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Home » Archive » Multinationale Konzerne und Menschenrechte in Nigeria
Alex -Support/Unterstützung - Ageeb Kampagne - Statements - Other Multinationale Konzerne und Menschenrechte in Nigeria Privatisierung versteckt sich hinter der Ideologie der Freien Marktwirtschaft und der "laisse fair Ökonomie". Tatsächlich ermöglicht die Privatisierung als Instrument des multinationalen Kapitals eine massive Einmischung in die Angelegenheiten der ärmsten Staaten der Welt. Nigeria gehört, mit 12 Millionen vertriebenen und über 4 Millionen getöteten Menschen seit 1993 zu den afrikanischen Staaten, die einen traurigen Rekord an Menschenrechtsverletzungen vorweisen können. Dies ist das Ergebnis der Anwendung eines totalitären und unterdrückenden Wirtschaftssystems. Damit der Konzern Shell weiterhin ungestört Erdöl gewinnen und produzieren konnte, nutzte die britische Regierung ihren Einfluß auf das nigerianische Militär aus, um Todesschwadronen auszubilden, die viele unschuldige Menschen ermordeten, die gegen diese multinationalen Konzerne protestierten und vorgingen. Wie man heute nachweisen kann, steht der Mord an Ken-Saro-Wiwa und acht weiteren Ogoni in direkter Verbindung zu dieser schmutzigen Zusammenarbeit zwischen Shell, Großbritannien und der nigerianischen Militärdiktatur. Die Zusammensetzung einer Dominanz von multinationalen Konzernen und der Repression durch den militärischen wie zivilen Regierungsapparat im heutigen Nigeria ist ursächlich für die katastrophalen Konsequenzen der Umweltzerstörungen und Menschenrechtsverletzungen verantwortlich. Die Privatisierungen schürten Korruption und Kriminalität. Die Macht in Nigeria wurde zwischen der ökonomischen Elite, hohen Militärfunktionären und der Mafia aufgeteilt, die unter den Anleitungen der USA und der EU ein Netz von paramilitärischen Todesschwadronen gewebt haben. Die Auswirkungen der multinationalen Konzerne auf die Umwelt : Ken-Saro-Wiwa, der Sprecher der Bewegung für das Überleben der Ogoni (MOSOP), veröffentlichte mehrere Berichte über die Umweltzerstörung des Ogonilandes und anderer Teile des Nigerdeltas, bevor er 1995 hingerichtet wurde. Über Jahrzehnte wurden die Gebiete durch rücksichtslose Erdölbohrungen, durch die ökologische Kriegsführung von Shell und anderen multinationalen Konzernen verwüstet. Ein ökologischer Krieg ist ein gemeingefährlicher, unkonventioneller Krieg,der die Vernichtung von jeglichem Leben zur Folge hat. Menschliches Leben, Pflanzen- und Tierwelt, auch die Atemluft werden zu seinem Opfer, bis letztendlich die Landschaft ausstirbt. Die Umweltschutzkomission kommt zu dem Schluss, dass, obwohl es qualitativ hochwertige Abschnitte gibt, die Umweltschutzberichte als Ganzes ernsthafte Lücken aufweisen. Insgesamt sind die Aussagen weit von dem entfernt, was als Standards für entwickelte Länder verlangt wird. Die Auswirkungen, die die Ölproduktionen für Nigeria gehabt haben, enthalten Problemfelder wie Überflutung, Erosion der Küstengebiete, Sedimentierung, Wasserknappheit, Rückgang der Küstenressourcen,Ölverschmutzung, Gesundheitsprobleme, Rückgang der landwirtschaftlichen Produktion, sowie sozialökonomische Probleme und mangelnde Beteiligung der Bevölkerung. Die Methode und Kenntnis der Beseitigung von Ölverschmutzung wird, gemessen an internationalen Standards als unbefriedigend eingestuft. Außerdem scheinen sie in einer nachlässigen Art und Weise durchgeführt worden zu sein, so daß ernste Brände ausbrechen konnten. Durch Expertisen haben Shell Vertragspartner nachweisen können, daß ölverseuchtes Material Feuer gefangen und ernsten Schaden angerichtet hat. Die zur Reinigung angewandten Methoden waren mit ihren Anforderungen nicht vereinbar. Da die meisten Gegenden im Niger Delta ihr Trinkwasser direkt aus Flüssen und Quellen beziehen, und für die örtliche Bevölkerung kein anderer Trinkwasserzugang besteht, kann eine Ölverschmutzung ernste Folgen für die betroffenen Menschen haben, sogar wenn sie nur kurzzeitig besteht und frisches Wasser rasch nachfließt. Rohöl enthält tausende unterschiedliche Chemikalien, viele von ihnen giftig und einige als krebserregend bekannt. Es besteht keine zulässige Höchstgrenze, der sich ein Mensch gefahrlos aussetzen kann. Bei der Untersuchung einer Verschmutzung durch ausgelaufenes Öl wurde berichtet, daß verschiedene betroffene Gemeinden durch den Genuß von verseuchtem Trinkwasser erkrankten. Lokale Farmer beschweren sich, daß Fische Paraffin(Kerosin)geruch aufwiesen, der auf eine Hydrocarbonverseuchung hinweist. Wasserproben, die Landstrichen der Ogoni entnommen waren, in dem seit 4 Jahren keine Ölförderung mehr stattgefunden hat, wurden in den USA analysiert. Sie wiesen einen Hydrocarbongehalt auf, der 360 mal über der für europäisches Trinkwasser genehmigten Höchstgrenze lag. Diese Befunde lassen sich auch in vielen anderen Teilen des Landes, in denen Öl gefördert wird, finden. Aus diesen Ergebnissen kann nur geschlossen werden,daß die Ölfirmen niemals auch nur den Versuch unternommen haben, zu untersuchen, welche Folgen ihre Geschäfte tatsächlich haben. Eine weitere Auswirkung bedingt durch die multinationalen Konzerne ist das Anwachsen der Prostitution in vornehmlich isolierten, gefestigten Gemeinden. Dies geschieht hauptsächlich durch den Zustrom von vergleichsweise reichen, gut bezahlten männlichen Arbeitern. In dichtbevölkerten oder naturgeschützten Gebieten, in denen Explosionen nicht durchführbar sind, werden Vibrationen erzeugende LKWs zum Aufspüren von Ölquellen dem Dynamit vorgezogen. Trotzdem wurde in der Nähe von einigen Dörfern bzw. Wohngebieten Dynamit benutzt, wobei die Erschütterung der Explosionen Wohnhäuser zerstörten. Die Infrastruktur, die von den Ölfirmen aufgebaut wurde stellt einen zweifelhaften Segen dar. In vielen Fällen sind Straßen zum Teil auf zeitweise überfluteten Flächen gebaut. Deren Ökologie ist sehr stark abhängig von den Wasserbedingungen. Die Drainage des betroffenen Gebietes sorgt dafür, daß auf einer Seite der Straße eine ständige Überflutung stattfindet, während die andere austrocknet. Daraus resultiert, daß Bäume absterben, Fischteiche zerstört werden und zeitweiliges Fischen völlig unmöglich wird. Häufig wird ein signifikanter Prozentsatz des Einkommens der Gemeinden, also der Lebensunterhalt einiger Familien daher nicht aufgebracht. Willbros west Africa Inc., ein Pächter der Ölindustrie mit Hauptquartier in den USA, war involviert in eine Reihe von Vorfällen, bei denen protestierende Arbeiter durch nigerianische Sicherheitskräfte angegriffen und getötet wurden. Bei dem Trockenlegen von Seen sind viele junge Menschen wegen auftretender Turbulenzen ertrunken. BäuerInnen in Obite, Omoku, River State, in den Obagi/Omoku Ölfeldern von Elf/Agip beklagten sich ebenso über die Überflutung. Es ist bekannt, daß die Gasabfackelung in Nigeria am höchsten ist. Zu der niedrigen Effizienz der häufigen Gasabfackelung kommt ein gefährlicher Nebeneffekt der Verbrennung, Methan wird dabei freigesetzt, mehr noch als Kohlendioxid. Zur gleichen Zeit ist das tief liegende Nigerdelta durch die möglichen Effekte der Meeresspiegelschwankungen bedroht. Ein weiteres Problem der Gasverbrennung stellen die anwachsenden Temperaturen der Luft, der Blätter und des Bodens bis zu 80-100 Meter entfernt von den Gasflammen dar. Besonders seltene Pflanzenarten sind ebenfalls davon betroffen. Am Augenfälligsten ist aber der allgemein undokumentierte Effekt der ölproduzierenden Region, daß während der Gasverbrennung der Nachthimmel in der Regenzeit von eine grellen Reflexionen der Wolken durchzogen ist. Meerestiere fühlen sich durch dieses Licht gestört, verlassen ihr Revier und erschweren dadurch die Jagd. All dies ist möglich, ohne daß die nigerianische Regierung Einhalt gebietet. Durch den imperialistischen Weg werden 3.Weltländer gekauft und deren Umwelt rücksichtslos und gedankenlos zerstört. Die Zerstörung der landwirtschaftlichen Produkte, künstlicher Fischteiche, wertvoller, seltener Pflanzenarten und anderer Produkte, die notwendig für die Ernährung und den familiären Lebensunterhalt sind, bedroht die Bevölkerung. Konsequenzen der allgemeinen Unterversorgung gehen von fehlender Schulbildung für die Kinder bis zu einem Leben unter dem Existenzminimum in Hunger und Armut. Zu all dem senden die Konzerne auch Falschmeldungen an die Öffentlichkeit, in denen sie bei den nicht zu leugnenden Ölverschmutzungen von Sabotageakten sprechen, die sie de4r örtlichen Bevölkerung anlasten. Dies führt zu willkürlichen Verfolgungen, Verhaftungen und Hinrichtungen. Menschenrechtsverletzungen durch multinationale Konzerne Shell übte über Angriffe mit paramilitärischen Einheiten massiven Druck auf ölproduzierende Gemeinden aus, um diese zu kontrollieren. Auf diesem Weg befriedigten sie ihre ökonomischen Interessen, während die Umweltzerstörungen weiter anhielten. Chevron Nigeria stellte dem nigerianischen Militär Boote und Helikopter zur Verfügung, die gegen die örtliche Bevölkerung eingesetzt wurde. Bei friedlichen Demonstrationen gegen die Ölbohrungen in Nigeria wurden Hunderte von Menschen durch Soldaten ermordet. Die multinationalen Konzerne hatten ihr eigentliches Ziel gierig Gewinne einzustreichen auf die Praxis von Menschenrechtsverletzungen ausgedehnt. Dumez ( Nigeria) Limited, eine Straßenbaufirma, beschäftigt Sicherheitskräfte, die die dort lebenden DorfbewohnerInnen angreifen, neu bepflanzte Felder der BäuerInnen zerstören, ohne jegliche Entschädigungszahlungen. Julius Berger, eine deutsche Baufirma, die ihren Sitz in Nigeria hat, ist ebenfalls ein Fall von Korruption. Auch diese Firma ist involviert in Waffenhandel, Geldwäscherei und andere illegale Geschäfte, die die nigerianische Wirtschaft untergraben. Die involvierten imperialistischen Staaten sind Medium und Garanten für die Wahrung der Interessen der multinationalen Konzerne. Einfluß auf die strategischen Entscheidungen wird durch die monopolistischen Teilhaber des Kapitals und der politischen Elite ausgeübt. Die Betrachtung von multinationalen Konzernen bringt eine Menge trauriger Wahrheiten ans Tageslicht. Anstelle von Entwicklung, besseren Lebensbedingungen und wirtschaftlichen Wachstum finden sich Unterentwicklung, Umweltzerstörungen und Menschenrechtsverletzungen. 18.06. 1999 Nach elf Tage friedlicher Besetzung des Grünenkreisverbandsbüros wurden wir am Dienstag, den 15 [de] 18.06. 1999 Multinationale Konzerne und Menschenrechte in Nigeria [de] 18.06. 1999 Inner-Imperialistische Allianzen und Rivalitäten im frankophonen Afrika [de] 18.06. 1999 Inter- Imperialist alliances and rivalries in francophone Africa [en] |
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