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Ende Juni 2000 wurde der mit einer Deutschen verheiratete Nigerianer John Paul nach Nigeria abgeschoben. In Nigeria wurde er nach seiner Ankunft in Haft genommen. Bis heute befindet er sich in einer nigerianischen Haftanstalt.
Am 28. 6. 2000 wurde
der Nigerianer John Paul abgeschoben, obwohl er mit der Deutschen Tamara
Paul verheiratet ist. Bis Mitte 1998 lebte er als Asylbewerber im Flüchtlingsheim
in der Bollwitzstraße in Saalfeld. Mehrfach wurde er in Saalfeld
von
Nachdem weder seine deutsche Ehefrau noch die in Italien lebende Schwester monatelang ein Lebenszeichen von ihm erhielten und die deutschen Botschaft in Nigeria auf Nachfrage gegenüber dem “Flüchtlingsrat Thüringen” und dem “Internationalen Menschenrechtsverein Bremen e. V.” die Auskunft erteilte, Herr John Paul sei zunächst nach seiner Ankunft am Flughafen Lagos verhaftet worden, jedoch dann wieder frei gelassen worden, stellte sich Ende Oktober heraus, dass er noch immer im Polizeigewahrsam ist. Herr John Paul floh
1997 nach Europa, nachdem er in Kaduna/Nigeria als Rädelsführer
bei Unruhen zwischen Moslems und Christen ausgemacht worden ist. Seine
Eltern, zwei Brüder und eine jüngere Schwester wurden ermordet,
der Pastor der christlichen Gemeinde, in der er als Kirchensprecher tätig
war, wurde ebenfalls umgebracht. Herr John Paul selbst wurde verhaftet.
Durch einen Anwalt und höhere Geldzahlungen kam er vorübergehend
frei. Statt sich jedoch in Haft zurückzubegeben, floh er aus Nigeria.
Obwohl also Herr John Paul noch unter dem Abacha Regime Nigeria verließ, wurde der Fahndungsbefehl unter der jetzigen Regierung Obasanjos aufrecht erhalten. Dies belegt, dass es keine bedingungslose Amnestie für alle politischen Aktivisten gab und gibt und dass abgeschobene nigerianische Asylbewerber nach wie vor mit Verhaftung und Gefängnis zu rechnen haben. Bitte schreiben Sie höflich formulierte Protestbriefe an den Innenminister von Thüringen, Herrn Köckert und Herrn Fischer von der Ausländerbehörde Saalfeld-Rudolfstadt und die deutsche Botschaft in Nigeria. Bitten Sie sie, sich umgehend bei der nigerianischen Regierung für eine Freilassung von John Paul nach Deutschland einzusetzen! Innenminister
von Thüringen
Ausländerbehörde
Saalfeld-Rudolfstadt
Deutsche Botschaft in Nigeria
Siehe
auch Zeitungsartikel in Freies
Wort vom 8.8.00
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