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Home » Länder » Sri Lanka » Kundgebung anlässlich des Besuchs des srilankischen Außenministers in Berlin

Kundgebung anlässlich des Besuchs des srilankischen Außenministers in Berlin

Am 1. Februar haben Tamilen in Berlin anlässlich des Antrittsbesuches des neuen Außenministers von Sri Lanka, Rohitha Bogollagama, bei seinem Amtskollegen Frank-Walter Steinmeier in Berlin gegen die kriegstreiberische Politik der srilankischen Regierung und für ein positives Engagement der Europäischen Union im srilankischen Friedensprozess demonstriert. Im Folgenden wird der Aufruf der Kundgebung dokumentiert:

Fragen an den Außenminister Sri Lankas in Berlin

Heute, dem 1. Februar 2006, wird der neu ernannte Außenminister Sri Lankas, Rohitha Bogollagama, in Deutschland seinen Amtskollegen Dr. Frank-Walter Steinmeier treffen.

Dieses Treffen wird als Versuch Bogollagamas gesehen, die Unterstützung Deutschlands – insbesondere im Kontext der deutschen EU-Ratspräsidentschaft – und der Europäische Union für die Politik der srilankischen Regierung in Bezug auf die tamilische Frage zu gewinnen.

Wird Außenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier seinen srilankischen Amtskollegen fragen:

Wie kann der tief liegende Konflikt mit Militärgewalt gelöst werden?

Wie geht die srilankische Regierung die tamilischen Klagen an, die auf den Erfahrungen der Tamilen mit rassistischen Pogrome, Massendeportationen und der vielseitigen staatlichen Diskriminierung von Sprachrechten bis zur Bildung basieren, die auf Jahrzehnte vor der Aufnahme von Waffen durch die tamilische Jugend zurückgehen?

Wie kann die srilankische Regierung sich den tamilischen Klagen annehmen, wenn sie die singhalesisch- ultrachauvinistische Position der Auflösung der tamilischen Mehrheitsgebiete im Norden und Osten vertritt? Glaubt der srilankische Außenminister, seine Regierung könne die tamilische Solidarität, die ebenfalls über die Geburt der tamilischen Militanz hinaus zurückreicht, an diesem Punkt brechen?

Wie kann die srilankische Regierung einen explizit rassistischen Führer der Jathika Hela Urumaya (JHU), Champika Ranawaka, im Kabinett tolerieren, der für seine antisemitischen Äußerungen bekannt ist, in denen er mit einer „arisch-singhalesischen“ Vorherrschaftsphilosophie die Tamilen mit den Juden vergleicht?

Wie kann die srilankische Regierung ernsthaft behaupten, für Verhandlungen offen zu sein, wenn ihre Streitkräfte und deren alliierten Paramilitärs verantwortlich sind für den Tod tausender Tamilen im letzten Jahr, dem Verschwinden-Lassen und der Schaffung hunderttausender Flüchtlinge, wenn humanitäre Hilfswerke systematisch schikaniert, behindert und mit Todesdrohungen eingeschüchtert werden und wenn eine Wirtschaftsblockade im Osten verhängt wird? Wenn selbst zivile und medizinische Zufluchtsorte unter Missachtung des Kriegsvölkerrechts vorsätzlich bombardiert werden und gestern die Telefonverbindungen in den Vanni und große Teile der Halbinsel Jaffna gekappt wurden?

Deutsche-Tamilische Gesellschaft e.V.
Prühss Str. 47
12105 Berlin