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Home » Länder » Togo » PDR-Protestkampagne zu den Wahlen in Togo

PDR Protestkampagne zu den Wahlen in Togo

Bremen, 20. Mai 2003-05-28
Sehr geehrte Damen und Herren,

Auf Vorschlag des Exekutivkomitees der Sektion der PDR (Parti pour la Démocratie et le Renouveau / Partei für die Demokratie und die Erneuerung) hat der CAGA (Cercle d´Amitié Germano-Africaine / Deutsch-Afrikanischer Freundschaftskreis) in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Menschenrechtsverein Bremen (IMRV)  eine Diskussionsveranstaltung über Togo organisiert, die am 1.Juni 2003 stattfindet.

Überseemuseum (Nähe Hauptbahnhof)
1. Juni – 12 Uhr

Die Situation in Togo ist, wie sie wissen, besorgniserregend. Wir möchten Sie bitten, an diesem Treffen teilzunehmen, um uns Gelegenheit zu geben, im Lichte der Präsidentschaftswahlen in Togo am 1.Juni 2003 über die angesprochene Frage zu reflektieren.

Ich verbleibe mit freundschaftlichen Grüssen,

Bassirou Ayeva
(Repräsentant der PDR in Europa)
 

Einführung

Das DISKUSSIONS-FORUM  das die Vertretung der PDR in Europa, auf Initiative der Sektion Norddeutschland der PDR organisieren will, sieht sich als Solidaritätsaktion mit dem togolesischen Volk. Der Tag, der für dieses Treffen ausgewählt wurde, der 1.Juni, ist somit ein Symbol.
Tatsächlich stellen sich die Präsidentschaftswahlen des 1.Juni 2003 dar als Wahlen, die Gefahren bringen, gleichgültig welches Ergebnis herauskommt.
Nach 37 Jahren der Diktatur des General Gnassingbé Eyadéma, in denen das Land erstickt wurde, rutscht Togo heute in ein eine soziale Explosion hinein, von der heute keiner den Ausgang vorherzusagen wagt.
Um sich, dem Engagements des französischen Präsidenten Jaques Chirac (der sich gegen Eyadéma ausgesprochen hat) trotzend , zur Wahl stellen zu können, hat der Diktator im Juli 1999 in Lomé die Verfassung und den Wahlkodex ändern lassen. Spezialist in Sachen Wahlbetrug, werden Eyadema und sein RPT (Rassemblement du peuple Togolais / Versammlung des togolesischen Volkes) sich mit Sicherheit zu den Gewinnern einer Abstimmung erklären., einer Abstimmung, zu der sich die Opposition sehr gespalten präsentiert.
 

Die eingeladenen Persönlichkeiten

Wie der Name schon sagt, handelt es sich um ein Diskussionsforum; das heisst, das die hierzu eingeladenen Persönlichkeiten  Zeugniss ablegen können über die Situation.

Dr. A. Melher hat bereits Wahlen in Afrika beobachtet. Er ist Direktor des Instituts für afrikanische Studien (Afrika-Kunde) und ist eingeladen, ein Exposé über Wahlen in Afrika vorzustellen

Frau Dr. Hella Ulferts leitet einen Verein, die „Afrika Freundinnen“. Im Zentrum des Interesses ihres Vereins stand in letzter Zeit der Togo. Dr. Hella Ulferts kennt Togo aus eigenen Recherchen, die sie dort vor ort durchgeführt hat. Sie wird berichten über die Konsequenzen, die die Diktatur auf die Kinder ausübt ,die „Entschulung“ beispielsweise, ausserdem über die Gründe der massiven Exilierung von Togolesen.

Pastor Viering befand sich in Lomé zu der Zeit als sich Sergient Étienne Eyadéma, Mörder des Sylvanus Olympo (erster Präsident von Togo am 13,Januar 1963) entschloss die Macht an sich zu reissen. Privilegierter Zeuge der Episode des Putsches gegen die Regierung von Nikolas Grunitzky durch Eyadéma am 14.4.1967, wird er uns über den Eyadéma von gestern und den General Eyadéma von heute berichten.

Pastor Hannes und Frau Britta Menke. Diese Aktivisten für die Menschenrechte, Mitglieder von Amnesty International, kennen Togo und die togolesischen Probleme. Sie haben dort gelebt. Zu einem Zeitpunkt an dem ihre Organisation, AI, erneut einen Bericht über die Verletzung der Menschenrechte  und die massive Beschneidung der Pressefreiheit herausgibt (Bericht „Ruhe bei der Wahl“), werden Herr und Frau Menke uns und der deutschen Öffentlichkeit weitere Klarheit darüber bringen, warum die Söhne und Töchter Togos sich ins Exil begeben.

Bassirou Ayeva, togolesischer Journalist im Exil, war erster Koordinator und Gründer(1991-1993) der „Bewegung der Jungen“, des MO5, Mouvement Patriotique du 5 Octobre (Patriotische Bewegung des 5.Oktober) – Datum des von der Jugend vorangetriebenen Aufstandes des togolesischen Volkes gegen den Diktator. Er hat mit allen Führern der Opposition zusammengearbeitet, mit Gilchrist Olympio, Léopold Gnininvi, Yaovi Agboyibo, Zarifou Ayeva, Edem Kodjo…Er wird seine Gedanken und Gefühle ausdrücken, zweifellos die eines Togolesen im Angesicht des Streits der Chefs der Parteien. Sehen sie eine Perspektive für Togo ? Zu dieser und anderen Fragen wird er Stellung beziehen.

Der ehrenwerte Chef MLAPA von Togoville, Sohn des Chefs MLAPA III der im Juli 1884 das Protektorats-Abkommen unterzeichnet hat, das aus Togo eine deutsche Kolonie machte. Von Eyadema vom Thron gejagt, weil er Widerstand leistet gegen Ungerechtigkeit und Diktatur, lebt Chef Mlapa seit einigen Jahren im Exil in Deutschland. Wäre es nicht ein guter Vorschlag, das er mit uns eine Retrospektive macht und für beide Seiten die Erinnerungen an dieses Deutsch-Togolesische Treffen wachhält ?

Dr.Moudassirou Katakpaou-Touré. Togo zählt sicherlich mit die grösste Zahl von exilierten  oder inhaftierten Journalisten. Aktuell sind es zwei Reporter, die in den Kerkern Eyadémas gefangengehalten werden, und andere, wie Dr. Katakpaou-Touré, waren gezweungen zu fliehen. Was ist die Situation der jungen unabhängigen Presse in Togo ? Dr. Katakpaou-Touré wird über dieses Thema berichten und versuchen, uns Hinweise dafür zu geben, wie die unabhängige Presse -  das Pfand für das demokratische Erwachen in Togo- gerettet werden kann.

Kokouvi Alphonse Massémé, Ex-Innenminister während der demokratischen Transition 1992,  ein sehr aktiver Kämpfer für die Demokratisierung in Togo, wird die finsteren Erinnerungen an die Folterlager Eyadémas wachrufen am Beispiel Agombio. Dieses Lager im Norden des Landes hat viele Tote gesehen, erblindete, verstümmelte und für den Rest des Lebens behinderte Menschen gesehen. M.Massémé, der Präfekt war in Sokodé, das unweit des Lagers liegt, wird er ein schmerzhaftes  Zeugnis ablegen über eine Schattenseite des Lebens in unserem Lande.
 

Schlussfolgerung / Conclusion

Dieses Projekt ist offen für die Freunde Togos und für Togolesen die sich dort wieder finden. Es braucht moralische, materielle und finanzielle Unterstützung aller. Togo ist wirklich in Gefahr und die Wahlen vom 1.Juni 2003 werden nichts weiter erreichen als die Verschlechterung der Situation des Landes.  Deshalb haben wir die Aufgabe, kontinuierlich Informationen an die interessierte Öffentlichkeit zu liefern , um eine Sensibilisierung für die Situation zu erreichen, in der es aufgrund des möglichen Scheidens Eyadémas aus seinem Amt zu einer abzusehenden bewaffneten Auseinandersetzung kommen kann. Es soll ausserdem aufgezeigt werden, wie schwach die togolesiche Opposition augenblicklich ist, wie unverantwortlich teilweise gehandelt wird, was ausserdem oben beschriebene Konfliktsituation provozieren könnte.
Warten wir nicht darauf das Togo in eine Katastrophe rutscht, warten wir nicht darauf, das in Togo ein Bürgerkrieg ausbricht, handeln wir.