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YEK-KOM, Föderation
Kurdischer Vereine in Deutschland
T:0211/1711451; F:0211/1711454
Graf-Adolf-Str. 70A, 40210 Düsseldorf
Mit der Bitte um Aufmerksamkeit!
Nachfolgend dokumentieren wir in deutscher Übersetzung zwei
Artikel aus
»Özgür Politika« vom 23.07.00. Es handelt sich
dabei um Erklärungen und
persönliche Stellungnahmen derjenigen Angehörigen der kurdischen
Volksverteidigungskräfte von denen behauptet worden war,
sie seien in
"Gefangenschaft bei der PKK" und von dieser mit dem Tode bedroht. Mit
dieser Veröffentlichung hoffen wir, zur Klärung der Sachlage
beizutragen
und zu helfen, die Unhaltbarkeit der Denunziationen und Gerüchte,
die seit
knapp zwei Wochen auch in der Bundesrepublik in Umlauf gesetzt worden
sind,
zu belegen. YEK-KOM.
»Das Ziel dieser Kampagne ist
Diffamierung«
³Siebenundzwanzig Guerilla-Angehörige, über die in
jüngster Zeit behauptet
wurde, dass sie Gefangene der PKK wären, erklärten, diese
Behauptungen
seien Auswirkungen des internationalen Komplotts.²
³Am 21. Juli gaben 27 Guerilla-Angehörige, über die in
den letzten Tagen
sowohl in der türkischen als auch in der deutschen Presse spekulative
Nachrichten verbreitet wurden, eine Erklärung an die Öffentlichkeit
ab.
In ihrer Erklärung weisen sie darauf hin, dass das internationale
Komplott
noch immer aktiv sei. Es sei dessen Ziel, die PKK zu liquidieren und
den
PKK-Vorsitzenden Abdullah Öcalan zu isolieren, um seine Hinrichtung
möglich
zu machen.
Weiter erklären sie, daß Doktor Süleyman und Kücük
Zeki (ehemalige
Guerilla-Angehörige, d.Ü.), die (im Mai d.Jhs.) die Organisation
verlassen
hätten, sich innerhalb der PKK als Handlanger dieses internationalen
Komplotts betätigten.
In der Erklärung heißt es weiter: "Diese Provokateure beabsichtigen,
Schwächung und Desorganisierung zu verbreiten, um die Führungsrolle
der PKK
bei der gesellschaftlichen Entwicklung zu schwächen. ... Sie haben
Lügen
und Beschuldigungen verbreitet, um das internationale Komplott zu
unterstützen"
"Es ist offensichtlich, dass diese Deserteure die Zielsetzung verfolgen,
die neue Phase und die Friedensbemühungen unserer Partei zu sabotieren.
Daher bemühen sie sich, in der Gesellschaft Unsicherheit und Misstrauen
zu
entwickeln, und haben mit diesem Ziel die Namen einer Anzahl von
Genossinnen und Genossen von uns in der Presse veröffentlicht,
mit der
Behauptung, wir würden von der Partei einer Untersuchung unterzogen."
In der Erklärung, in der diejenigen als Kriegsgewinnler bezeichnet
werden,
die diese Anschuldigungen sofort als wahr akzeptiert und darüber
berichtet
haben, wird darauf hingewiesen, dass die Behauptungen mit der Absicht
verbreitet wurden, die namentlich aufgeführten Personen zu zerstören
und
sie gegen die PKK auszuspielen.
Die Guerilla-Angehörigen, die in ihrer an das kurdische Volk und
die
Öffentlichkeit gerichteten Erklärung diejenigen verurteilen,
die sich
instrumentalisieren ließen und diese Behauptungen veröffentlicht
haben,
beschließen ihre Stellungnahme wie folgt:
"Unser Volk, unsere Freundinnen und Freunde und die Öffentlichkeit
müssen
wissen, dass unsere Partei, die eine 30jährige heldenhafte Kampfgeschichte
hat, ihre neue Kampflinie auch heute mit Erfolg weiterverfolgen und
die
Liquidation und den Defätismus zu verurteilen wissen wird."
Diese Erklärung wurde von folgenden Mitgliedern der
Volksverteidigungskräfte unterschrieben:
Faruk Bozkurt (Nasir), Gülsen Bas (Peyman Devrim), Sükran
Biner (Jiyan
Deniz), Reyhan Yildirim (Helin), Sehnaz Altun (Sakine Batman), Bedriye
Tepe
(Veroz), Baran Bingöl (Xoryas), Hatun Turhalli (Zeynep), Nazime
Adtürk
(Devran), Derya Kül (Berivan), Sirin Dalduman, Zübeyde Ersöz
(Dorsin), Etem
Karakurt, Remzi Ralyecin (Berxedan), Engin Karaaslan (Haydar), Mesut
Buldan
(Rojhat, Neffe von Necdet Buldan), Mahmut Karabas (Halil), Murat Tutal,
Mahmut Evran (Seyit), Yücel Zeydan (Rüstem, Sohn von Mustafa
Zeydan), Cesim
Elma (Çekdar), Demirhan Aslan, Metin Yazar (Çetin, Neffe
von Feridun
Yazar), Dogu Sen (Raman, Sohn von Nuray Sen), (Kemal, Sohn des
Bürgermeisters von Van) Bayram Ike (Semdin, Neffe des Bürgermeisters
von
Yüksekova)²
-------------------
Weiterhin veröffentlichte Özgür Politika ebenfalls am
23.Juli die
persönlichen Stellungnahmen von Mahmut Evran (Seyit), Baran Bingöl
(Xoryas), Engin Karaaslan (Haydar), Mesut Buldan (Rojhat) und Metin
Yazar
(Çetin). Özgür Politika hat mit diesen Guerillakämpfern
über die Vorwürfe
gesprochen.
Mahmut Evran (Seyit):
³Mein Name innerhalb der Partei ist Seyit. Ich habe die Universität
abgeschlossen. Abgesehen davon, daß ich nicht von der Partei
gefangen
genommen wurde, habe ich bislang auch keinen Rechenschaftsbericht über
irgendein Vergehen schreiben müssen. Die Absicht derartiger Behauptungen
ist, die Bevölkerung zu verunsichern, Verwirrung zu verbreiten
und die
Atmosphäre zu vergiften.
In ihrem langjährigen Kampf hat die PKK eine Volksbewegung geschaffen.
Diese Bewegung kann überall ihre Kraft zeigen und von großem
Einfluss sein.
Es hat sich erwiesen, dass die gefassten Beschlüsse für die
Lösung des
Problems auch vom Volk als "machbar" empfunden werden (gemeint ist
die
Friedenslösung, d.Ü.) und (zur Unterstützung) Aktionen
unternommen werden,
die bis zu Selbstverbrennungen gehen.
Die aktuellen Spekulationen werden benutzt, um dieses Einvernehmen
zu
trüben. Sie (die Spekulationen, d.Ü.) werden von bestimmte
Zentren aus
gelenkt. Uns ist bekannt, mit welchen (egoistischen) Zielen die Deserteure
in die Partei eingetreten sind, und wann und wie sie aus denselben
Gründen
später desertiert sind.
Nachdem sie ihre Positionen verloren hatten, haben sie sich erneut
in die
Strukturen, aus denen sie kamen, zurückbegeben. In jüngster
Zeit zielen
neben den USA und der Türkei gemäß ihrer Politik auch
einige Kräfte im
Mittleren Osten darauf ab, die PKK zu unterwandern und eine depressive
Situation zu schaffen, um damit innere Fäulnis und Zerfall zu
verursachen.
Sie versuchen speziell, unsere Familien zu beeinflussen. Meine Familie
braucht in keiner Weise (um mich) besorgt zu sein! Wenn meine Angehörigen
mich sehen wollen, kann ich ihnen sogar eine Adresse geben.²
Baran Bingöl (Xoryas):
³Seit geraumer Zeit bin ich in den Reihen der Partei. Auch gegenwärtig
bin
ich in keiner Weise unter Druck, gefangen oder einer ähnlichen
Situation
ausgesetzt.
Die Deserteure sind Personen, die keinen Glauben an die Revolution,
an das
Volk, an den Vorsitzenden und an die Partei haben. Auf der Welt gibt
es
keinen Ort, an dem man sich freier fühlt als bei der PKK.
Auch für die Frauen innerhalb PKK ist kein Ort außerhalb
der Partei
vorstellbar, an dem sie frei leben und atmen könnten!
In diesem Sinne kann ich die erhobenen Vorwürfe nur mit Nachdruck
dementieren und sagen, dass sie alle jeglicher Grundlage entbehren.
Das
Ziel der Veröffentlichung dieser Behauptungen ist die Beeinflussung
der
Familien, der Verwandten und sogar der Menschen aus derselben Heimatregion.
Ich als jemand, der aus Bingöl kommt, glaube, dass der patriotische
Kern
unseres Volkes, der sich in der jüngsten Geschichte ausgebildet
hat, immer
(andere Elemente) überwiegen wird. Wenn Bingöl Saits und
Selim Çürükkayas
hervorgebracht hat, darf nicht vergessen werden, dass aus Bingöl
auch
Helden wie Karasungur, Hayri und Hüseyin Durmuþ gekommen
sind.²
Engin Karaaslan (Haydar):
³Seit langen Jahren kämpfe ich in den Reihen der PKK. Ich
habe keine
Informationen darüber, dass ich festgenommen worden bin, und niemand
hält
mich gefangen. Wie Sie sehen, stehe ich heute hier vor Ihnen und führe
meine Bildungstätigkeiten fort. Somit erkennen Sie die Absicht
dieser
Propaganda, unsere Partei von innen heraus zu schwächen und die
Familien
und Teile des Volkes, die den Kampf der Partei unterstützen, von
ihr
abzuspalten; endlich soll durch eine solche Schwächung der Partei
der
Vorsitzender die Unterstützung verlieren. Wenn diese Bemühungen
auch
scheinbar nur von ein paar Liquidatroren gesteuert werden, verbirgt
sich
doch dahinter ein System und ein Komplott. Das tritt immer deutlicher
zum
Vorschein. Unsere Partei ist in ihrem 30jährigen Kampf bis heute
durch
viele kritische Phasen gegangen. Unser Volk kennt die Geschichte der
Partei
und ihre Widerstandsmöglichkeiten. Ich hoffe, dass unser Volk
auch in der
bevorstehenden Zeit mit seinem praktischen Kampf beweisen wird, dass
es auf
der Seite des Parteivorsitzenden und der Partei steht.²
Mesut Buldan (Rojhat):
³Mein Name ist Mesut Buldan, mein Name innerhalb der Organisation
Rojhat
Gever. Seit sechs Jahren kämpfe ich in den Reihen der PKK. Man
beachte,
dass die Namen (der veröffentlichten Liste, d.Ü.) sorgfältig
ausgewählt
wurden. Dahinter steht die Absicht, die Partei intern zu spalten und
die
patriotischen Familien von der Partei abzusplittern. Es ist die
Weiterführung der seit längerem gegen unsere Partei und unsere
Revolution
entwickelten internationalen Komplottszenarien.
Im Bezug auf meine Familie, vor allem, was die Äußerungen
meines Onkels in
der letzten Zeit angeht er selbst war seit geraumer Zeit mit
dem Kampf
und hat aus seiner Sicht auch in einem gewissen Maß Anstrengungen
in dieser
Richtung unternommen :
Es ist notwendig, dass er sich, seine Stellung achtend, aus der
Gegenposition gegenüber der neuen Phase losreißt.
Als ein Familienmitglied möchte ich ihm sagen, dass er sich für
diese Art
von Haltungen und Provokationen nicht instrumentalisieren lassen sollte.
Zu
meinen anderen Familienangehörigen möchte ich sagen, dass
die Schmerzen
beider Völker begonnen haben, nachzulassen, und dass sie sich
in dieser
Phase bis zuletzt am (politischen) Kampf beteiligen müssen. Ich
glaube,
dass sie hierfür jede Opferbereitschaft zeigen werden. Ich möchte
allen
meinen Respekt und meine Grüße übermitteln.²
Metin Yazar (Çetin):
³Ich bin 1968 in Urfa geboren. 1989 habe ich die Universität
verlassen und
mich der Partei angeschlossen. Das Ziel der gegenwärtigen Kampagne
ist,
unsere Partei zu spalten, was sie (ihre Gegner, d.Ü.) seit langen
ersehnten
aber bis heute nicht erreichen konnten. Obwohl sie meinen Namen kennen,
bezeichnen sie mich mit dem Namen meines Onkels Feridun Yazar, der
eine
Zeitlang Parteivorsitzender der HEP war. Gegenwärtig erfülle
ich meine
Aufgaben.
Die Absicht dieser ³Nachrichten² ist, dass in der Region,
in der meine
Familie lebt, ein negativer Einfluß ausgeübt wird. Die Deserteure
jedoch
werden nicht einmal von ihren Familien beachtet werden! Unser nationaler
Befreiungskampf hat im kurdischen Volk das Bewusstsein einer Einheit
geschaffen. Um diese Einheit zu zerstören, gibt es große
Bemühungen, sowohl
von äußeren als auch von inneren Kräften. Ich möchte
auf die Notwendigkeit
hinweisen, dass die Patrioten an solche Sachen nicht glauben sollten
und
sie sich nicht von diesen Machenschaften beeinflussen lassen sollten.
Im
Gegenteil, sie sollten mehr als je zuvor sich des (politischen) Kampfes
annehmen.²
»Özgür Politika«,
23.07.2000
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