go to content (skip navigation)
Home
Sprache:  Land: 
Dringende Kampagnen

Hintergrund

Links

Archiv



Suche Suche



Informationen nach
Themen
Ländern



Info Info

Kontakt Kontakt

Impressum Impressum

/

Home » Archiv » Palästina » Kommentar zur Busch Rede von der israelischen Friedensbewegung

[!]
Sie befinden sich im Archiv
Dieser Teil der Website wird nicht mehr betreut. Es können somit einige Verweise nicht mehr funktionieren und die Sprache der Dokumente ist nicht zu ändern.

Israelischer Friedensblock (Gush-Shalom)
http://www.gush-shalom.org/
Palästina Seite auf unserem Server
../../p/palestine/index.html

Pressemitteilung

DIE REDE: SCHÖNE WORTE, WELCHE DIE HÄSSLICHE WIRKLICHKEIT UMGEHEN

Demokratische Reformen, eine lebendige Demokratie auf der Basis von Freiheit
und Toleranz, eine wirkungsvolle Gesetzgebung, eine unabhängige
Rechtsprechung, Gewaltenteilung, eine neue Verfassung - lauter rosige Dinge
hielt der Präsident der Vereinigten Staaten in seiner lang erwarteten Rede
über den Mittleren Osten für die Palästinenser bereit.

Irgendwie schaffte es George W. Bush durch seine ganze Rede hindurch,
jeglichen Bezug auf eben jenes Fleckchen Erde zu vermeiden, wo all diese
wunderbaren Dinge Gestalt annehmen sollen. Keine Rede davon, dass alle
Städte der West Bank von den israelischen Streitkräften eingenommen worden
waren, dass Hunderttausende der Einwohner in ihren Häusern durch ein
strenges Ausgehverbot gefangen gehalten werden, und dass Zivilisten bei
Betreten der städtischen Straßen riskieren, von Panzern mit Granaten
beschossen zu werden (Als die Rede in Washington gehalten wurde, nahmen
israelische Soldaten die Stadt Hebron vollständig ein und töteten dabei drei
Polizisten), dass bereits vor dieser Eroberung, jene Städte und Dörfer, wo
Bush gerne eine blühende Marktwirtschaft hätte, durch Kontrollpunkte, Zäune
und Belagerungsvorrichtungen von einander abgeschnitten worden sind und die
Einwohner ihre Autos durch Esel ersetzen, die sich auf engen Bergpfaden
zurecht finden.

Wie sollen die Palästinenser unter derartigen Verhältnissen irgendwelche
Reformen durchführen?

Wie sollen sie die Palästinensische Behörde reformieren, die durch
systematisches Abwürgen ihrer Existenz beraubt wird?

Wie können "bis Ende des Jahres" ohne einen Rückzug der israelischen
Streitkräfte und eine gewisse Zusicherung ihrer Nicht-Einmischung Wahlen
abgehalten werden?

Und was würde Präsident Bush tun, wenn die palästinensischen Wähler ihr
demokratisches Wahlrecht ausüben und Präsident Jasser Arafat als ihren
Führer wiederwählen würden? Würde diese demokratische Entscheidung mit einer
weiteren Militärinvasion beiseite geschoben werden? Und selbst wenn "ein
neuer palästinensischer Führer" gewählt würde, wenn dieser Bushs sorgfältige
Überprüfung bestehen und versuchen würde, "den Terrorismus zu bekämpfen",
wie der Präsident lauthals fordert, hätten sie dann die Garantie elementarer
Voraussetzungen, unter denen sie dies auch tun könnten? Würden ihre
Bemühungen nicht genau wie diejenigen der gegenwärtigen palästinensischen
Führung ständig durch Sharon vereitelt? Im Gazastreifen, dem einzigen Stück
Land, wo die Palästinensische Behörde noch ein gewisses Maß an Kontrolle
ausübt, und wo sie in den letzten Tagen versuchte, gegen Hamas vorzugehen,
begingen die israelischen Kräfte gestern die Provokation der Ermordung eines
Hamas-Führers mit fünf Familienangehörigen, die zufällig mit diesem Führer
in einem Taxi fuhren und die von derselben Rakete getötet wurden, die ihn
tötete.

Die tiefere Ursache von Terrorismus und Selbstmordbombardierungen (oder
"Mordbombardierungen" wie der Präsident das genannt wissen wollte) wurde
fast überhaupt nicht angesprochen: Die Lage junger Palästinenser unter einer
zunehmend härteren Besatzung, unterdrückt und enteignet, aller Hoffnung und
Aussicht auf die Zukunft beraubt, von der Welt im Stich gelassen, die an den
Punkt gekommen sind, wo sie sich dazu entschließen, sich selbst in die Luft
zu jagen, um irgendwelche Israelis zu töten. Ein Ende des Terrorismus ist
nicht zu erwarten, ohne diesen Leuten irgendeine greifbare Hoffnung zu
geben, ohne das Phänomen der Selbstmordbombardierungen an der Quelle
auszutrocknen.

Präsident Bushs Rede - schrille Forderungen an die schwächere Partei des
Konfliktes und nur vage politische Bitten an die stärkere Seite - trägt dazu
wenig bei. Kein Wunder, dass Sharon ungeheure Befriedigung über die Rede
äußerte - aber die beiden Völker, verstrickt in diesen schrecklichen Kampf,
zahlen den Preis für die Arroganz, Kurzsichtigkeit und Entschlußlosigkeit
des Bewohners des Weißen Hauses.

Adam Keller - Sprecher von Gush Shalom

Übersetzung: Klaus von Raussendorff
_____________________________________________________

If you want to subscribe, send mail to

gush-shalom-request@mailman.gush-shalom.org

and write "subscribe" in the subject line.

To unsubscribe, send mail to

gush-shalom-request@mailman.gush-shalom.org

and write "unsubscribe" in the subject line.

In some programs it is enough to use the following link:

mailto:gush-shalom-request@mailman.gush-shalom.org?subject=unsubscribe