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Home » Länder » Sri Lanka » Aideen Mcdonald Auf der ganzen Welt müssen Menschen mit Konflikten fertig werden, von der globalen bis zur persönlichen Ebene. Künstler vieler Kulturen und Epochen haben die harte Realität von Konflikten durch ihre Objekte und Bilder interpretiert, auf ästhetisch ansprechende oder provozierende Weise, oder beides. Die Themen reichen von gesellschaftlichen, religiösen und politischen Kämpfen bis hin zu mehr individualistischen Wettbewerben und internen Dialogen, oft auf eloquente Weise aus Legenden oder der Literatur entnommen. Politische und soziale Wandel werden in der Kunst reflektiert, einschließlich Themen, die dem Aufstieg der Demokratie entstammen oder der wachsenden Einsicht in soziale Missstände. Legende und Literatur, speziell wenn die Szenarien und Handlungsstränge konfliktgeladen sind, haben Künstler immer schon inspiriert. Individuelle Anstrengungen reflektieren die menschliche Bedingung von Konflikt und Lösung, dem Entgehen von Falle und der Suche nach Harmonie. Künstler haben solche internen Konflikte, häufig ihre eigenen, in vielen Formen. Asoka Handagamas Film Aksharaya oder Feuerbrief folgt dieser Tradition. Die Legende von Ödipus, mit ihren tiefen psychologischen und sozialen Herausforderungen, die sie heraufbeschwört, ist ein reichlich komplexes Material für einen Film, der in Sri Lanka gemacht wurde, wo die Notwendigkeit, soziale Konflikte anzusprechen und zu transformieren, größer ist, als je zuvor. Die Künste sollten immer eine Quelle kathartischen Ausdrucks sein. Vor schwierigen Themen zurückzuschrecken durch künstlerische Zensur wird niemals den menschlichen Drang des Fragen Stellens unterdrücken. In Irland mussten wir unter Zensur leiden, so dass bisweilen einige unserer größten Künstler ins selbst gewählte Exil gingen. James Joyce und sein Meisterwerk Ulysses ist ein solches Beispiel. Weil es in den Vereinigten Staaten und im Vereinigten Königreich bis in die 1930er berbote war, wurde Ulysses 1922 in Paris publiziert. Das Werk stand auf der schwarzen Liste des Zolls und Joyce zog nach Frankreich. Der Titel spielt auf implizite und explizite Parallelen an und ist inspiriert durch das griechische Epos selben namens. Der Stoff des Buches ist ebenfalls provozierend auf implizite und explizite Weise. Die Kontroversen und Prüfungen rund um das Werk reichten von Gerichtsprozessen wegen Obszönität bis hin zu weitschweifigen, geradezu kriegerischen Konflikten der Textauslegung. In der irischen Presse der damaligen Zeit war zu lesen, dass das Buch von einem "perversen Spinner" geschrieben worden sei, "der sich auf Latrinenliteratur spezialisiert" habe. Heute gilt Ulysses als der vielleicht meist beachtete Roman im Pantheon der Moderne. Die Filmveersion des Ulysses von dem amerikanischen Regisseur Joseph Strick aus dem Jahr 1967 war 33 Jahre lang in Irland verboten. Erst im Jahr 2001 durfte sie unbeschränkt gezeigt werden. Die staatliche Zensurbehörde glaubte, dass es dem Ansehen der Regierung schade, wenn der Film irgend einem irischen Publikum gezeigt werden würde. Dennoch erlangte der Film eine Oscarnominierung für die beste Buchverfilmung. 2004 wurde eine neue, preisgekrönte Adaption mit dem Namen Bloom international verbreitet. Die irische Produktion Bloom und seine Inspirationsquelle, der Ulysses, sind jetzt Quelle künstlerischen und nationalen Stolzes für die Iren. Wir müssen voneinander und von der Geschichte lernen. Es wäre ein großer Verlust für Sri Lanka, 82 jahre lang zu warten, bis endlich Asoka Handagama und sein epischer Film Aksharaya anerkannt und gewürdigt werden. September 2007-09-17 Aideen Mcdonald, Künstler / Versöhnungsaktivist / Irische Schule für Ökumene, Dublin, Belfast - Irland |
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