|
|
|||||
|
Home » Länder » Togo » Assana und Fousséna Yacoubou von Abschiebung bedroht Assana und Fousséna YacoubouZwei junge togoische Zwillingsgeschwister In Mecklenburg-Vorpommern von der Abschiebung bedroht![]() Nachdem
sie aus Kara, der Geburtsstadt des togoischen Diktators General Eyadéma,
geflüchtet waren, versteckten sie sich zunächst bei ihrem Onkel
in dem 24 km südlich von Kara und 325 km nördlich von Lomé
gelegenen Bafilo.
Niemals wären die Zwillingsgeschwister, in Kara geboren sind, davon ausgegangen, dass sie eines Tages ihre Eltern und Freunde, ihren Beruf und vor allem die Stadt Kara, die ihnen sehr am Herzen lag, zurücklassen müßten. Und das, nachdem beide eine Ausbildung in Informatik absoviert hatten, die ihnen eine aussichtsreiche berufliche Zukunft versprach. Wenig wußten sie darüber, dass Oppositionnelle in der militarisierten Stadt Kara keinen Platz haben, konnten es jedoch bald am eigenen Leibe erfahren.Sie selbst waren Oppsositionelle und dies hat ihnen soviel Schwierigkeiten eingebracht, dass sie ins Exil flüchten mußten. Sicherlich waren Assana und Fousséna Yacoubou niemals Führerinnen von Vereinigungen oder politischen Parteien. Allerdings engagierten sie sich seit 1997 auf gleiche Weise in der Oppositionspartei UFC (Union des Forces de Changement) wie ihre Geschwister,die in Deutschland als anerkannte politische Flüchtlinge leben. In der Geburtsstadt des togoischen Diktators, wo sein eigener Sohn,Kolonel Ernest Gnanssigbé regiert, Terror säht und auf Oppositionnelle von „Papa“ Jagd macht, haben Menschen weder das Recht, mit der Opposition zu sympathisieren, noch die RPT, ihre Soldaten und Milizen zu kritisieren. An einem Tag im März 2002, als die vorzeitigen Parlamentswahlen stattfanden, kam eine Gruppe von jungen Kabyè in das von der Mutter der beiden Mädchen geführten Restaurant, in dem die beiden zu dieser Zeit gerade arbeiteten. Die fanatischen Aktivisten des RPT gingen dort essen wie immer. Diesmal jedoch skandierten sie Kriegslieder. Sie provozierten die Leute und sagten, dass für Oppositionnelle in Kara kein Platz wäre. Sie provozierten Gäste, die verdächtigt sind, der Opposition nahe zu stehen und die sich in diesem Moment einmischten, um die Ruhe wiederherzustellen. Sie näherten sich auch den Mädchen, beleidigten sie und verlangten nach der großen Schwester Yacoubou Achiétou und dem Bruder Yacoubou Azizou, die sich beide im Exil befinden. Sie versprachen ihnen auch, dass sie die Konsequenzen der Flucht ihrer Geschwister noch am eigenen Leibe zu spüren bekommen würden. „Sie schworen lauthals auf das Leben Eyadémas und versuchten uns zu schlagen. Es gab einen Tumult im Restaurant, der sich auch nur schwer beruhigen ließ..., vertrauen uns Asssana und Fousséna an. Die Angst der Mädchen war sehr groß, vor allem, als ihnen wieder in Erinnerung gerufen wurde, dass auch ihre Mutter Kara 1996 schon einmal unter schwersten Beleidigungen verlassen mußte. Die beiden Mädchen, die nach dem Vorfall komplett traumatisiert waren, konnten sich durch Hilfe der Eltern und Freunde verstecken. Das Restaurant war in diesen Tagen Zielscheibe der Militärs, um die Mädchen aufzustöbern. Gottseidank konnten sie entkommen und sich zu ihrem Onkel flüchten. Der Zufluchtsort Bafilo ist jedoch auch Zielscheibe von Razzien der Militärs. Jeder weiß heute genau , dass Aktivisten der Opposition, dh. Verantwortliche des PDR, UFC und CAR im letzten Juli dort aufgegriffen und in das Gefängnis von Kara gebracht wurden. Die Angst und die Repressions-Drohungen haben den Onkel dazu gebracht, den Mädchen zu helfen, Togo zu verlassen, um nicht mehr greifbar für Eyadémas Leute zu sein. So sind sie
nach Deutschland gekommen, wo sie einen Asylantrag stellten.
Da sie jedoch schlecht über den Ablauf des Asylverfahrens informiert wurden wie zum Beispiel über den Umstand, dass man Beweise für die Flucht einreichen muß, wurden ihre Asylanträge abgelehnt. Seitdem sind sie von der Abschiebung bedroht. Gerade im Hinblick darauf, dass unter dem Diktator heute die Repression gegenüber den Aktivisten und Sympathisanten der Opposition noch stärker angestiegen ist, kann man nur an die Milde und an die Menschlichkeit der Behörden in Mecklenburg-Vorpommern appellieren, damit diese das Asylverfahren der beiden Mädchen erneut aufrollen. Im Übrigen muß erwähnt werden, dass sie ihre Aktivitäten und ihren Kampf gegen die Ungerechtigkeiten und die Barbarei in Togo seit ihrer Ankunft in Deutschland nicht aufgegeben haben. Sie sind nicht nur der PDR beigetreten, sondern nehmen auch aktiv an allen allgemeinen Versammlungen und Zusammenkünften diverser demokratischer Organisationen in Deutschland teil. Dieses Engagement, dh. diese öffentlichen Aktivitäten bringen siejedoch auch in Gefahr und setzen ihr Leben aufs Spiel. Kara ist in jedem Fall ihre Heimatstadt. Kara ist aber auch eine Stadt, wo der Staatsterror sich einer Taktik der Einschüchterung bedient. Assana und Fousséna haben niemals außerhalb dieser Stadt gelebt und können nun nicht mehr dorthin zurückkehren, weil sie dort gesucht werden. Nur das Exil in Deutschland kann ihnen jetzt Existenz, Hoffnung und Mut zum Leben garantieren. |
|||||||||||||||||
|
Impressum - Site by warpturbine |