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Erklärung des Internationalen Menschenrechtsverein Bremen e.V.
zu José Maria Jones

José Maria Jones - Solidaritätsseite

Wir kennen und schätzen José Maria Jones Engagement für Gerechtigkeit, seitdem er an der sogenannten Mini-Karawane-Tour im Februar/März 1999 teilnahm. Zu dieser Zeit war unser Verein die zentrale Koordinationsstelle für die "Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen" und stand der Karawanebewegung somit organisatorisch und politisch sehr nahe. Dies ist heute nicht mehr der Fall.

Mit dem Versuch von Stadt zu Stadt zu reisen, um dort in den verschiedenen Gegenden Flüchtlinge in den zahlreichen Unterkünften und Lagern aufzusuchen und politisch dazu zu motivieren, ihre Probleme der deutschen Öffentlichkeit bekannt zu machen, war José Maria gezwungen, gegen die Residenzpflicht zu verstossen.. Dieses repressive Gesetz beschränkt den Bewegungsraum von Asylsuchenden auf den ihnen zugewiesenen Landkreis und verhindert praktisch die Ausübung von effektiven politischen Aktivitäten. Ein Flüchtling muss die Ausländerbehörde um Erlaubnis bitten, um z.B. von Bremen nach Oldenburg fahren zu können. José Maria liess sich in seinem Einsatz für die Rechte von Flüchtlingen nicht von den Konsequenzen einschüchtern, die sich für ihn aus dem Bruch gegen dieses diskriminierende Gesetz ergeben konnten und schliesslich auch ergaben. Er erhielt für sein Engagement ein Straf- und damit verbunden einen Ausweisungsbescheid, gegen den wir rechtlich und politisch gemeinsam vorgehen.

José Maria hat unermüdlich durch Vorträge, Diskussionen, Artikel etc. nicht nur unser Wissen über Sierra Leone erweitert, sondern uns auch über die Entwicklungen in vielen anderen afrikanischen Staaten aufgeklärt, die durch die Gier externer Kräfte nach Diamanten und anderen Ressourcen unentwegt verwüstet werden. Er erläuterte uns, wie die mächtige Dynamik des Diamantenhandel selbst jene korrumpierte, die ursprünglich vorgaben, für die Befreiung des Volkes zu kämpfen. Dies führte soweit, dass diese sich in die barbarischsten Mörder und Folterer verwandelten.

Wir werden gegen jeden Versuch der Abschiebung von José Maria vorgehen. Seine öffentliche Kritik gegenüber der Regierung Sierra Leones und anderen mächtigen Gruppen wie der RUF ist den Betreffenden wohl bekannt. Die kürzlichen landesweiten Wahlen haben diejenigen, die die Macht innehaben, nicht abgesetzt. Die vorübergehende und instabile Ruhe, die momentan im Land herrscht, basiert auf einer korrupten Verbindung von Kräften, die hungrig nach den Profiten des Diamantenhandels greifen. Eine Person, die dafür bekannt ist, Menschenrechte und Gerechtigkeit der Profitgier und dem korrupten Diamantenhandel vorzuziehen und gegenüber diesen zu verteidigen, hat nur wenig Chancen, derzeit in Sierra Leone zu überleben.

José Maria unterstützte nicht nur die demokratischen Rechte und Menschenrechte von Flüchtlingen in Deutschland. Er hat ein Exempel für Internationalismus statuiert, in dem er sich unermüdlich und enthusiastisch für Menschen in Afrika, Asien, dem Mittleren Osten und in Lateinamerika einsetzte, die für ihre Freiheit und Würde kämpfen.

Wir appellieren an alle, die sich an Menschenrechten und Gerechtigkeit orientieren, sich unserer Unterstützung für José Marias Bleiberecht anzuschliessen, so dass er sein Engagement für Gerechtigkeit fortsetzen kann.

Internationaler Menschenrechtsverein Bremen e.V.                                            01.06. 2002