
» » aiDaoud

UA 107/01 ai-Index: MDE 24/005/2001
30.
April 2001 - md
SOGRE UM SICHERHEIT / FOLTER
MÖGLICHES „VERSCHWINDENLASSEN“
Syrien: Hussain Daoud, 30 Jahre alt
Der abgelehnte Asylbewerber Hussain Daoud wurde nach seiner Abschiebung
aus Deutschland in Syrien festgenommen und befindet sich seitdem ohne Kontakt
zur Außenwelt in Haft. amnesty inter-national ist daher in großer
Sorge um seine Sicherheit.
Der syrische Kurde Hussain Daoud war am 10. Dezember 2000 nach Syrien
abgeschoben worden, nachdem die deutschen Behörden seinen Asylantrag
abgelehnt hatten. Berichten zufolge wurde er bei seiner Ankunft am Flughafen
von Damaskus vom syrischen Staatssicherheitsdienst (Amn al-dawla) in Haft
genommen. Zunächst brachte man ihn in die Haftanstalt Nr. 285 des
Staatssicher-heitsdienstes, wo er wegen seiner Aktivitäten und der
anderer Kurden in Deutschland verhört wurde. Seitdem ist er in der
Hauptstadt Damaskus und in al-Qamishli im Norden des Landes mehrmals von
einem Haftort in einen anderen verlegt worden. Wie es heißt, wird
er immer wieder verhört und gefoltert. Unbestätigten Berichten
zufolge war er vor etwa einem Monat wegen eines auf die ihm zugefügten
Folterungen zurückzuführenden Nervenzusammenbruchs in ein Krankenhaus
eingeliefert worden. Sein derzeitiger Aufenthaltsort ist unbekannt.
Die syrischen Behörden haben Hussain Daouds Festnahme bislang
nicht bestätigt, Bekannte sollen ihn im März diesen Jahres jedoch
in der Haftanstalt Nr. 285 des Staatssicherheitsdienstes gesehen haben.
Sie hatten aber keine Möglichkeit mit ihm zu sprechen. Die wiederholten
Erkundigungen seiner Familie bei den Behören nach seinem Aufenthaltsort
blieben ergebnislos.
HINTERGRUNDINFORMATIONEN
Hussain Daoud hatte am 18. Januar 1996 in Braunschweig einen Asylantrag
gestellt, der in allen Instanzen abgelehnt worden ist. Während seines
fünfjährigen Aufenthalts in Deutschland war er poli-tisch aktiv
gewesen. Unter anderem hatte er an Demonstrationen syrischer Exilgruppen
vor der Botschaft Syriens teilgenommen. Die systematische Folterung und
Misshandlung von politischen Gefangenen ist in Syrien insbesondere während
des Verhörs gängige Praxis. In den vergangenen Jahren sind zahlreiche
Menschen in Syrien nach ihrer Festnahme durch die Sicherheitskräfte
dem „Verschwindenlassen“ zum Opfer gefallen.
EMPFOHLENE AKTIONEN: Schreiben Sie bitte Telefaxe, Telexe oder
Luftpostbriefe, in denen Sie
- sich nach dem Aufenthaltsort von Hussain Daoud erkundigen und darauf
dringen, dass er menschenwürdig behandelt wird und Zugang zu seiner
Familie und einem Rechtsanwalt seiner Wahl erhält;
- sich nach den Gründen für seine Inhaftierung erkundigen
und fragen, ob Anklage gegen ihn erho-ben und er vor Gericht gestellt worden
ist;
- sich angesichts der Berichte besorgt zeigen, wonach man ihn misshandelt
und gefoltert hat und fordern, dass diese Vorwürfe zum Gegenstand
einer unabhängigen und unparteiischen Unter-suchung gemacht werden.
APPELLE AN:
His Excellency President Bashar al-Assad, President of the Republic,
Presidential Palace, Abu Rumanah, al-Rashid Street, Damascus, ARABISCHE
REPUBLIK SYRIEN
(Staatspräsident - korrekte Anrede: Your Excellency)
Telex: 0492 419160 prespl sy
Telefax: (00 963) 11-222 3428 (über das Innenministerium: „Please
forward to...“)
KOPIEN AN:
His Excellency Dr. Muhammad Harba, Minister of the Interior, Ministry
of the Interior, Marjeh Circle, Damascus, ARABISCHE REPUBLIK SYRIEN
(Innenminister - korrekte Anrede: Your Excellency)
Telefax: (00 963) 11-222 3428
Kanzlei der Botschaft der Arabischen Republik Syrien
Andreas-Hermes-Str. 5, 53175 Bonn
Telefax: (0228) 81 992 99 - (S. E. Herr Mohamed Walid Hezbor)
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie
in gutem Arabisch, Franzö-sisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen
in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten
wir Sie, nach dem 11. Juni 2001 keine Appelle mehr zu verschicken.
RECOMMENDED ACTION: Please send telegrams/telexes/faxes/express/airmail
letters in English, Arabic or your own language:
- asking where Hussain Daoud is being held, and urging that he is treated
humanely and allowed access to medical care, his family and a lawyer of
his choice;
- asking the authorities why he was arrested and whether he has been
charged or tried;
- expressing concern at reports that he has been tortured and ill-treated,
and calling for an independent and impartial investigation into these allegations.
|