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Kurdistan Informations-Zentrum
Kaiser-Friedrich-Str. 63
Postfach 12 11 22
10 605 Berlin
Tel: (49) 030-32764023
Fax: (49) 030-32764025
e-mail:kizkoeln@aol.com
internet: http://www.nadir.org/nadir/initiativ/kiz/

Berlin, 26. Juli 2000

Die Europavertretung der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) hat sich am
heutigen Tag erneut mit einer schriftlichen Erklärung im Bezug auf die Angriffe der
letzten Tage gegen ihre Organisation an die Öffentlichkeit gewandt. Im
folgenden dokumentieren wir die Erklärung vom 26. Juli 2000 in vollem
Wortlaut:
 
 

"Das kurdische Volk braucht verantwortungsbewußte Freundschaft und Aufmerksamkeit !"


An die Öffentlichkeit

Schon seit längerem werden, ausgehend von Deutschland, massive Aktivitäten
gegen die PKK und unsere nationale Führung, den Vorsitzenden APO, sowie
gegen unsere neue Politik einer friedlichen Lösung der kurdischen Frage
entwickelt.
Nachdem das kurdische Volk in unserem Land und in der Diaspora deutlich
gemacht hat, dass es an seiner Führung und Partei festhalten will und deren
Schritte unterstützt, blieb denjenigen, die oben genannten Aktivitäten
durchführen keine andere Wahl, als auf Lügen und Desinformation
zurückzugreifen. Der eigentliche Zweck dieser Aktivitäten zeigt sich
dadurch, dass Energie darauf konzentriert wird, sich mit den Angriffen gegen unsere
Partei und unserem Volk zu verbinden. Besonders deutlich wird das durch die
aktuelle Entwicklung in Süd- Kurdistan.

In der letzten Phase hat man sogar versucht, aus der Desertation einer
kleinen Gruppe aus einer Guerillaarmee von zehntausend Kämpferinnen und
Kämpfern, politisches Kapital zu schlagen.

Damit sollen die Bemühungen unserer Partei für eine Lösung der kurdischen
Frage und für die Überwindung der im Verlauf des fünfzehnjährigen Krieges
entstandenen  Probleme im Kern erstickt werden, die unsere Partei mit der
Entwicklung eines demokratischen Kampfes für den Frieden begonnen hat.
Diese Bemühungen nutzen sowohl unserem Volk, als auch dem mittleren Osten und der
gesamten Menschheit. Vor allem werden genau diese Eigenschaften unserer
Partei und unseres Kampfes, die die demokratischste und modernste Bewegung
des kurdischen Volkes ist, zum Angriffsziel gemacht.

Die gegen uns gerichteten Aktivitäten verleumden einen Kampf, der den
kurdischen Menschen wieder zum Leben erweckt, ihm Identität und
Persönlichkeit gegeben und ihm Mitspracherecht gegenüber der Geschichte und
Völkern der Welt eingefordert hat. Durch die Erklärungen unserer Partei und
einiger unserer Freunde konnte der Zweck der Kampagne deutlich gemacht
werden, die mit lügnerischen Aussagen wie: "Es gibt keine Freiheit in der
PKK" und "Es sind Freunde verhaftet worden" arbeitet. Damit ist diese
Situation, die für unsere Partei und unser Volk von Anfang an klar war,
auch für die Öffentlichkeit geklärt. Doch hinsichtlich derjenigen, die - bewusst
oder unbewusst - diese Gegenaktivitäten betreiben, sind manche Punkte
klarzustellen.

Wir hoffen, dass die Ungerechtigkeit und der Irrtum ersichtlich geworden
ist. Wie kann man den Kampf eines Volkes und seiner Vertreter angreifen, ohne
sich auf glaubhafte und seriöse Informationen zu stützen, sondern sich vielmehr
auf Vorwürfe von Personen zu beziehen, deren Beweggründe im dunklen liegen.
Insbesondere ist uns die Beteiligung von Personen und Organisationen
unverständlich, von deren guten Absichten wir überzeugt sind und von denen
wir ausgehen, daß sie die Freundschaft des kurdischen Volkes wünschen. Wenn
erklärt wird man nähere sich mit freundschaftlicher Aufmerksamkeit und aus
humanistischen Beweggründen, dann erwarten wir das auch gegenüber negativen
Bestrebungen, die sich gegen die Friedensbemühungen richten. Im Süden
Kurdistans bereiten sich verschiedene Kräfte zusammen mit dem türkischen
Staat auf einen Großangriff gegen unsere Guerillakräfte vor. Dies ist eine
Situation, in der es einer schnellen Intervention bedarf. Der Ausdruck von
Freundschaft gegenüber dem kurdischen Volk ist nur auf diese Weise möglich.
Trotz alledem möchten wir in Anbetracht dieser Entwicklungen glauben, daß
deutlich geworden ist, welche negativen Folgen aus verantwortungslosen und
unbedachtem Verhalten erwachsen können. Wenn daraus die notwendigen Lehren
gezogen werden, kann diese Situation die Grundlage für spätere positive
Entwicklungen bilden. Deshalb erwarten wir von den Personen und
Organisationen, die in guter Absicht gehandelt haben, dass sie nunmehr eine
aufrichte Haltung gegenüber dem kurdischen Volk einnehmen und dies
öffentlich Erklären.

Sowohl in der Vergangenheit als auch bei den letzten Vorfällen wurde
allerdings deutlich, daß nicht jeder aus guter Absicht sich so verhalten
hat, oder weil er/sie unzureichend Informiert war. Verschiedenste kurdische bzw.
nicht-kurdische Personen und Organisationen ziehen ihre Existenzberechtigung
aus Angriffen gegen unseren Kampf und unsere Partei. Auch wenn sie sich
noch so sehr als Kurden und Sozialisten bezeichnen mögen, auch wenn sie noch so
sehr betonen, die unterdrückten Völker verteidigen zu wollen, so sind uns
ihre Absichten und wahren Interessen bekannt. Wie schon früher, erhoffen
sie sich auch heute, aus der Vernichtung unseres Kampfes und unserer Partei
profitieren zu können. Aufgrund der sich entwickelnden Friedensphase sind
sie um ihre Einkommensquellen besorgt. Deshalb sind die zu allen Angriffen und
Beschuldigungen fähig, seien sie noch so unmoralisch und unvertretbar. Wir
meinen, daß für die sogenannten kurdischen Führer und Parteien, die seit 25
Jahren keinen einzigen Beitrag zum Kampf des kurdischen Volkes geleistet
haben und sich nicht mir der Realität ihres Landes und ihres Volkes vereinen
konnten, auch dieses Mal kein Grund zur Freude haben werden.

Das kurdische Volk hat seine Führung und Partei gewählt. Deshalb rufen wir
die Freunde des kurdischen Volkes auf, aufmerksam zu sein, um die Absicht
der genannten Kreise, die sich gegen den Frieden und Demokratie richten, zu
erkennen. In dieser Hinsicht rufen wir zu verstärkter Wachsamkeit auf.

Wir möchten unseren patriotischen Volk danken, daß es wie zu jeder Zeit
seine Verbundenheit, Entschlossenheit und Besonnenheit gegen diesen provokativen
Angriffen bewiesen hat."