go to content (skip navigation)
Home
Sprache:  Land: 
Dringende Kampagnen

Hintergrund

Links

Archiv



Suche Suche



Informationen nach
Themen
Ländern



Info Info

Kontakt Kontakt

Impressum Impressum

/

Home » Archiv » zur_Lage

[!]
Sie befinden sich im Archiv
Dieser Teil der Website wird nicht mehr betreut. Es können somit einige Verweise nicht mehr funktionieren und die Sprache der Dokumente ist nicht zu ändern.

Die Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen
Zur Lage in Kamerun
In Wirklichkeit ist Kamerun ein Land, in dem die Menschenrechte mißachtet
werden, auch wenn der internationalen Öffentlichkeit ein anderes Bild
gezeigt wird. Die Würde der Menschen leidet unter dem Regime eines
Diktators, Präsident Biya, der seine Regierung mit Korruption erhält. Viele
Amtswege und Angelegenheiten mit der Polizei basieren auf Korruption; ohne
Geld bekommt man keine Dienstleistungen. Hat man keine finanziellen Mittel
zur Verfügung, greift man zu kriminellen Handlungen, um sich das notwendige
Geld zu beschaffen. Dem gegenüber stehen Jugendliche, denen eine
versprechende Zukunft nicht sichtbar ist. Viel Kriminalität in Kamerun ist
auf die korrupte Finanzverwaltung zurückzuführen.
Für Beamte ist es nicht ungewöhnlich, längere Zeit ohne Gehalt zu arbeiten
und wer seine Stimme erhebt, wird hart bestraft. Dies geschah bei den
letzten Ereignissen im Zeitraum März / April in Douala und Yauonde, als auf
die gemeinsamen Proteste von Lehrkräften und Studenten, viele Verhaftungen
folgten. Demonstriert wurde für die Sicherung der Bildung, die durch die
fehlende Bezahlung der Lehrkräfte gefährdet ist.
Verhaftungen drohen auch kritischen JournalistInnen wie, Pius Njanwe
(Herausgeber der Zeitung Le Messager), wegen Veröffentlichung eines dem
Präsidenten gegenüber kritischen Artikels, führenden Mitgliedern von
Oppostionsparteien und Anderen, die regierungskritisch aufklären.
Beispielsweise Personen, die im Zuge der Kommunalwahlen am 21. Januar 1996
und der Parlamentswahlen im Mai 1997 einen Regierungswechsel forderten. Die
Regierungspolitik unter Präsident Biya und der Partei CPDM [Demokratischer
Zusammenschluß des Volkes von Kamerun] wird mittels Korruption gemacht;
Widerstand wird nicht geduldet. Politische Verfolgung erweitert sich auch
auf Familienangehörige öffentlich kritischer und aktiver Personen. Dies
zeigt, dass das Recht auf Meinungsfreiheit in Kamerun von amtierenden
Behörden nicht geachtet wird.
In den kamerunischen Gefängnissen findet man politische Häftlinge, die
gesundheitsgefährdenden Bedingungen wie Unterernährung, Mißhandlungen und
Folter ausgesetzt sind. Darauf zurückführende Todesfälle sind nicht selten.
Amnesty International berichtet über 30 Todesfälle 1999 im New – Bell
Gefängnis. Die Zahlen diesbezüglich seien im Nkondengui Gefängnis in Yauonde
noch höher.
Die politische Situation in Kamerun stellt den vor Inhaftierung Geflohenen
im Falle der Abschiebung aus dem Land, in dem Asyl beantragt wurde, eine
Bedrohung für Gesundheit und Leben dar. Oft werden die Fluchtgründe als
irrelevant für das Asylbegehren beurteilt. Die Mißachtung der Menschenrechte
in Kamerun wird von seiten der Anerkennungsbehörden ignoriert. Dies führt zu
einem Teufelskreis, in dem den Verfolgten nirgends die Menschen- und
Grundrechte gewährleistet werden. Da stellt sich die Frage, wo die
Demokratie bleibt!

William Mpon und Alain-Georges Dongmo