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Demonstrationsaufruf
Göttingen, den 2.12.1999
Faxaktion für Yenga Manguai
Zweiter Abschiebungsversuch von Herrn Yenga Manguai gescheitert; kongolesischer
Flüchtling wieder in die JVA Wolfenbüttel gebracht.
Am Mittwoch, den 1.12.1999, ist der zweite Abschiebungversuch des
kongolesischen Flüchtlings Yenga Manguai aus Bad Grund verhindert
worden. Nach Auskunft des Bundesgrenzschutzes am Flughafen
Langenhagen/Hannover hatte Yenga Manguai ein unbekanntes Objekt
geschluckt und mußte in die Medizinische Hochschule Hannovers
eingeliefert werden. Dort wurde er unter Polizeikontrolle in die
Notaufnahme gebracht. Um 16.25 Uhr wurde er entlassen und zurück
in die
JVA Wolfenbüttel gebracht.
Seit dem 19.12.1999 befindet sich Herr Yenga Manguai in der JVA
Wolfenbüttel in der Abschiebungsabteilung. Von Frau Diana Specht,
der
Freundin Yenga Manguais, hat der Göttinger Arbeitskreis Asyl die
Information bekommen, daß Herr Yenga Manguai sich offenbar in
einem
schlechten psychologischen und gesundheitlichen Zustand befindet. Er
habe seit fast zwei Wochen keine Nahrung mehr zu sich genommen und
trinke kaum; sein Mund sei ausgetrocknet und blutig, seine Hände
zitterten, so Diana Specht.
Frau Specht berichtete, daß sie am Tag vor dem Abschiebungstermin
versucht hatte, Herrn Yenga Manguai zu besuchen, der Besuch wäre
ihr
allerdings verweigert worden. Als offizielle Begründung wäre
ihr von
einem JVA Beamten mitgeteilt worden, daß Herr Yenga Manguai sich
aufgeregt habe und eingesperrt hätte werden müssen.
Herr Yenga Manguai lebt seit 1991 in Deutschland. Er hat zwei Kinder
und
wollte in Kürze, bei vorliegen der schon lange beantragten notwendigen
Papiere, seine langjährige Freundin, Frau Diana Specht,
heiraten. Die
Dokumente müssen erst in seinen Heimatsland legalisiert werden,
was
jedoch nicht möglich ist, da die deutsche Botschaft in Kinshasa,
der
Hauptstadt der Republik Kongo, wegen Unruhen nicht arbeiten kann.
Der ersten Abschiebungversuch von Yenga Manguai ist gerade vor einer
Woche verhindert worden, nachdem 60 DemonstrantInnen am Flughafen
Langenhagen vor dem Schalter der Fluggesellschaft Eurowings protestiert
hatten.
Am letzten Mittwoch demonstrierten 25-30 Leute spontan am Flughafen
Langenhagen gegen seine bevorstehende Abschiebung. Gegen 17 Uhr wurden
die DemonstrantInnen von der Polizei aus dem Flughafengebäude
herausgedrängt.
Die Ausländerbehörde in Osterode versucht, Herrn Yenga Manguai
trotz
seiner bevorstehenden Heirat so schnell wie möglich abzuschieben.
Informationen über die bevorstehende Abschiebung wurden gegenüber
der
Anwältin geheim gehalten.
Der AK Asyl Göttingen verurteilt die Praxis der Ausländerbehörde
Osterode aufs Schärfste.
Gleichzeitig fordert der Arbeitskreis die Fluggesellschaft Eurowings
auf, sich an der unmenschenwürdigem Praxis von Abschiebung nicht
weiter
zu beteiligen.
Faxaktion:
Faxaktion für Yenga Manguai
Wir haben Gluck gehabt, und die letzte Abschiebung ist auch verhindert
worden. Es ist trotzdem davon auszugehen, daß sie wahrscheinlich
bald
wenn nicht nächste Mittwoch nochmal um 17.05 mit Eurowings versuchen
werden.
Auf eine rechtliche Ebene haben wir nur noch zwei nicht gut aussehende
Chancen noch. Die einer ist, daß alle notwendige Papier als legalisiert
vorlegen können. Denn die Dokumente unterwegs sind, liegen wir
nicht so
viele Hoffnung daran. Die zweiter ist, daß der Landesamtgericht
Braunschweig eine positive Entscheidung gegenüber der vorliegenden
Klage
wegen des Haftbefehls trifft. Das ist auch nicht unbedingt zu erwarten.
Wir finden es wichtig, daß Faxe immer noch an die Ausländerbehörde
sowie
das Innenministerium geschickt werden. Es gab heute, den 2.12. ein
Gespräch zwischen die Freundin von Yenga und der Chef der
Ausländerbehörde. Dabei es ist rausgekommen, daß sie
werden auf keinen
Fall die Frau mehr Zeit geben, um die Heiratsdokumente vorzuliegen.
Es ist auch Sinnvoll, weiter Druck auf Eurowings auszuüben. Gestern
haben wir mit der Stelle in Nürnberg telefoniert. Ein Vertreter
meinte,
daß als kommerzielle Fluggesellschaft haben sie nichts mit der
Politik
zu tun und insofern haben sie auch nichts mit Abschiebung zu tun, denn
sie kümmern sich nur um Buchungen, Plätze, usw.
Jetzt wollen wir versuchen, daß der Landesgericht in Braunschweig,
der
für eine Entscheidung über den Haftbefehl zuständig
ist, der Haftbefehl
aufhebt und die Freislassung von Yenga Menguai anfordert..
Hier sind die Telefon bzw. Faxnummer für die oben genannten
Institutionen:
Landesgericht Braunschweig (Zentral):
Tel: 0531-4880
Fax: 0531-4882665
Ausländerbehörde Osterode (Herr Müller):
Tel: 05522/960340
Fax: 05522/960349
Eurowings:
Tel: 0911/36568361 (Nürnberg)
Tel: 0231/9245-0 (Dortmund)
Fax: 0231/ 9245102
Innenministerium Niedersachsen (Herr Mittelbeck):
Tel: 0511/1204814
Fax: 0511/1204886
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