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Über 20 Jahre Kampf
um die Freiheit
für Leonard Peltier
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Foto © J.Scott/Impact
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Leonard Peltier im Bundesgefängnis
von Leavenworth / Kansas
Eine Chronologie
Hintergründe | Geschehnisse
|Prozess Robideau/Butler | Peltiers
Prozess | neue Entlastungsbeweise | Antrag
auf Haftprüfung | Antrag auf Begnadigung
| Internationale Unterstützung | Kontaktadressen
|
1973
Das Dorf Wounded Knee auf der Pine Ridge Reservation
in Süd Dakota wird von ca. 300 traditionsbewußten Bewohnern
der Reservation und Mitgliedern des American Indian Movement (AIM) besetzt.
Damit soll unter anderem gegen den Machtmißbrauch durch den Stammesvorsitzenden
Dick Wilson und den Verkauf eines Drittels der den dort ansässigen
Lakota heiligen Black Hills protestiert werden. Mit Hilfe von Schlägertruppen
(Goon Squads / Goon = Guardians of the Oglala Nation, etwa "Hüter
der Nation der Oglala") hatte Wilson jede Opposition in Pine Ridge
brutal unterdrückt.
Der Ort Wounded Knee wird von schwer bewaffneten
militärischen Einheiten mit Panzern und Hubschraubern eingekesselt,
es kommt zu Schußwechseln, die 2 Indianer das Leben kosten, aber
auch zu Verhandlungen. Nach 71 Tagen brechen die Indianer die Besetzung
ab. In den folgenden Jahren kommt es zu wiederholt zu schweren Zusammenstößen
zwischen den Goon Squads und Mitgliedern des American Indian Movement bzw.
deren UnterstützerInnen. In der Zeit bis 1976 werden über 340
traditionell eingestellte IndianerInnen und Mitglieder des AIM getötet.
In keinem dieser Fälle wird vom FBI ermittelt. Auf Pine Ridge herrschen
Mißtrauen und Angst.
top
1975
In Zusammenhang mit der andauernden Terrorisierung
durch Dick Wilson´s Schlägertruppen wird AIM wiederum gebeten
nach Pine Ridge zu kommen, um die Bewohner dort zu unterstützen und
zu verteidigen. Mitglieder des AIM errichten im März auf der Jumping
Bull Ranch ein Camp. Bis Juni verstärkt das FBI seine Präsenz
in und um Pine Ridge erheblich.
Am 26. Juni `75 kommen die FBI-Agenten Ron Williams
und Jack Coler unter dem Vorwand, einen Indianer namens Jimmy Eagle wegen
Diebstahls eines Paares Cowboystiefeln verhaften zu wollen, auf das Gelände
der Jumping Bull Ranch. Sie haben weder einen Haftbefehl noch eine richterliche
Verfügung bei sich. Die beiden Agenten eröffnen sofort das Feuer
auf die Häuser und ihre Bewohner. Die Indianer erwidern das Feuer.
Kurz nach Beginn des Schußwechsels wird das Gelände von ca.
150 Regierungsagenten und Spezialeinheiten gestürmt. Nach Beendigung
der Auseinandersetzung sind sie Indianer geflohen; die FBI-Agenten Williams
und Coler sowie das AIM-Mitglied Joe Stuntz sind tot.
Das FBI leitet eine massive Schleppnetzfahndung
nach ca. 30 IndianerInnen ein, die sich während des Feuergefechts
angeblich auf dem Gelände der Ranch aufgehalten haben sollen.
Leonard Peltier, einem der AIM-Mitglieder, die
am Ort der Auseinandersetzung waren, gelingt die Flucht nach Kanada, wo
er um politisches Asyl bittet.
Im November werden neben Peltier zwei weitere
AIM-Mitglieder, Bob Robideau und Dino Butler, sowie Jimmy Eagle des Mordes
und der Beihilfe und Anstiftung zum Mord an den beiden FBI-Agenten angeklagt.
Die Anklage gegen Jimmy Eagle wird später fallengelassen.
1976
Im Sommer findet der Prozeß gegen Robideau
und Butler in Cedar Rapids/Iowa statt. In ihrer Verteidigung schildern
die Angeklagten die Situation auf Pine Ridge. Sie berichten von den 340
unaufgeklärten Todesfällen der letzten 2 Jahre und den Terroranschlägen
durch Wilsons Goon Squads. Beide geben zu, auf die Agenten geschossen zu
haben, berufen sich aber auf ihr Recht zur Selbstverteidigung. Das Gericht
spricht Dino Butler und Bob Robideau auf Grund von Selbstverteidigung frei.
Das ganze Gewicht der Anklage lastet jetzt auf Leonard Peltier. Er wird
im Dezember von Kanada an die USA ausgeliefert. Auslieferungsgrund sind
die Aussagen der psychisch labilen Myrtle Poor Bear, die zu Protokoll gegeben
hatte, sie sei Peltiers Freundin und habe gesehen, wie dieser die beiden
Agenten aus nächster Nähe erschossen habe. Später widerruft
sie diese Aussage. Sie beeidet,von FBI-Agenten unter massiven Drohungen
zu dieser Aussage gezwungen worden zu sein. Jahre später ist die US-Regierung
gezwungen, öffentlich einzugestehen, daß die Dokumente, die
zu Peltiers Auslieferung geführt hatten, gefälscht waren.
top
1977
Von März bis April findet in Fargo/Nord Dakota
die Verhandlung gegen Leonard Peltier statt. Der Richter Paul Benson und
die Anklagevertreter treffen sich vor Prozeßbeginn mehrmals mit Vertretern
des FBI. Die Verteidigung ist von diesen Treffen ausgeschlossen. Richter
Benson entscheidet, daß im Prozeß ausschließlich die
Ereignisse des 26.6.1975 verhandelt werden, die Vorgeschichte wird als
irrelevant ausgeklammert. Außerdem werden keine der Beweise zugelassen,
die zum Freispruch von Dino Butler und Bob Robideau geführt hatten.
Obwohl Leonard Peltier seine Unschuld beteuert,
wird er des zweifachen schweren Mordes für schuldig befunden und zu
zweimal lebenslänglicher Haft (in Folge) verurteilt. Dies bedeutet
für Peltier eine Haftdauer bis zum Jahr 2035.
Ein Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens
wird zuerst vom Eighth Circuit Court ( zweithöchste Instanz bei Berufungsverfahren),
dann vom Supreme Court (Oberster Gerichtshof,höchste Instanz) abgelehnt,
obwohl mehrere Zeugen des ersten Verfahrens ihre Aussagen widerrufen haben
und die Verteidigung dem Gericht Verfahrensfehler nachweisen kann.
top
1982
Die Verteidigung erzwingt die Herausgabe von über
12 000 Seiten geheimer FBI-Dokumente zu den Geschehnissen vom 26. Juni
1975. Weitere 6000 Seiten werden unter Berufung auf die ³Nationale
Sicherheit² zurückgehalten. Obwohl das Aktenmaterial zensiert
ist, läßt sich folgendes eindeutig nachweisen:
- daß der Richter Paul Benson vor und während
des Prozesses vom FBI beinflußt wurde,
- die als Beweisstück verwendete Patronenhülse
nicht aus der Peltier zugeordneten Tatwaffe stammen kann,
- daß das dazugehörige Geschoß
nicht nachweislich auf die beiden Agenten abgefeuert wurde,
- und die Peltier zugeordnete Waffe nicht die
einzige dieses Kalibers war,
- der Schußwechsel vom FBI geplant und provoziert
wurde, um auf diese Weise die Führung des American Indian Movement
auszuschalten.
1983
Der 8th Circuit Court lehnt den Revisionsantrag
der Verteidigung ab. Nachdem 50 Mitglieder des amerikanischen Kongresses
den Antrag unterstützen, nimmt das Gericht seine Entscheidung zurück,
der Fall wird damit an das Gericht in Fargo zurückverwiesen.
1984
Richter Benson erklärt sich erneut für
nicht befangen und leitet die Anhörung. Es ergeben sich weitere Fehler
bei der Beweisaufnahme im ersten Verfahren. Der Fall geht wieder an den
8th Circuit Court.
1985
Anhörung vor dem 8th Circuit Court.
1986
Elf Monate nach der Anhörung befindet der
8th Circuit Court, daß das FBI wichtiges Beweismaterial für
Leonard Peltiers Unschuld unterdrückt und anderes gefälscht habe,
und daß sich nicht feststellen ließe, wer die beiden FBI-Agenten
Williams und Coler erschossen habe. Trotzdem lehnt es eine Wiederaufnahme
des Verfahrens ab, wenn auch " zutiefst beunruhigt" und "widerwillig".
1987
Eine Wiederaufnahme des Verfahrens wird ohne weitere
Begründung vom Supreme Court abgelehnt.
top
1990
Peltiers Anwälte stellen erneut einen Antrag
auf Haftprüfung ( Writ of Habeas Corpus).
1991
Der Anhörungstermin wird auf den 29.7.´91
vor dem Bezirksgericht in Fargo festgelegt. Zum Richter wird wieder Paul
Benson berufen. Der Termin zur Anhörung wird kurzfristig auf den 2.
Oktober ´91 verschoben.
Zwei der drei Argumentationspunkte der Verteidigung
werden nicht zugelassen:
1. Einschüchterung und Bedrohung der Geschworenen
im ersten Verfahren.
2. Fehlverhalten auf Seiten der Regierungsbehörden.
Die Ablehnung wird damit begründet, daß
Punkte, die bei einem früheren Antrag auf Haftprüfung hätten
eingereicht werden können, jedoch nicht eingereicht wurden, bei einem
erneuten Antrag nicht mehr verwendet werden dürfen.
Am 13.9.´91 kommt das US-Bezirksgericht
von Nord Dakota unter Vorsitz der Richterin K.Klein zu folgenden Beschlüssen
betreffend der Anhörung vom 2.10.´91 zum Fall Peltier:
Rahmen der Anhörung: Punkt 3 des Antrages
der Verteidigung kritisierte, daß Peltier kein ordentliches Verfahren
erhalten habe, da sich die Klagetheorie des Anklägers (Regierung der
USA) im Verlauf des ersten Verfahrens geändert habe. Zu Beginn wurde
gegen Peltier wegen Beihilfe und Anstiftung zum Mord ermittelt, dann wurde
gegen ihn als Haupttäter verhandelt und nun wieder wegen Anstiftung
und Beihilfe (Urteil des 8th Circuit Court 1986). Wäre gegen Peltier
nicht als Haupttäter verhandelt worden, hätte er seine Verteidigung
anders aufbauen können. Seine Verteidigung will dazu Beweise vorlegen
und Zeugen aufrufen. Im Gegensatz dazu kommt Richterin Klein zu der Auffassung,
daß das vorliegende Prozeßmaterial ausreicht, um zunächst
die rein juristische Entscheidung über die Einstellung des Anklägers
zu beurteilen. Falls dieser Punkt zugunsten des Angeklagten entschieden
wird, kann darüber befunden werden, ob eine beweiserhebliche Anhörung
gerechtfertigt ist.
Dezember ´91 / Januar ´92
Richter Paul Benson lehnt den Antrag auf Haftprüfung
ab. Richter Gerald.W.Heaney, der 1986 am 8th Circuit Court noch gegen Peltier
entschieden hatte, hat nun in einem offenen Brief dargelegt, daß
er einen Gnadenerlaß (executive clemency) des Präsidenten im
Fall Peltier befürwortet, da seines Erachtens das FBI in gleichem
Maße für den Schußwechsel auf der Jumping Bull Ranch und
somit auch für den Tode der beiden FBI-Agenten verantwortlich sei.
1992
Am 23. März 1992 legt Peltiers Verteidigung
Berufung ein.
Das Leonard Peltier Defense Committee (LPDC) Kanada
trägt den Fall der Menschenrechtskommission der UNO vor, verbunden
mit der Forderung, einen Vorschlag von amnesty international zu unterstützen.
Darin werden die USA aufgefordert, eine eigene
Untersuchungskommission für diesen Fall einzurichten. Diese soll folgende
Vorwürfe untersuchen:
- Nachrichtendienstliche Einflußnahme bei
Gerichtsverhandlungen und in Menschenrechtsbewegungen.
- Mißbrauch des Strafrechtssystems für
politische Zwecke durch die Regierung der USA.
Am 9.11.´92 fand die Anhörung zu
Leonard Peltiers dritter Berufung vor den Richtern des Berufungsgerichtes
des 8th Circuit Court in St.Paul/Minnesota statt. Es wurden zwei Punkte
verhandelt und festgestellt:
1. Leonard Peltiers Recht auf ein ordentliches
Gerichtsverfahren wurde verletzt, indem die anklagende
Regierungsbehörde nach der Verurteilung ihre Anklagetheorie veränderte.
2. Fehlverhalten der Regierungsseite während
der Untersuchung und Verhandlung von Leonard Peltiers
Fall.
Zu Beginn der Anhörung wurde ein Amicus Curiae-Schreiben
von 55 Mitgliedern des kanadischen Parlaments betreffend Peltiers gesetzwidriger
Auslieferung durch Kanada präsentiert. Anschließend brachte
Ramsey Clark (früherer Generalstaatsanwalt und höchster Justizbeamter
der USA) den Fall in den geschichtlichen Zusammenhang mit der ungleichen
Anwendung von Gesetzen gegen die indigene Bevölkerung Amerikas während
der vergangenen 500 Jahre.
Der Vertreter der Anklage, Lynn Crooks, brachte
im wesentlichen die gleichen Argumente wie schon seit 16 Jahren vor.
Den unerwarteten Höhepunkt seiner Ausführungen
bildete die Bekräftigung seines ursprünglichen Eingeständnisses:
"Er wisse nicht, wer diese Agenten getötet habe". In einem
anschließenden Dialog mit dem verhandelnden Richter Daniel Freedman
gestand er erneut ein, wer die tödlichen Schüsse abgegeben habe,
da es dafür keine Augenzeugen gebe.
top
1993
Am 7.Juli `93 gibt Richter Freedman bekannt, daß
eine Wiederaufnahme des Verfahrens abgelehnt wurde. Alle Möglichkeiten,
durch Berufung oder andere juristische Wege, eine Wiederaufnahme des Verfahrens
zu erlangen, sind damit erschöpft.
Am 21.November 1993 reicht Ramsey Clark offiziell
einen Antrag auf Begnadigung beim Weißen Haus ein.
Am 14. Dezember 1993 stellt sich Peltier in Begleitung
von Ramsey Clark dem "Parole Board" (Bewährungskommission)
vor. Diese bescheidet Peltier mit der Empfehlung, in 15 Jahren erneut einen
Antrag zu stellen.
1994
Im Februar trägt der internationale Sprecher
des LPDC, Bobby Castillo, den Fall wiederum bei den UN vor. Am 25./26.
Juni finden weltweit Demonstrationen und Kundgebungen für Leonard
Peltiers Freilassung statt. Im Juni 1994 veranlaßt der kanadische
Justizminister Allen Rock die Überprüfung der Auslieferung Peltiers
durch eine Kommission des Justizministeriums. Das LPDC in Kanada begrüßt
diese Maßnahme, verlangt aber eine weitergehende Prüfung des
Falles durch eine unabhängige Kommission, da vermutet wird, daß
die damaligen kanadischen Zuständigen von den Umständen der Fabrikation
der Zeugenaussagen von Myrtle Poor Bear wußten.
Dank der intensiven Lobbyarbeit des internationalen
Sprechers des LPDC, Bobby Castillo und des LPDC-Kanada, vertreten durch
Frank Dreaver und Lew Gurwitz, und der europäischen Support Groups
verabschiedet das Europaparlament im Dezember ´94 eine Resolution
zur Begnadigung von Leonard Peltier. Hierin wird u.a. eine Untersuchung
der juristischen Regelwidrigkeiten im Zusammenhang mit der Verurteilung
Peltiers gefordert.
1995
Im Juli wird Peltiers Fall erneut vor den Vereinten
Nationen durch das LPDC-Kanada bei der Working Group on Indigenous Populations
in Genf vorgetragen.
Für Dezember wird Peltier ein weiterer Termin
zur Anhörung, auf die jeder Inhaftierte in den USA alle 2 Jahre ein
Recht hat, vor dem Bewährungsausschuß gewährt. Er wird
hierbei von Ramsey Clark vertreten. Der Vertreter der Anklage, Lynn Crooks,
bringt ein Schreiben des FBI-Direktors Louis Freah ein, in dem verlangt
wird, daß Peltier sein "Verbrechen" gesteht und sich reumütig
zeigt. Dies fordert ebenfalls der Leiter des FBI-Büros in Minneapolis,
R.Wheeler, der die Vereinigung aktiver und pensionierter FBI-Agenten, sowie
die Familien der getöteten FBI-Agenten vertritt. Im weiteren Verlauf
bringt es Crooks wiederum fertig, seiner eigenen Argumentation zu widersprechen,
indem er zugeben muß:" Die Agenten müssen von irgend jemandem
getötet worden sein. Auch, wenn er es nicht war...".
Dies veranlaßt den Leiter der Anhörung
dazu seine Bedenken über die Tatsache zu äußern ,"...daß
es unüblich sei, daß sie (die Anklagevertretung ) Zeugen der
Anklage aufbiete, um die Entscheidung der Kommission zu beeinflussen".
Weiterhin informiert er die Anwälte darüber, daß für
den Fall, daß eine Verurteilung Peltiers wegen Anstiftung und Mittäterschaft
und nicht wegen Mordes vorliege, Peltier die Mindeststrafe für dieses
Vergehen verbüßt habe. Er beendete die Anhörung mit dem
Statement: "Ich bin mir ebenso wenig sicher darüber, welche Anklage
der Verurteilung zugrunde liegt, wie ich mir sicher bin, daß den
meisten Menschen dies ebenfalls unklar ist".
1996
Am 8. März, nach einer unüblich langen
Bearbeitungszeit, wird dem LPDC gegenüber von offizieller Seite die
Information bestätigt, daß der Leiter der Anhörung eine
positive Empfehlung an die Nationale Bewährungskommission mit dem
Inhalt Leonard Peltier ohne weitere Verzögerung freizulassen, abgegeben
hat.
Diese Entscheidung basierte auf den positiven
Berichten des Gefängnisses über Peltiers Führung, sowie
auf der Tatsache, daß die Anklagevertretung nicht in der Lage gewesen
war, zu beweisen, daß Leonard Peltier derjenige war, der die beiden
Agenten aus nächster Nähe getötet hatte.
Die Bewährungskommission der Vereinigten
Staaten (USPC) trifft ihre Entscheidung am 20.3.´96. Peltiers Antrag
auf Bewährung wird abgelehnt. Als begründung wird angeführt,
daß die durch den Leiter der Anhörung ermittelten Ergebnisse
den gesetzlichen Rahmen einer solchen Anhörung überschritten
hätten. Zweck einer solchen Anhörung sei es lediglich, zu entscheiden,
ob seit der letzten Anhörung sich veränderte Umstände eine
andere Entscheidung verlangen. Da Peltier keine neuen Informationen über
seine Handlungen während des Schußwechsels beigebracht habe
und somit keine Änderung in der Beweislage zu erblicken sei, wird
die Entscheidung der ersten Anhörung vom 14.12.1993 bestätigt:
Eine volle Überprüfung seines Falles vor der empfohlenen Anhörung
nach 15 Jahren, also ab Dezember 2008, sei nicht angemessen.
Bleibt noch anzumerken, daß der Leiter der
Anhörung, von dem die positive Empfehlung ausgesprochen worden war,
seine Position in der USPC verloren hat. Im Sommer findet ein `Run` für
Leonard Peltier quer durch Europa unter großer Beteiligung Indigener
Vertreter und europäischer Unterstützergruppen statt. Ziel des
Laufs ist es, noch mehr internationale Unterstützung für den
Fall Peltier zu erhalten und den Fall abermals bei den Arbeitssitzungen
der Working Group on Indigenous Populations einzubringen.
Am 27.Juni trägt Senator Inouye den Fall
im amerikanischen Kongress vor und fordert eine Untersuchung des Falles
in allen Aspekten.
top
Internationale
Unterstützung
amnesty international fordert die Wiederaufnahme
des Verfahrens.
1986 erhält Leonard Peltier den Internationalen
Preis für Menschenrechte von der spanischen Menschenrechtskommission.
55 Mitglieder des US-Kongresses und 60 Mitglieder
des kanadischen Parlaments fordern die Wiederaufnahme von Peltiers Verfahren.
Das Europäische Parlament, der Unterausschuß
für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe des Deutschen Bundestages,
sowie mehr als 70 Abgeordnete des Bundestages, 48 Mitglieder des niederländischen
Parlaments und Abgeordnete aus Frankreich, Belgien, Italien, Österreich
und der Schweiz, wie auch Bundesvorstand,sowie verschiedene Landesvorstände
und Landtagsfraktionen von Bündnis 90/Die Grünen, sowie die Führer
verschiedener politischer Parteien in Europa, darunter Lionel Jospin/Parti
Socialiste, Georges Marchais, KP/Frankreich und Gerry Adams/Sinn Fein,
setzen sich für eine Begnadigung Peltiers ein.
Die Stadträte und Bürgermeister von
über 450 europäischen Städten und Gemeinden, darunter z.B.
Groningen in den Niederlanden, Florenz, Genua, Rom in Italien, Freiburg/BRD,
Genf und Zürich in der Schweiz, fordern Freiheit für Peltier.
Fast achtzig Kirchenführer aller Weltreligionen,
darunter der Erzbischof von Canterbury, Bischof Desmond Tutu, Reverend
Jesse Jackson, der World Council of Christians and Jews und der Dalai Lama,
Friedensnobelpreisträger Rigoberta Menchu Tum und Nelson Mandela,
Ex-Bundespräsident Richard von Weizsäcker, Mikhail Gorbatschow,
Amed Ben Bella, der National Congress of American Indians, Personen des
öffentlichen Lebens wie Danielle Mitterand, Mutter Theresa, König
Albert und Prinzessin Marie Christine von Belgien, Arun Gandhi, Michael
Apted, Ed Asner, Harry Belafonte, Jackson Browne, Peter Coyote, Vine Deloria,
Jane Fonda, Allen Ginsberg, Val Kilmer, Kris Kristofferson, Manhattan Transfer,
Pearl Jam, Peter Matthiesen, Joni Mitchell, Willie Nelson, Rage against
the Machine, Robert Redford, Pete Seeger, Smashing Pumpkins, Buffy Saint
Marie, Gloria Steinem, Oliver Stone, Lou Diamond Phillips, U2, Floyd Westermann,
sowie über 20 Millionen Menschen weltweit
unterstützen Leonard Peltiers Kampf um Freiheit und Gerechtigkeit.
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zur Begnadigung von Leonard Peltier.
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Washington, DC 20500.
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B.W. 25th St. Lawrence, KS 66044
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001-913-842-5796 e-mail: lpdc@idir.net
Kanada:
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Chandler Drive, Scarborough, Ontario
Canada M1G 1Z1
Fon/fax: 001-416-439-1893 e-mail:
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