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Zurück  "Kein Mensch ist illegal"

Kunst der Verständigung

Daß KünstlerInnen jenseits aller ästhetischen Wirkung auch mit politi scher Stellungnahme in den öffentlichen Raum wirken können und soll ten, führt unser Nachbarland Frankreich in letzter Zeit immer wieder exemplarisch vor. Ein Beispiel, das jetzt in Bremen Schule macht. Wenn auch mit einer etwas anderen Perspektive.

Denn während die französischen KollegInnen angesichts einer drastisch verschärften Visumspolitik ihr öffentliches Ansehen zur Einflußnahme auf den politischen Diskurs nutzen, geht es den Beteiligten am Bremer FLUCHTZEITEN Projekt eher darum, die Kunst als Mittel einer nicht nur sprachlichen, sondern vor allem emotionalen Verständigung einzuset zen. Ausgangspunkt dafür ist nicht zuletzt die Erfahrung, daß logische Argumente allein kein wirkliches Verständnis erzeugen, wenn es darum geht, daß Menschen sich begegnen. Und um Begegnung geht es, wenn Menschen bei anderen Menschen Zuflucht suchen.

Deswegen vertrauen die KünstlerInnen jener Eigenschaft, durch die Kunst sich schon immer auszeichnete: ein international verständliches Medium zu sein, das Grenzen überwindet und keiner Übersetzung bedarf, weil es sich weniger an den logischen Verstand wendet als viel mehr an die praktische Vernunft, zu der eben auch Sinne und Gefühle zählen. Wie sagt doch ein indianisches Sprichwort: »Beurteile nieman- den, ehe du nicht eine Meile in seinen Schuhen gegangen bist.« Diese Art des Kennenlernens ist es, die von den KünstlerInnen des FLUCHT ZEITEN-Projekts auf unterschiedlichste Weise gefördert werden soll.

Dr. Friedwart Maria Rudel

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