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Kurdistan Informations-Zentrum e.V.
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Tel: (49) 030-32764023
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internet: http://www.nadir.org/nadir/initiativ/kiz/
Stellungsnahme von YEK-KOM
Stellungsnahme der Europavertretung der PKK
Dokumentation  von Texten und Erklärungen zum “Aufruf” der Abgeordneten Jelpke, PDS, und von Tilman Zülch u.a.

Berlin, 29. Juli 2000

Abdullah Öcalan: "Sie spielen gefährlich"
 

Der Vorsitzende der PKK, Abdullah Öcalan, hat die in letzter Zeit in
verschiedenen Presseorganen veröffentlichten Falschmeldungen über ihn und
die Partei sowie die Hintergründe des Türkei-Besuchs von Celal Talabani
bewertet.
Gestern besuchten die Rechtsanwälte Aysel Tugluk, Hatice Korkut und Dogan
Erbas ihren Mandanten Abdullah Öcalan auf der Insel Imrali. Dieser erklärte
während des Gespräches: "Die Behauptung, ich hätte die Hinrichtung der von
der PKK Desertierten und der angeblich von der PKK Festgenommenen befohlen,
entspricht nicht der Wahrheit. Im Gegenteil: Ich denke, daß die Einheit
zwischen den Kurden heute wichtiger ist als je zuvor". Er unterstrich die
Notwendigkeit, die Urheber dieser Behauptungen und ihre Absichten zu
erkennen, und wies mit den folgenden Worten auf die Rolle Deutschlands hin:
"Es muß gesehen werden, daß einige europäische Länder, allen voran
Deutschland, in dieser Phase diejenigen Gruppen, die von ihnen abhängig
sind und sich auf der Grundlage von primitivem Nationalismus entwickeln, für
ihre Vorhaben benutzen wollen. Der deutsche Geheimdienst spielte während des
internationalen Komplotts eine wichtige Rolle bei meiner Entfernung aus
Europa. Deutschland wünscht seit längerem die Liquidation der PKK, die es
nicht unter seiner Kontrolle hat. Die PKK verfolgt eine unabhängige Linie.
Vor diesem Hintergrund muß die Absicht der Verbreitung dieser
Falschmeldungen gesehen und bewertet werden."
Öcalan bemerkte im Bezug auf die Urheber solcher Angriffe und über die
jüngste Politik der YNK: "Sie spielen gefährlich" und rief zur Wachsamkeit
auf.
Der Vorsitzende der PKK unterstrich, daß es zu jeder Zeit unterschiedliche
Meinungen geben könne, wichtig sei jedoch, diese in einer Einheit und auf
einer dazu passenden politischen Plattform zur Sprache zu bringen. "In
einer solch schweren und sensiblen Phase ist es wichtig, die verschiedenen
Meinungen beiseite zu legen und in einer gemeinsamen Plattform
zusammenzukommen. Sich abseits zu halten, kann zu gefährlichen Resultaten
führen," so Öcalan. Er rief alle dazu auf, gegenüber diesen Machenschaften
alles in ihren Möglichkeiten stehende zu unternehmen und aufmerksam zu
sein.
 

"Die PUK will den Krieg provozieren"
Den Besuch von Celal Talabani in der Türkei bewertete Öcalan als ein
ernsthaftes Zeichen von Gefahr. Der Vorsitzende der PKK wies auf die
Möglichkeit hin, daß die KDP und die PUK ihre kriegsprovozierende Haltung
verstärken könnten. "Es ist möglich, dass die PUK mit der Unterstützung der
Türkei den Krieg weiter anheizen will. Mit dem Besuch von Talabani in der
Türkei kann eine leidvolle Phase beginnen, wie im Jahre 1992 der Fall. Je
mehr Blut fließt, desto mehr wird Talabani profitieren und zufrieden sein."
Weiter sagte er, daß dieser einerseits die PKK dafür kritisiere, daß sie
den Kampf um einen autonomen Staat aufgegeben habe, andererseits nehme er die
von der PKK Desertierten bei sich auf und gehe zusammen mit der Türkei gegen
die PKK vor. Das charakterisiere die Politik von Talabani.
Öcalan unterstrich erneut die Notwendigkeit, gegen dieses seit langer Zeit
bestehende Politikverständnis die politische Einheit des kurdischen Volkes
zu verstärken. Und weiter: "Es ist wichtig, die Pläne derjenigen, die auf der
Grundlage von Clanstruktur und Feudalismus für ihren individuellen Profit
Politik betreiben, ins Leere laufen zu lassen."