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Zurück  "Kein Mensch ist illegal"

Ihr sollt wissen, daß kein Mensch illegal ist. Das ist ein Widerspruch in sich. Menschen können schön sein oder noch schöner. Sie können gerecht oder ungerecht sein. Aber illegal? Wie kann ein Mensch illegal sein?
Elie Wiesel

FLUCHTZEITEN

»Kein Mensch ist illegal«

KünstlerInnen unterstützen Flüchtlinge

Weltweit flüchten Menschen aus ihren Heimatländern. Getrieben von Krieg und Hunger oder politischer, ethnischer und religiöser Verfolgung.

Nur wenige erreichen auf ihrer Suche nach Sicherheit europäische Län der. Deutschland hat vor vier Jahren eine rigide Asylpolitik eingeleitet, die das ohnehin rauhe gesellschaftliche Klima gegenüber Asylsuchenden verschärft. Im Zeitalter der Globalisierung von Märkten und Medien wer den die nationalen Grenzen für internationale Humanität enger gezogen. Da die Zahl der globalen Krisenherde wächst, aus denen Menschen in immer größerer Zahl entfliehen, werden Flüchtende und Geflohene zur vermeintlichen Bedrohung der einzelnen Nationalstaaten, die über eine relativ intakte Sozial- und Rechtsstaatlichkeit verfügen. Mit politischer Abwehr, sozialer Diskriminierung und zwischenmenschlicher Ausgren zung versuchen die einzelnen Staaten und Gesellschaften die Flüchten gerade die westlichen Gesellschaften gerne berufen, auf der Strecke.

Vor einem solchen Hintergrund konzipiert, mit einem solchen politischen Anspruch, versteht sich das Projekt für Künste »FLUCHTZEITEN«. Es soll und wird einen Schnittpunkt markieren, der gleichzeitig eine Viel zahl praktischer und theoretischer Fragen an Struktur und Funktion von Kunst und Gesellschaft öffnet und berührt.

Einerseits stellt das Projekt Fluchtzeiten als Ganzes die Frage nach einem gesellschaftspolitischen Standort und Prozeß, ja nach einem internationalistischen Anspruch und Verständnis an KünstlerInnen, Kunstproduktion, Präsentation, Kontext und Vermittlung.

Andererseits bezeichnet es ein »work in progress«, einen lebendigen Prozeß, an dem verschiedenste KünstlerInnen, Kunstgattungen, Kunst- und Kultureinrichtungen, künstlerische und politische Gruppen mit ihren eigenen Ideen gemeinsam organisatorisch, inhaltlich und praktisch zusammenkommen. Damit setzen sie sichtbare Zeichen für eine mög lichst große Öffentlichkeit sowohl im Zusammenhang aktueller und poli tischer Künste und des erweiterten Kunstbegriffs wie auch als Teil des Flüchtlings- und antirassistischen Widerstandes.

In diesem Sinne bietet es gerade in seiner sowohl künstlerischen als auch politisch bewußten, offenen, prozeßorientierten Komplexität allen, die teilnehmen, und den BesucherInnen und Passanten, eine Palette unterschiedlichster Möglichkeiten praktischen Zusammenkommens, Reflektierens und Miteinander-Arbeitens.

Wir laden alle dazu ein, sich daran zu beteiligen. Uns gibt die Zusammenarbeit mit MigrantInnen, Flüchtlingen und Menschenrechtsgruppen in diesem Projekt, seine Öffnung hin zu Erfahrun gen unmittelbaren Widerstandes, auch zum Außenraum, die Möglichkeit für grenzenlose widerständige und freche künstlerische Interventionen.
Die Projektgruppe FLUCHTZEITEN


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