätsbewegten Kräfte in der Bundesrepublik, die seit einem Jahr zu Recht eine Aufhebung des Todesurteils gegen Öcalans verlangen, nun auf die von ihm verlangten "härtesten Sanktionen des Kriegsrechts" reagieren und sich für die das Leben der Gefangenen in den Händen der PKK einsetzen.

Anna Chondrula

*** "InterName" im Internet: http://members.aol.com/bfunderman/welcome.html


 

OFFENER BRIEF 

An die Führer der PKK im Nahen Osten, in Europa und ihre Unterstützer: 

Sorgen Sie für die sofortige Freilassung 

Ihrer kurdischen Geiseln im Irak!
Göttingen, 

den 13. Juli 2000

Sehr geehrte Damen und Herren,
im Namen der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) International fordere ich Sie hiermit dringend dazu auf, für die unverzügliche Freilassung und die Unversehrheit von 28 ehemaligen Kämpfern der Arbeiterpartei Kurdistans PKK zu sorgen, die von Ihren Leuten am 19. Mai im kurdischen Autonomiegebiet im Nordirak festgenommen wurden und dort nach unserer Kenntnis noch immer gefangengehalten werden. Es handelt sich um einen Teil einer Gruppe von etwa 60 Personen, die sich von der PKK gelöst und versucht haben, in die von der Patriotischen Union Kurdistans (PUK) und der Demokratischen Partei Kurdistans (KDP) kontrollierten Gebiete im Nordirak überzuwechseln. Die anderen, mindestens 26 Personen sollen sich in den Bergen versteckt halten, vermutlich auf dem Gebiet der PUK. Auch diese Menschen schweben in Lebensgefahr, solange sie vom Vorsitzenden der PUK, Jalal Talabani, keinen Schutz erhalten.
Wir fürchten vor allem um das Leben der Gefangenen, da sie vom PKK-Führer Abdullah Öcalan in einem Gespräch mit seinen Anwälten in seinem Gefängnis auf der türkischen Insel Imrali als ”Verräter” bezeichnet wurden (laut der jüngsten Ausgabe des PKK-Parteiorgans ”Serxwebun”, Nr. 222, Juni 2000). ”Härteste Sanktionen” sollten auf sie angewendet werden – in der Sprachregelung Ihrer Partei, kommt dies einem Todesurteil gleich. 

Unter den von der PKK gefangengenommenen Personen sind nach unserer Kenntnis: Herr Faruk Bozkurt, Herr Feyman Devrim, Frau Sükran Deniz, Frau Reyhan Yildirim, Frau Sehnaz Altun, Veloz Tepe, Frau Huri Bingöl, Frau Hatun Turhali, Frau Nazime Adtürk, Frau Derya Kül, Frau Sirin Dalduman, Frau Zübeyde Ersöz, Herr Etem Karakurt, Herr Remzi Palyecin, Herr Engin Karaaslan, Herr Mesut Buldan, Herr Mahmut Karadag, Herr Enver Hasan, Herr Murat Tutal, Herr Mahmut Evran, Herr Yücel Zeydan, Herr Erzan Dürre, Herr Casim Elma, Herr Demirhan Aslan, ein Neffe von Feridun Yazar, der Sohn von Nuray Sen, der Sohn des Oberbürgermeisters der Stadt Van sowie Herr Semdin (Neffe des Bürgermeisters der Stadt Yüksekova).
Die Namen derer, die sich versteckt halten: Herr Sait Cürükkaya, Herr Ayhan Ciftci, Herr Yildirim Kaya, Herr Rabi Güler, Herr Fesih Haran, Herr Ahmet Kirboga, Herr Hakan Aydemir, Herr Edip Ates, Herr Süleyman Kayran, Herr Ali Can Isik, Herr Cahit Ayaz, Herr Arif Bazencir, Herr Mehmet Bayar, Herr Mehmet Sah Gümüs, Frau Sirin Nesne, Herr Engin Catak, Herr Metin Sehir, Herr Mehmet Sögüt, Herr Abdullah Güzel, Herr Memduh Kentas, Herr Zahit Özdemir, Herr Yusuf Alicioglu, Frau Oya Bayram, Frau Leyla Süner, Frau Halime Ücar, Frau Fatos Özkan. 

In Europa setzen sich zahlreiche Organisationen und Persönlichkeiten gegen die Vollstreckung des Todesurteils ein, das am 29. Juni 1999 gegen Ihren Parteiführer Abdullah Öcalan verhängt wurde. Davor hatten sich die europäischen Freunde ihrer Guerillaorganisation, zu denen die GfbV übrigens nie gehören wollte, monatelang sogar für die Freiheit von ”Apo” eingesetzt. Jetzt erfahren wir, dass Öcalan praktisch den Befehl für die Liquidierung von 28 Menschen erteilt.
Aus seiner Todeszelle heraus predigt Öcalan ständig den Frieden mit einer Türkei, die sich bis heute weigert, die eigenen Politiker und Generäle vor ein Gericht zu bringen, die hauptverantwortlich für den Tod von mehr als 30.000 kurdischen Zivilisten, die Zerstörung von 3.428 kurdischen Dörfern und die Vertreibung von mehr als 2,5 Millionen Kurden sind. Andererseits hält die PKK im nordirakisch-iranischen Grenzgebiet noch immer mehrere Tausend Guerillakämpfer unter Waffen und bedroht damit fortwährend das kurdische Autonomiegebiet im Nordirak.
Dass sich 60 Personen, die meisten von Ihnen hochrangige PKK-Funktionäre, ablösen und in ein ziviles Leben zurückkehren wollten, war höchst sinnvoll. Jetzt droht ihnen dasselbe Schicksal wie den von der PKK liquidierten 111 türkischen und kurdischen Dorflehrern und Hunderten von PKK-Mitgliedern, die parteiinternen Säuberungsaktionen zum Opfer fielen.
Sehr geehrte Damen und Herren: Wir erwarten von Ihnen, dass Sie alles daran setzen, dass wir ein Lebenszeichen von den 28 Menschen erhalten, die von Ihrer Partei gefangengenommen wurden und dass sie freigelassen werden. Ansonsten können Sie nicht erwarten, dass die europäische Öffentlichkeit sich gegenüber Ihrer Partei aufgeschlossener zeigen wird. Obwohl sich in demokratischen kurdischen Parteien und Persönlichkeiten aus der Türkei auch andere Gesprächspartner für eine friedliche Lösung der Kurdenfrage anbieten, würden sie damit den Schaden an der Sache Ihres Volkes noch vergrößern, den die PKK in den 90-er Jahren mit ihren gewalttätigen Demonstrationen, ihren Überfällen auf türkische Geschäfte, Erpressung, Zwangsrekrutierung von kurdischen Jugendlichen und Drogendealerei angerichtet hat.
In der Hoffnung darauf, dass Sie aktiv werden, Ihr
Tilman Zülch
Präsident der GfbV International 

P.S. Falls die Gefangenen schon umgebracht wurden, werden wir Öcalans Rechtsanwälte und PKK-Funktionäre, die bei der Übermittlung des Hinrichtungsbefehls mitgewirkt haben, wegen Beihilfe zum Mord anzeigen.