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Home » Archiv » Nepal » Volkskrieg auf dem Dach der Welt
![]() Volkskrieg auf dem Dach der Welt In Nepal wollen Maoisten das Königreich
stürzen
Waren die Maoisten am Anfang ihres Kampfes nur in ein paar abgelegenen Dörfern aktiv, so haben sie in der Zwischenzeit ihre militärischen Aktivitäten und ihren Einfluss auf 17 Distrikte - das entspricht der Hälfte des Königreichs - ausgedehnt. In einigen Distrikten bauten die Rebellen sogar eine parallele Verwaltung und eigene Gerichte auf. Mehr als 1500 Menschen sind getötet worden, seit die Rebellion ausgebrochen ist. Beide Seiten - die Maoisten wie auch die Regierung - gehen äußerst brutal vor. Amnestie International hat sowohl die Polizeikräfte als auch die Rebellen wegen massiver Menschenrechtsverletzungen kritisiert. Insbesondere rügt die internationale Menschenrechtsorganisation die Rebellen wegen der Entführung von Kindern und Jugendlichen, die dann von den Aufständischen als Kindersoldaten eingesetzt würden. Einige dieser Jugendlichen dürften sich allerdings auch freiwillig den Rebellen angeschlossen haben. Trotz ihres brutalen Vorgehens sind die Maoisten nämlich in weiten Kreisen der Bevölkerung ausgesprochen populär. Und ihr Erfolg lässt sich leicht erklären. Nepal ist eines der ärmsten Länder der Welt. Korruption ist ein weit verbreitetes Übel. In einzelnen Distrikten des Landes, vor allem im Westen, wo die Hochburgen der Rebellen liegen, beträgt das jährliche Pro-Kopf-Einkommen weniger als 100 US-Dollar. Die maoistische Revolution habe ihre Wurzeln "in der Verzweiflung und in den Entbehrungen, aber auch in der Einsicht der unterdrückten Landbevölkerung, dass sie von der regierenden Congress-Partei keine Hilfe erwarten kann", schrieb kürzlich eine nepalesische Zeitung, die der (offiziellen) kommunistischen Opposition mit marxistischer Ausrichtung nahe steht Über die Stärke der maoistischen Kader und deren Führung ist wenig bekannt. Ihr Anführer, Buburam Batterai, ein nepalesischer Intellektueller, lebt im Untergrund. Bevor er im Jahr 1996 den "Volkskrieg" ausrief, waren die Maoisten mit neun Abgeordneten im Parlament vertreten. Heute soll die Untergrundarmee über mehrere Tausend ausgebildeter Kämpfer verfügen. Die Finanzen für ihren Kampf beschaffen sich die Rebellen durch Banküberfälle sowie durch erpresste Schutzgelder. Wer nicht zahlt, riskiert umgebracht zu werden, oder muss zusehen, wie sein Geschäft in Flammen aufgeht. Zu den Hauptzielen der Maoisten gehören der Sturz der Monarchie
und die Aufhebung des Mehrparteiensystems, umfassende Landreformen, die
Auflösung der engen Verbindungen zu Indien sowie der Verzicht auf
westliche Entwicklungshilfe. Die nepalesischen Maoisten, die sich als "nationalistische
Kommunisten" verstehen, richten sich sehr stark an Perus "Leuchtendem Pfad"
aus. Ihre Strategie stammt direkt aus Maos Schriften. Sie wollen zuerst
in den armen ländlichen Gegenden die Macht an sich reißen, um
schließlich die städtischen Eliten einzukreisen und am Ende
ihr Regime dem ganzen Land aufzuzwingen.
Dafür verstärkten die Aufständischen in jüngster
Zeit ihre militärischen Aktionen. Die Regierung wiederum will eine
1500 Mann starke und besser ausgebildete Polizeieinheit aufbauen und versucht,
die Armee gegen die Rebellen zu mobilisieren. Bislang waren der König
und seine Generäle allerdings nicht bereit, die Armee im eigenen Land
und gegen eigene Leute einzusetzen.
http://www.frankfurterrundschau.de/archiv/fr30t/h120010416025.htm
Nepal: Bewaffneter Konflikt VolksKrieg in Nepal Nepals langer Marsch zur Demokratie Was werden Sie im Nepal Pavillon zu sehen bekommen (Expo-2000) amnesty Bayreuth - Info 22.05. 2001 Aufrüstung gegen Maoisten 16.04. 2001 Volkskrieg auf dem Dach der Welt 07.03. 2001 Mädchen ihrer Kindheit beraubt 19.05. 2000 Die Globalisierung von Kriminalisierung und Ausbeutung 13.02. 2000 Die linke Bewegung in Nepal und die Maoisten: Hintergründe des 'People's War' |
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